Mahmoud Abbas alias Abu Masen

Moin,

Abu Masen ist nur einer von vielen „Alias“-Namen im arabischen Raum. Was hat es mit diesen „Zweit-Namen“ auf sich ?

thx
moe.

Hallo,

Abu Masen ist nur einer von vielen „Alias“-Namen im arabischen
Raum. Was hat es mit diesen „Zweit-Namen“ auf sich ?

Das ist kein „Alias“, sondern, wenn man so will, ein Spitzname (sehr inadequate Umschreibung, aber es gibt im europäischen Raum keine passende). „Abu“ bedeutet Vater und „Abu Masen“ ist der „Vater von Masen“. Masen ist der erstgeborene Sohn von Mahmoud Abbas.
Spitzname ist daher eigentlich unpassend, dass die Bezeichnung durchaus auch im ernsthaften Umfeld verwendet wird, also z.B. bei Geschäftsverhandlungen etc. (in Verträgen usw. muss natürlich der „richtige“ Name benutzt werden).

Grüße,

Anwar

Hallo,

Abu Masen ist nur einer von vielen „Alias“-Namen im arabischen
Raum. Was hat es mit diesen „Zweit-Namen“ auf sich ?

grundsätzlich handelt es sich bei diesen Zweitnamen um Kunyas:

By a kunya, an honorific name, as the father or mother of certain persons (usually the eldest son), e. g., abu Da’ud [the father of David], umm Salim [the mother of Salim]. Married ladies are, as a general rule, simply called after the name of their first son, e. g., umm Ahmad [the mother of Ahmad].
(Quelle: http://www.s-gabriel.org/names/daud/arabic-naming)

Bei Mahmud Abbas ist das zutreffend. Sein erstgeborener Sohn heißt Mazen.

Allerdings gibt es in Palästina die Praxis, solche Kunyas frei zu erfinden. Man bezeichnet die hierbei entstehenden Namen oft als „Kampfnamen“, da sie gewählt werden, um eine ganz bestimmte (politisch-militärische) Ansicht auszudrücken. Jassir Arafat wurde zum Beispiel „Abu ‘Ammar“ genannt, obwohl er gar keinen Sohn dieses Namens hatte. „Ammar bin Jassir“ war einer der Sahaabi, also ein Gefährte Mohammeds, des Propheten. Andere Quellen geben die Bedeutung mit „Vater des langen Lebens“ an. Außerdem, so habe ich in der englische Wikipedia gerade gelesen, steht die grammatische Wurzel „‘ayn-mīm-rā“ für Tätigkeiten wie Wiederbesiedlung oder Wiederaufbau einer Region, also etwa das, was Arafat gerne mit einem Land Palästina getan hätte. Bei Khalil al-Wazir, genannt „Abu Dschihad“, steht der letzte Teil seines Kampfnamens wohl für die mit diesem Wort bezeichnete religiöse Anstrengung. Außerdem fällt mir Abu Nidal, bürgerlich Sabri al-Banna, ein, dessen Name „Vater des Kampfes“ bedeutet.

Gruß
Christopher

Hallo,

Abu Masen ist nur einer von vielen „Alias“-Namen im arabischen
Raum. Was hat es mit diesen „Zweit-Namen“ auf sich ?

Das ist kein „Alias“, sondern, wenn man so will, ein Spitzname
(sehr inadequate Umschreibung, aber es gibt im europäischen
Raum keine passende). „Abu“ bedeutet Vater und „Abu Masen“ ist
der „Vater von Masen“. Masen ist der erstgeborene Sohn von
Mahmoud Abbas.
Spitzname ist daher eigentlich unpassend, dass die Bezeichnung
durchaus auch im ernsthaften Umfeld verwendet wird, also z.B.
bei Geschäftsverhandlungen etc. (in Verträgen usw. muss
natürlich der „richtige“ Name benutzt werden).

Ist das in jedem Falle dieser „Spitznamen“ so? (z.B. Abu Amar bei Yassir Arafat), oder gibt es auch andere Beinamen, die sich nicht auf Erstgeborene beziehen im arabischen Raum?

thx
moe.

Vielen Dank !
Schon erledigt, hab eben das andere Posting gesehen.

Vielen Dank.

Ergänzung
Hallo!

Allerdings gibt es in Palästina die Praxis, solche Kunyas frei
zu erfinden. Man bezeichnet die hierbei entstehenden Namen oft
als „Kampfnamen“, da sie gewählt werden, um eine ganz
bestimmte (politisch-militärische) Ansicht auszudrücken.

Auf diese Weise werden in Palästina nicht nur „Kampfnamen“, sondern auch „normale“ Spitznamen gebildet. Man nimmt einfach Abu und setzt hintendran, was auch immer denjenigen charakterisiert. Dann können so Sachen wie Abu Wardât (Blumen) für einen Gartenjungen, Abu Shrîta (Waschlappen) für einen „Warmduscher“ oder Abu Hammâm (Bad/Toilette) für jemanden, der selbige Örtlichkeit oft aufsucht, herauskommen. Zugegeben, bisweilen ist das zwar ein wenig kindisch. Aber zu meiner Zivizeit haben wir mit solchen Wortschöpfungen unzählige langweilige Arbeitsstunden und -tage rumgebracht. :wink:
Gruß,
Stefan

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