Entgegennehmen tut meiner die auch komplett. Aber die
Rückmeldung OK/Rejected gibt’s eben erst nach dem Scan auf
Viren und Spam. Ich mache das mit einer Exim-ACL. Zweifellos
sind Szenarien vorstellbar, in denen das nicht sinnvoll ist.
Teilweise weise ich schon allein aufgrund von Header-Informationen zurück. Viel Spam geht z. B. nicht an schorsch, sondern an schorschd, schorschdd… Kaum anzunehmen, dass da was legitimes bei ist. Durchaus legitim, wenn auch falsche Adresse (aber entgegenzunehmen!) hingegen vielfach herr.schorsch oder h.schorsch u. ä. Oder VOLKSBANKEN-RAIFFEISENBANKEN im Subject weist sehr klar auf die üblichen Frauds hin.
Solche Informationen kann ich im Postfix mit regexes abfragen und im Vorfeld schon mit entspr. Fehlermeldung zurückweisen. Wobei man sich aber auch leicht ins Knie schiessen kann: ^To:.*schorsch.+@domain hat bei meinen Tests manchmal auch schorsch@domain abgewiesen. Erst als ich hier (im Server-Brett) eine entspr. Anfrage stellen wollte, wo mein Denkfehler liegt, ist mir dieser aufgrund des Zwanges, das Problem detailliert und anschaulich schildern zu müssen, aufgegangen. 'Schorsch ’ war von dieser regex natürlich auch betroffen. Erst eine Präzedenzregel ‚^To:.* IGNORE‘ hat das Problem gelöst. Wär aber alles gut gegangen - wenn ich meine Tests nicht clevererweise auf dem Produktionsserver gemacht hätte.
Sowas einzurichten ist natürlich einige Tipparbeit gefragt, aber immerhin ein halbes Tausend Anfragen täglich muss auf diese Weise erst gar nicht mehr durch Inhaltsfilter laufen lassen - theoretisch rund 40% des gesamten Mailaufkommens. In der Praxis ist diese Zahl deutlich kleiner, weil viele SpamBots nach einem Fehlschlag es einfach ein weiteres dutzend mal probieren, diese Dubletten muss ich natürlich rausrechnen. Aber es dürfte immer noch ein signifikanter knapp zweistelliger %-Anteil sein, der so gefiltert wird.
Aber gerade dieses Verhalten der SpamBots dürfte dazu führen, dass bei einer Inhaltsprüfung noch im smtp-Dialog zwar die Postfächer ent-, der Mailserver bzw. nachgelagerte Scan- und Virencheck-Server aber zusätzlich erheblich belastet werden.
Ein wesentlicher Grund, warum ich Header-Checks so ausgiebig nutze, liegt woanders: Mails, die rfc-konforme smtp-Fehlermeldungen enthalten, gehen, ob Spams oder nicht, in Kopie an mich als Postmaster. Durch die Checks erspare ich mir immerhin sämtliche Rückläufer auf angeblich von schorschdd@domain an dritte versendete Mails.
Gruss
Schorsch