Ich weiß, dass ein Schaltmagnet aus 3 Hauptbestandteilen besteht. Den zylinderförmigen, hohlen Magnetkörper; die Zylinderspule und den zylinderförmige Anker mit Führungsstange.
Weiterhin muss das von der Spule erzeugte Magnetfeld durch alle diese Komponenten hindurch treten können, um auf den Anker eine Kraft auszuüben, die ihn hineinzieht. Dies funktioniert nur wenn zwischen Kerndeckel mit Kern und Jochring der magnetische Fluss unterbrochen ist. Sonst würde das Feld gar nicht in den Anker eintreten. Bis hierhin ist alles klar. (Luft hat einen höheren Widerstand wie der Anker)
Man kann sagen (hab ich gelesen), ein weiches magnetisches Teil in einem Spulensystem wird sich naturgemäß in einer Art und Weise bewegen, die die Magnetkraft des Systems minimiert.
Das verstehe ich nicht.
Hat die Bewegung des Ankers was mit den weisschen Bezirken zu tun?
Was ist wenn ich die Spule anders anschließe (also die Stromrichtung änder), das ändert den Südpol in den Nordpol und umgekehrt oder? Aber das hat ja keine Auswirkung auf die Bewegungsrichtung des Ankers, also sind die weisschen Bezirke wohl nicht verantwortlich für die Bewegung des Ankers?
Über eine kurze Erläuterung, über die genauen „Beweggründe“ des Ankers würde ich mich sehr freuen.
Ersteinmal, es muß weichmagnetisch heißen, ein weiches magnetisches Teil kann alles mögliche sein.
Der weichmagnetische Kern befindet sich zunächst etwas außerhalb der elektrischen Spule. Man könnte auch einen Magneten nehmen, aber meist sind es tatsächlich weichmagnetische Kerne.
Wird der Elektromagnet eingeschaltet, macht er etwas mit dem Kern.
Er induziert dort ein Magnetfeld, welches dann vom Elektromagnet angezogen wird. Also Beispielsweise ziehen sich nach dem Einschalten Südpol des Elektromagneten und Nordpol des Weichmagneten an.
Weichmagnetisch heißt, der Magnetismus bleibt ohne Induktion nicht erhalten.
Den Begriff „Weißsche Bezirke“ kenne ich von festmagnetischen Stoffen insbesondere bei Datenträgern usw., aber Weichmagnetismus, es gibt auch ein Fachwort dafür, ist hauptsächlich eine Materialeigenschaft.
Für „Weißsche Bezirke“ sollte Wikipedia was ausspucken.
danke für die Antwort, das hat mir schon geholfen, allerdings hätte ich noch zwei Fragen.
Also, wenn ich die Spule anders bestrome (die Wicklung hat ein Ende und ein Anfang, also + und - vertausche), dann ändern sich bei beiden Teilen, also bei dem weichmagnetischen Kern und bei dem „Elektromagnet“, jeweils die Pole, Süd wird zu Nord und umgekehrt, hab ich das richtig verstanden?
Wenn der Anker sich dem Kern nähert, also der Hub immer kleiner wird, steigt die Magnetkraft, also die Kraft die die Stange auf die Umgebung ausübt an. Wie kann ich dieses Phänomen mit einfachen Worten erklären?
Ich würde sagen, wenn sich Südpol und Nordpol näher kommen wird die Anziehungskraft immer größer, aber irgendwie hört sich diese Erklärung nicht sehr kompetent an…, weil man auch Proportionalmagneten konstruieren kann die eine fallende Kennlinie haben, also bei der die Magnetkraft immer kleiner wird, je kleiner der Hub wird.
zu :2. Wenn der Anker sich dem Kern nähert, also der Hub immer
kleiner wird, steigt die Magnetkraft, also die Kraft die die
Stange auf die Umgebung ausübt an. Wie kann ich dieses
Phänomen mit einfachen Worten erklären?
Der Hub ist egal. Es kommt bei der Kraft einzig auf die Feldstärken im Stehen drauf an. Bei Beschleunigung wäre die Kraft dann geringer, weil ja die Beschleunigung Kraft benötigt.
Feldstärken heißt, Feldstärke des Weicheisens, welche eine bestimmte Größe nicht überschreiten kann, findet man auch bei Wikipedia, Stichwort Hysterese oder Hysteresiskurve.
Und Feldstärke des Elektromagneten.
Die Feldstärke des Elektromagneten kann man halbwegs aus der Spule und Ihrem Strom berechnen, wenn Sie selbst keine Eisenteile hat.
Das hängt jedoch auch von der Geometrie ab, und ist evtl. nicht einfach, hab ich noch nie gemacht.
Oder ganz einfach: Wird die Kraft am Weicheisen größer, sind auch beide Feldstärken zusammen größer.
Hinweise zur genauen Berechnung kann ich aber nichtgeben, schau vielleicht doch selbst einmal.