gerade stolperte ich über eben jenen „Mahlstrom“, den ich ohne mit der Wimper zu
zucken „Malstrom“ geschrieben hätte. Meine These war: „Malus“ - schlecht - sei
hier der Ursprung. Oder kommt der Name tatsächlich von „zermahlen“? Plausibler
fände ich ja die Malus-Variante, richtiger ist lt. Duden aber der Mahlstrom.
Was denkt Ihr?
ich hab mich gerade mal ans Englische gehaengt.
Da heisst das Ding naemlich „Maelstrom“
und dazu habe ich das gefunden:
„The more general term, Maelstrom, appears to be of Dutch origin from malen, to grind or whirl, and strom or stroorn, a stream or current.“
(auf der Site: http://www.everything2.com/index.pl?node_id=1507012 ),
was eindeutig die ‚zermahlen‘-Theorie staerkt.
und dazu habe ich das gefunden:
„The more general term, Maelstrom, appears to be of Dutch
origin from malen, to grind or whirl, and strom or stroorn, a
stream or current.“
(auf der Site: http://www.everything2.com/index.pl?node_id=1507012 ),
was eindeutig die ‚zermahlen‘-Theorie staerkt.
Any particularly powerful or persistent whirlpool may be called a maelstrom, a word which looks like the last nine letters in the Scrabble bag, though its strange spelling merely reflects its history. English acquired maelstrom in the 16th century as the name of a specific (and notorious) whirlpool off the west coat of Norway. But it isn’t a Norwegian word, it’s Dutch. The Dutch, being great sea-traders, needed good maps - partly to avoid dangers such as this - and were the first to label the maelstrom. The second element -strom is Dutch for "stream " (also from *straumaz, via Middle Dutch stroom „stream“). To this, the prefix mael- (from malen „to grind“, related to our mill) was added, and that gave early modern Dutch maelstrom „whirlpool“ (today in Dutch it is maalstroom)…
Wahrig gibt übrigens beide Schreibweisen an:
_Mal|strom = Mahl|strom m. 2 nur Sg.
Meeresstrom zwischen den Lofoten mit starker Wirbelbildung; 2. übertr.: Strudel, Sog_
bei Mahlstrom muß ich an zermalmen denken.
Vielleicht gibt es da einen etymologischen Zusammenhang mit „zermahlen“?
Wenn man ein Bild vom Saltstraumen anschaut, http://www.geolinde.musin.de/bild/norwegen/n1/Seiten…
hat man in etwa eine Vorstellung von der zerstörerischen Kraft eines solchen Strudels (ohne Strudel ist diese Stelle eine glatte Wasseroberfläche!).
Mit unbändiger Kraft drückt das Wasser vom offenen Meer kommend durch den engen Sund, nur sechs Stunden später beginnt das wirbelnde Naturschauspiel ebenso heftig den Rückweg anzutreten. Schiffe können den Saltstraumen (33 km östlich von Bodö), den größten Mahlstrom der Welt, nur bei leichter Strömung passieren.
aus: http://www.schwarzaufweiss.de/newsarchive/norwegen.htm
Gruß Gudrun *die den Saltstraumen in natura gesehen hat*
bei Mahlstrom muß ich an zermalmen denken.
Vielleicht gibt es da einen etymologischen Zusammenhang mit
„zermahlen“?
Ob’s einen etymologischen Zusammenhang gibt ,weiss ich nicht.
Aber zumindest haben andere auch schon so gedacht wie
du, naemlich - oberste Autoritaet! - Käptn Blaubär.
In seiner Autobiographie (die er von Moers hat schreiben lassen)
ist ja vom Malmstrom die Rede.
Ich hab das Buch noch in irgendeiner Umzugskiste,
aber hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Zamonien
kann man das auch nachlesen.
Hallo, Gudrun, Kreszenz, Elke, Christian und auch sonst,
Kluge sagt dazu:
_ Mahlstrom
Substantiv Maskulinum „gefährlicher Wirbel“ peripherer Wortschatz fachsprachlich (18. Jh.)Entlehnung.
Entlehnt aus nndl. maalstroom, das zu Strom und mahlen im Sinne von „drehen“ gebildet ist.
Ebenso nndl. maalstroom, ne. maelstrom, nfrz. maelstrom, nschw. malström, nisl. málstraumur.
Kluge (1911), 564._
bei Mahlstrom muß ich an zermalmen denken.
Vielleicht gibt es da einen etymologischen Zusammenhang mit
„zermahlen“?
laut Grimm ist das nicht der Fall:
_ MALMEN , verb. klein zerreiben, zu staub zerreiben; ein mitteldeutsches, zunächst an goth. malma sand, mhd. Melm leichter staub rührendes wort, für das sich mhd. nichts gleiches, in einer späteren Nürnberger quelle nur das ähnliche mülmen bietet: die weichen (steine) am stoszen und faren alle zuprechen und zumülmen sich…_
die jetzt allgemein angenommene schreibung mit dehnendem h ist der älteren sprache fremd: goth. ahd. alts. malan, altnord. mala, mhd. Maln, mnd. mnl. malen, im ags. und fries. fehlend. urverwandt ist mahlen mit litt. malŭ, malti, kslav. melja̜, mlěti, lett. maíu, altir. melim, griech. μυλλω für μυλ j ω, lat. molo mahle (FICK2 384)_
(…allerdings…)
und mit sanskr. mar mṛṇâti, das den älteren begriff zermalmen, zerschlagen aufweist…
bei Mahlstrom muß ich an zermalmen denken.
Vielleicht gibt es da einen etymologischen Zusammenhang mit
„zermahlen“?
Ob’s einen etymologischen Zusammenhang gibt ,weiss ich nicht.
Aber zumindest haben andere auch schon so gedacht wie
du, naemlich - oberste Autoritaet! - Käptn Blaubär.
In seiner Autobiographie (die er von Moers hat schreiben
lassen) ist ja vom Malmstrom die Rede.
das ist ja witzig, sehr sogar.
Das Wort Malmstrom höre ich jetzt von Dir zum erstenmal, es paßt aber wie die Faust aufs Auge.
Ich habe die Gefahr des „Zermalmtwerdens“ von kleinen Fischerbooten(*) entweder erzählt bekommen oder im Reiseführer gelesen, das war aber schon 1992 und damit bin ich aus dem Schneider, von Käptn Blaubär - den ich nur aus dem Fernsehen kenne - „abgekupfert“ zu haben.
(*) Fischer fahren gerne in den Mahlstrom, der einen guten Fang garantiert, weil Lachse da die Orientierung verlieren und so ganz leicht zu fangen sind. So ganz heftig ist es ja nur um Vollmond herum.
Ich habe mir die Links, die die anderen hier gepostet haben, nicht
angeguckt, aber zumindest im Geschriebenen fand ich gar nicht die
Erwaehnung der Geschichte „A descent into the Maelstroem“ von Poe.
Nur so als Ergaenzung. Dort ist mir dieses Wort zum ersten Mal
begegnet, als ich noch Jugend-Abenteuer-Buecher las.
bei Poe habe ich das Wort damals auch erstmals gelesen (ebenfalls englisch) und
war auch deshalb so auf die „h-lose“ Variante fixiert, weil ich das „e“ als
Dehnung angesehen habe (was es ja auch ist, wenn ich mich nicht irre). Und da der
Strom bei Poe ja in der Tat sehr „malus“ ist… Aber ich bin ja schon vom
Gegenteil überzeugt…