Makler soll generell vom Vermieter bezahlt werden

Hi.

Der Mieterbund, oder war es der Mieterschutzbund, stellte eine neue Forderung an die Politik auf.

Künftig sollen die Makler - immer - vom Vermieter bezahlt werden.

Die Begründung ist, mal kann es kaum glauben:
Wer die Musik bestellt, bezahlt sie auch.

Was meinen hier die Experten dazu?

Ist an dieser Forderung positiv, was negativ?

vlg MC

PS: Der Mieterbund kümmert sich jetzt also auch schon um die Leute, die uU noch gar keine Mieter sind, sondern es erst werden wollen. Es müsste demnach einen Mietinteressentenschutzbund geben :smile:)

Hallo,

Der Mieterbund, oder war es der Mieterschutzbund, stellte eine
neue Forderung an die Politik auf.

Künftig sollen die Makler - immer - vom Vermieter bezahlt
werden.

Die Begründung ist, mal kann es kaum glauben:
Wer die Musik bestellt, bezahlt sie auch.

Was meinen hier die Experten dazu?

Wenn man es genau nimmt beauftragen ja beide Parteien den Makler, der Besitzer um seine Wohnung zu vermieten, der Mieter um eine Wohnung zu finden. Allerdings ist es sicher für viele schon happig zwei Monatsmieten für den Makler, 2 Monatmieten für die Kaution und nochmla die normale Miete zu berappen.

Würde mich nicht wundern wenn die Hausbesitzer die Gebühren auf die Miete schlagen,vielleicht sogar auf die Nebenkosten wenn das zulässig ist. Allerdings kann der Haus/wohnungsbesitzer die Maklergebühren wieder von der Steuer absetzen, was dem Mieter in der Regel nicht so einfach möglich ist.

Die Makler werden wohl weniger Aufträge bekommen weil die Wohnungen auch durch einfache Anzeigen zu vermieten sind. Der Vermieter hat eben etwas mehr Aufwand.

Ich persönlich musste noch nie einen Makler bezahlen, man findet auch so eine Wohnung, zumindest in unserm fränkischen Großraum.

Gruß vonsales

hallo

Wenn man es genau nimmt beauftragen ja beide Parteien den
Makler, der Besitzer um seine Wohnung zu vermieten, der Mieter
um eine Wohnung zu finden.

aber hier geht es doch um den fall dass ein vermieter die suche eines neuen mieters dem makler überlässt.
die mieter aber würden eine besichtigung ebenso mit dem eigentlichen vermieter machen - sie „brauchen“ (aus ihrer sicht) nicht zwingend einen makler. zumindest haben sie keinen beauftragt !

der fall dass ein mieter zu einem makler geht und sagt: such mir eine wohnung ist ja hier nicht gemeint vermute ich.

es mag potentielle mieter geben die lieber mit einem makler als dem eigentlichen vermieter kontakt haben - aber verallgemeinern darf man das meines erachtens nicht.
der vermieter ist der alleinige auftraggeber, zum zwecke ihm arbeit abzunehmen.
das ist doch eine ganz normale dienstleistung (?)

grüße

Guten Morgen!

Der Mieterbund, oder war es der Mieterschutzbund, stellte eine
neue Forderung an die Politik auf.
Künftig sollen die Makler - immer - vom Vermieter bezahlt werden.

Das hat bestimmt noch niemand gefordert.

Die Begründung ist, mal kann es kaum glauben:
Wer die Musik bestellt, bezahlt sie auch.

Diese Vorgehensweise ist in allen Geschäftsbereichen eine Selbstverständlichkeit und nicht damit zu verwechseln, dass immer der Vermieter zahlt. Kann ja auch sein, dass jemand einen Makler mit der Suche nach einer Mietwohnung beauftragt. In solchem Fall wäre es Sache des Mieters, beim Zustandekommen eines Mietvertrags durch Vermittlung eines Maklers denselben zu bezahlen. Dagegen, wie überhaupt gegen das überall geltende Prinzip, dass der Auftraggeber bezahlt, hat niemand etwas.

Den derzeitigen Zustand in Gegenden mit knappem Wohnraum kann man nur als groben Missstand bezeichnen. Mir fällt im Moment kein anderer Bereich ein, in dem Kauf- oder Mietinteressenten irgendeiner Sache einen Vermittler bezahlen müssen, den sie gar nicht beauftragt haben. Vielmehr gilt überall: Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen.

Es fällt schwer, nachzuvollziehen, wie man über solchen Selbstgänger unterschiedlicher Meinung sein kann. Entsprechend albern sind denn auch die von manchen Maklern und Vermietern vorgebrachten Argumente für die Beibehaltung der bisherigen Gepflogenheiten. Geradezu niedlich finde ich das Argument, es gäbe sonst womöglich viele arbeitslose Makler. Dann stellen wir doch einen Makler neben den Gemüsestand bei Penny und sobald jemand zum angebotenen Rosenkohl greift, tritt der Makler hervor und will für die Rosenkohlvermittlung bezahlt werden.

Weit verbreitet, vielerorts sogar der Regelfall: Weil Eigentümer und Verwalter für die von ihnen verwalteten Wohnungen keinen Maklerlohn fordern dürfen, wird ein Strohmann/eine Strohfrau als Makler vorgeschoben. Außer den Maklerlohn zu kassieren, haben diese Leute nichts zu tun. Natürlich nur rein zufällig sind Verwalter/in und Makler/in verheiratet, aber es handelt sich selbstredend um vollkommen getrennte Geschäfte. Um also der Maklerarbeitslosigkeit vorzubeugen und zusätzlich neue, wahnsinnig wertschöpfende und volkswirtschaftlich nützliche Arbeitsplätze zu schaffen, schlage ich vor, dass jeder Mieter eine ganze Maklerkette mit schöner Provisionskette à la MLM zu bezahlen hat. Das müsste doch eine Lösung nach dem Geschmack der Kaste sein, gelle?

Wer glaubt, ich hätte etwas gegen Makler, irrt. Ich hab’ nur was gegen Vereinbarungen zu Lasten Dritter und gegen nutzlose Abgreifer. Wenn ein Vermieter/Verwalter die von ihm angebotene Wohnung nicht selbst der Schlange wartender Wohnungssuchender aufschließen will, kann er die Aufgabe an einen Angestellten oder irgend einen anderen Menschen - z. B. an einen Makler - delegieren. Diese Beauftragten verrichten für den Vermieter einen Dienst wie der Winterdienst, der Dachdecker und viele andere. Natürlich finden sich alle im Zusammenhang mit einer Wohnung, ihrem Erhalt und ihrer Vermarktung entstehenden Kosten in der Miete wieder. Der Vermieter wird aber vermeidbare Kosten gar nicht erst entstehen lassen und einen den Schwager als Maklerstrohmann vorschickenden Verwalter wird der Vermieter wegen Untreue feuern, wenn der Vermieter den Maklerlohn zahlen soll.

Gruß
Wolfgang

Hallo,

ich finde diese Idee sehr sinnig.
Angesichts der Tatsache dass die Makler in Deutschland nahezu keine Ausbildung haben, ausgesprochen hohe Courtagen fordern und wenig dafür leisten bin ich, als Vermieterin, durchaus der Meinung, dass diese Berufsgruppe ein paar Dämpfer verdient hat.

Zudem ist nicht nachvollziehbar, weshalb ein vom Vermieter Beauftragter vom Mieter gezahlt werden soll - normal gilt: wer zahlt, sucht auch den Dienstleister aus. Das finde ich völlig richtig.

Ich vermiete nur im kleinen Stil, möchte meine Mieter kennen und daher ohnehin keine Makler.
Wer vermietet aber zu faul ist, sich selbst um die Vermietung zu kümmern, der soll für diese Arbeitsersparniss ruhig entsprechend zahlen. Wüsste nicht, was dagegen spricht.

Dem Mieter diese Kosten aufhalsen ist m.E. Abzocke.

Gruß, Paran

Mietkostensteigerung
Morgen,

nun ein Vermieter ist auch ein Ökonomsich denkender Mensch. Die zusätzlichen Kosten die er durch dies Regelung hat wird er versuchen auf die Miete umzulegen. Gehen wir mal einfach von 5€/monat bei einer ca80 qm Wohnung aus. Bei einer Mietzeit von im durschnitt 17 jahren sind das dann 1.020 EUR - ja dnkste, bei Jeder Mieterhöhung, Modernisierung wird dieser Betrag im gleichen Verhältnis mit erhöht. Dazu kommt noch die Mieterhöhung bei Neuvermietung oben drauf.

Da derzeit in einigen Regionen ein Vermietermarkt herrscht kommt es so über die Jahre zu ner netten Mehreinnahme der Vermieter.

In Gegenden wo es für die Vermeiter schlechter läuft kann dann nur an der Gebäudequalität gesprat werden.

Ob beides wirklich in Sinne des Mieters ist oder nur eine nette Aktion dif. Vorsitzenden der Mieterlobby um sich so Lob und Bonus zuzuschustern lasse ich mal dahin gestellt sein.

cu Naseweis

Hi Mc Leo,

auch ich (der einerseits Mieter, andererseits auch Vermieter ist) sehe es so, dass derjenige zahlen sollte, der die Musik bestellt, also derzeit im Regelfall der Vermieter. Beauftragt eine Person einen Makler mit der Wohnungssuche, dann sollte sie zahlen. Allerdings muss hier der Gesetzgeber wohl gut vorsorgen, dass nicht mit einmal das Interesse an einem Angebot auf Immoscout/Immonet/etc von den Maklern als „Auftrag“ umgedeutelt werden darf.

Zum anderen steht die Courtage meistens in keinem richtigen Verhaeltnis zur wirklich erbrachten Leistung, weder jetzt noch nach einer moeglichen Gesetzesaenderung.

Gruss
norsemanna

Hallo,

nun ein Vermieter ist auch ein Ökonomsich denkender Mensch.

Sagen wir mal so, dass dies so wie überall in der Bevölkerung sein wird, es gibt solche und solche.

Die zusätzlichen Kosten die er durch dies Regelung hat wird er versuchen auf die Miete umzulegen. Gehen wir mal einfach von 5€/monat bei einer ca80 qm Wohnung aus. Bei einer Mietzeit von im durschnitt 17 jahren sind das dann 1.020 EUR - ja dnkste, bei Jeder Mieterhöhung, Modernisierung wird dieser Betrag im gleichen Verhältnis mit erhöht. Dazu kommt noch die Mieterhöhung bei Neuvermietung oben drauf.

Ist das denn ein Naturgesetz?
Der Vermieter kann immer zu den Preisen vermieten, zu denen er eben Verträge abschließen kann. Das ist im Zweifel unabhängig davon, was er gerne hätte oder ein Makler kostet. Das ist ein Markt wie jeder andere, wo Angebot ud Nachhfrage einen Preis bilden.

Da derzeit in einigen Regionen ein Vermietermarkt herrscht kommt es so über die Jahre zu ner netten Mehreinnahme der Vermieter.

Ist tatsächlich anzunehmen, dass heute jemand auf die 5€ mehr Miete verzichten würde, wenn er sie am Markt durchsetzen könnte? Die Mieten sind nun mal so hoch, wie sie bezahlt werden.

In Gegenden wo es für die Vermeiter schlechter läuft kann dann nur an der Gebäudequalität gesprat werden.

Oder am Makler. Und wer in den Gegenden mit ausgesprochenen Vermieternarkt nachsieht, wird feststellen, dass dort am besten an der Gebäudesubstanz gespart werden kann.

Ob beides wirklich in Sinne des Mieters ist oder nur eine nette Aktion dif. Vorsitzenden der Mieterlobby um sich so Lob und Bonus zuzuschustern lasse ich mal dahin gestellt sein.

Wie hier schon in den anderen Beiträgen angeklungen ist, stellte diese Forderung dort ja nur einen Zustand her, der sonst auch überall im Wirtschaftsleben gilt. Man stelle sich vor, beim Kauf des neuen Autos, würde plötzlich noch der Prospektverteiler/Zeitungsverlag auf der Matte stehen und würde noch die Kosten für die Prospektverteilung, das Zeitungsinserat verlangen. Und zwar nicht nur die, die anteilig auf den Prospektempfänger/Zeitungsleser entfiele, sondern auch den Anteil für alle jene, die zwar auch ein Prospekt erhalten/die Anzeige gelesen haben aber kein Auto gekauft haben. Da würde doch jeder nur den Kopf schütteln. Und das wohl zurecht.

Irgendwie muss es allen anderen Branchen auf geradezu wundersame Weise gelingen solche Kosten in die Preise einzukalkulieren. Ich bin ganz sicher, dass dies insbesondere die ökonomisch denkenden und handelnden Vermieter ebensogut können. Die werden dann nämlich im eigenen und damit auch dem Interesse der Mieter versuchen unnötige/sinnlose Kosten zu vermeiden. Außerdem werden sich dann auch die Makler mehr um Aufträge bzw. ihre Kunden bemühen müssen und können nicht dem Mieter, der schließlich den Zuschlag erhält, die Kosten für die 5 bisher vergeblichen Versuche in Rechnung stellen. Mir ist ohnehin unklar, warum die einfach einen festgelegtes Vielfaches der Miete kassieren können, vollkommen unabhängig vom Aufwand. Solche „Gebührenordnungen“ kennt man sonnst nur von Tätigkeiten, die eine Zulassung und eine akademische Ausbildung mit dementsprechenden Selektionsprozessen, sowie eine entsprechende Haftung aufweisen. Wohnung aufschließen und Formulare ausfüllen lassen und keine konkreten Fragen beantworten können, kann jeder abgebrochene Hauptschüler.

Am Ende werden beide Seiten gewinnen. Die einzigen Verlierer werden die sein, wo dieses Geschäft ohnehin nur über Strohmänner lief und/oder die keine Leistungen bieten können, die vom Wohnungsmarkt nachgefragt werden. Die muss niemand bedauern. Ansonsten wird auch weiter jemand für deren Arbeit bezahlen. Eben immer der, der diese Arbeit haben will und zu den Konditionen, die sich am Markt ergeben. So wie bei jedem anderen Geschäft in einer freien Marktwirtschaft auch. Und natürlich wird der Vermieter dann auch genauer hinsehen, was er für sein Geld bekommt, wenn er es bezahlen soll oder ob er das für das verlangte Geld nicht selber billiger hinbekommt.

Grüße

Moin,

Die zusätzlichen Kosten die er durch dies Regelung hat wird er
versuchen auf die Miete umzulegen. Gehen wir mal einfach von
5€/monat bei einer ca80 qm Wohnung aus.

Ob beides wirklich in Sinne des Mieters ist

Ich denke schon. Es ist doch ein Unterschied, ob ich die „Provision“ in 17 Jahren „abstottere“ oder ob ich den Betrag mit einem Mal zahlen muss.

Es ist für mich deutlich, dass die Zahl der Vermietungen mit Makler in den letzten Jahren enorm zugenommen hat. Nimm eine Familie mit vielen Kindern die eine große Wohnung brauchen. Ein Umzug kann da mit Makler locker mal 10.000 EUR kosten! Doppelte Miete mindestens einen Monat lang (sagen wir 2.000 EUR) , Maklerprovision bis zu 3.000 EUR, neue Kaution nochmal 3.000 EUR, sind schon 8.000 plus Umzugskosten. Das ist dann alles innerhalb eines Monats fällig! Da machen die 3.000 EUR Provision schon einen Unterschied! Dafür zahlt manch einer sicher gerne lieber 5 EUR mehr im Monat…

Liebe Grüße,
-Efchen