mich würde es wirklich (keine Ironie!) interessieren, durch
welches traumatisches Erlebnis Du zu dieser Abneigung gekommen
bist.
Beantworte ich gern, Du zwingst mich dabei allerdings zu Wiederholungen. Natürlich ist bzw. war das kein einzelnes Erlebnis, sondern es waren eine ganze Reihe. Eigene Erfahrungen, dazu die Berichte von anderen im persönlichen Umfeld.
Als ehemaligem Mieter haben mich tausende Mark und Euro geärgert, die ich für Maklerprovisionen verpulvern musste. Egal in welcher Stadt, Du kommst um die Kerle nicht herum, wenn Du eine Wohnung suchst. Hunderte wirfst Du mit jedem neuen Mietvertrag aus dem Fenster, nur dafür, dass Du eine Adresse bekommst, die Dir jeder Vermieter genau so gut selbst übermitteln könnte.
Wozu brauch ich als Mieter - und gleiches gilt für Käufer - einen Makler? Die relevanten Fragen zum Objekt kann nur der Vermieter/Verkäufer selbst beantworten. Wenn nicht dem Mieter direkt, dann dem Makler als teurem Zwischenhändler, der es bestenfalls weiterechot. Auf nicht eine einzige Aussage darf man sich dann allerdings verlassen, denn die Herren Makler können ja das Blaue vom Himmel erzählen („Angaben des Verkäufers“).
Als Käufer habe ich die „Kompetenz“ der damaligen Maklerin in der gleichen Weise erlebt. Keinerlei durch Sachkenntnis getrübte Antworten auf meine Fragen zum Objekt, dafür Schönrednerei selbst bei der düstersten Souterrainbehausung (die ich, nebenbei, natürlich auch nicht angefragt hatte. Aber man kanns ja mal versuchen, sie aufzuschwatzen). Endlich, nach dem Treffer, keine Unterlagen, keine Verbrauchsabrechnungen, keine Haus- und Wohnngspläne, keine Eigentümerprotokolle, keine Teilungserklärung, kein gar nichts. Musste ich mir alles selbst vom Eigentümer besorgen. Ja, der hatte das schon. Es war eben nur Arbeit, ihn zum Suchen und Aushändigen von Kopien der Unterlagen zu motieren. Das war der Maklertante wohl zu anstrengend.
Und bevor Du mir jetzt damit kommst: Ich weiß, gehört alles nicht zu ihren Aufgaben. 20000 Euro Provision abzukassieren für 2 x unpünktlich zum Besichtigungstermin angestöckelt kommen und 1 x superpünktlich zum Notartermin - das gehörte allerdings zu ihren Aufgaben.
Als Verkäufer eines Hauses habe ich erlebt, wie sich die Geier auf mein eigenes Inserat in der Lokalzeitung gestürzt haben. 10 private Interessenten haben sich gemeldet und zwanzig Makler. Das Haus steht in einer mittelgroßen Stadt in NRW. Mit dem zweiten Interessenten bin ich einig geworden. Habe einen realistischen Preis angesetzt, die gesparte Maklerprovision obendrauf geschlagen und mich um diesen Betrag fast wieder herunterhandeln lassen. Fazit: Käufer glücklich, Verkäufer glücklich. Bei nur zwei Zeitungsinseraten an zwei aufeinanderfolgenden Samstagen hatte ich noch Wochen später die gruseligen Maklerangebote an der Backe.
Als Eigentümer der Wohnung, deren Kauf oben beschrieben ist - gute Lage in großer Stadt - habe ich jetzt monatlich die windigen Dienstleistungsangebote lokaler und überregionaler Beutelschneider im Briefkasten. Alles gratis für mich, wenn ich verkaufen will. Bezahlen müssen ja die Doofen.
Wenn es mal soweit ist, stecke ich mir die dem nächsten Käufer ersparte Provision höchstens selber in die Tasche. Eine Anzeige, drei oder fünf Interessenten geladen und in Ruhe auf ihre Finanzierung überprüft - und dann Abschluss.
Das Geld, dass der potentielle Käufer spart, soll er in einen Bausachverständigen zur Begutachtung meiner Hütter investieren. Und braucht dabei nur einen kleinen Teil vom dem, was er dem Makler sonst für nix in den Rachen wirft.
Und ich verzichte weiterhin auf diese Makler"geschenke", nehme mein eigenes Geld in die Hand, und lasse Kaufvertrag und Käuferfinanzierung gründlich von einem wirklich Profi prüfen. „Rechtsanwalt“ heißen diese Leute, die für ihre Beratungsleistung sogar haften müssen.
Irgendwo hab ich hier gelesen, Makler würden sich im Interesse des Verkäufers auch um die Bonität des Kaufinteressenten kümmern. Ich lach mich schlapp.
P.S.: Bekommen hat Frau Maklerin beim Wohnungskauf die halbe Provision. Kurz vorm Notartermin habe ich ihr gegenüber den Kaufverzicht erwägt, weil der Verkäufer nicht mehr mit dem Preis herunter wollte. Da reichten dann plötzlich 2,5% Provision. Immer noch 10000 Euro zuviel.