Maklerpreise Verhandlungssache?

Hi,
wenn ich über einen Makler den eigentlichen Hauspreis genannt bekomme - kann ich da noch handeln? Oder sind das in der Regel Fixpreise? (Ich meine jetzt nicht die Provision - da geh ich mal von aus, dass die auf jeden Fall fix ist)

Gruss, Brigitte

Hallo Brigitte,

was der Makler erzählt, ist unter keinen Umständen ein Festpreis. Der Makler hat vielleicht sogar seriös geschätzt, aber selbst dabei gibt es eine gewaltige Bandbreite. Ansonsten hat der Mann geträumt und träumen darf er doch. Halte Deine Vorstellung dagegen. Du mußt handeln, was das Zeug hält. Es kommt natürlich auf das Objekt an, aber Du kannst durchaus hundertausende (sauer verdiente Deutsche Mark!!!) sparen. Laß’ Dich auch nicht ins Bockshorn jagen, wenn der Makler erzählt, daß er schon mit mehreren Kaufinteressenten in aussichtsreichen Verhandlungen steht. Das erzählt jeder Makler immer, selbst wenn für die Hütte seit Jahren regelmäßig inseriert wird und sich noch nie jemand meldete.

Maklerlohn: Auch der steht keineswegs fest. Es steht nicht einmal fest, daß Du überhaupt zahlen mußt. Man kann zusammen mit dem Verkäufer auch etwas anderes vereinbaren. Der Hausverkäufer hat den Makler beauftragt, aber Du allein sollst zahlen, obwohl der Makler eigentlich nicht Deine Interessen an erster Stelle sieht? Das wird zwar überall so versucht, aber logisch ist das nicht. Auch an dieser Stelle lassen sich etliche Tausender sparen.
Es gibt durchaus (wenige) Makler, die ihr Handwerk verstehen und die als echter Mittler zwischen Kaufer und Verkäufer handeln, die Interessen ausgleichen, sachkundig beraten und, und… . Der hat u. U. das Verlangte auch verdient, wenn Käufer und Verkäufer sich die Zeche teilen. Ansonsten läuft in der Branche viel halbseidenes Volk ohne Sachkenntnis, aber dafür um so geldgieriger herum. Daran ändern nach meiner Erfahrung auch Verbandszugehörigkeiten rein nichts. Selbstverständlich zahlt Du ohne Kaufvertrag für das Haus keinen Pfennig.

Aus Deiner Frage schließe ich, daß Du Dich mit Immobilien nicht besonders auskennst. Ziehe deshalb unbedingt einen sachkundigen Menschen hinzu, der die Bausubstanz, die Installation, mögliche Feuchtigkeitsschäden, Schädlingsbefall usw beurteilen kann.

Gruß
Wolfgang

Hi Wolfgang,

danke für deine ausführliche Antwort. Hat mir schon mal geholfen. Und du hast recht: kenne mich noch gar nicht aus und mache jetzt die allerersten Schritte in Richtung Hauskauf. Am liebsten würd ich ja auch gerne Makler ganz außen vor lassen. Mal sehen, wie weit ich komme - und wie erfolgreich…
ciao, Brigitte

Ach so, hab ich vergessen: du rätst mir zu einem sachkundigen Menschen - kannst du mir auch noch sagen, wie ich an so jemanden gelange und wie die Berufsbezeichnung ist? Danke, Brigitte

Hallo Brigitte,

Bausachverständige findest Du in den Gelben Seiten. Die kosten zwar Geld, aber nie so viel wie ein Fehlkauf, weil Sanierungsbedarf in schwindelerregender Höhe übersehen wurde.
Wenn Du das nicht möchtest: Hast Du vielleicht einen Handwerker vom Bau in der Verwandtschaft oder im Bekanntenkreis
(Maurermeister, Zimmermann)? Das sind zwar keine Gutachter, aber die erkennen auch, ob der Dachstuhl zerfressen und das Mauerwerk durchfeuchtet und verfault ist.

Grundsätzlich halte ich es aber für richtig, wenn Du Dich selbst rund um’s Haus ein bißchen schlau machst, denn immerhin wirst
Du wahrscheinlich Jahrzehnte für den Traum bezahlen müssen. Wenn Du Dir viele Objekte ansiehst, bekommst Du ein Gefühl für das Preisniveau. Kann auch nicht schaden, bei http://www.amazon.de oder in der nächsten Buchhandlung nach Lektüre über den Kauf eines gebrauchten Hauses zu schmökern.

Gruß
Wolfgang

Hallo Brigitte, ich hatte ziemlich viele Probleme mit meinem Neubau. Habe mich dann an den Bauherrenschutzbund gewendet. Dort wurde mir prima geholfen.Der Hauptsitz ist in Berlin. Sieh doch auch mal im Internet nach, dort ist die Adresse genannt.
Viele Grüße und viel Erfolg
iris

Hallo Wolfgang,

Maklerlohn: Auch der steht keineswegs fest. Es steht nicht
einmal fest, daß Du überhaupt zahlen mußt. Man kann zusammen
mit dem Verkäufer auch etwas anderes vereinbaren. Der
Hausverkäufer hat den Makler beauftragt, aber Du allein sollst
zahlen, obwohl der Makler eigentlich nicht Deine Interessen an
erster Stelle sieht? Das wird zwar überall so versucht, aber
logisch ist das nicht. Auch an dieser Stelle lassen sich
etliche Tausender sparen.

Wenn durch den Makler der Nachweis erfolgt, dass Du durch ihn dieses Objekt kennengelernt hast, musst Du gundsätzlich die im Exposé genannte Maklerprovision zahlen - ob logisch oder nicht. Möglicherweise ist es Verhandlungssache, ob sich der Makler auf eine geringere Provision einlässt oder der Verkäufer die halbe Provision übernimmt (was in manchen Regionen eh üblich ist) - aber wenn sie nicht wollen, hast Du schlechte Karten. U.U. können Käufer und Verkäufer den Makler austricksen; legal ist dies jedoch nicht.
Freundliche Grüße
wolle
(ich bin übrigens kein Immobilienmakler!)

Hallo!

Wenn durch den Makler der Nachweis erfolgt, dass Du durch ihn
dieses Objekt kennengelernt hast, musst Du gundsätzlich die im
Exposé genannte Maklerprovision zahlen - ob logisch oder
nicht. Möglicherweise ist es Verhandlungssache, ob sich der
Makler auf eine geringere Provision einlässt oder der
Verkäufer die halbe Provision übernimmt (was in manchen
Regionen eh üblich ist) - aber wenn sie nicht wollen, hast Du
schlechte Karten.

Man muß sich VOR dem Kauf des Hauses einigen. Dann ist es ziemlich wurscht, was der Makler in seinem Exposé schreibt. Wenn man natürlich lechzend vor dem Objekt steht und der Makler merkt, daß er sowieseo verlangen kann, was er will, dann muß man eben zahlen. Ansonsten aber sollte man sich vor Augen führen, daß Verkäufer und Makler mehr oder weniger dringend einen Käufer suchen und daß man als Käufer kein Bittsteller oder Befehlsempfänger ist, der jeden phantasievollen Erguß des Maklers zu schlucken hat. Es ist auf diesem Sektor alles absolut frei verhandelbar.

Gruß
Wolfgang

Ich gehöre zu dieser bösen Berufsgruppe, auch wenn ich mit Privatleuten nichts zu tun habe (meine Kunden sind die gewerblichen Nutzer, zB Filialisten). Da ich das Hausgeschäft auch kenne, schon an Makler bezahlte, einige Spielregeln, die der geltenden Rechtslage entsprechen:

  1. Bei einem Hauskauf gibt es ein Angebot des Hausverkäufers. Wenn ein Makler eingeschaltet ist, meist mit Alleinauftrag, dann ist dieser der erste Ansprechpartner. Der Hauskaufpreis ist mit dem bisherigen Eigentümer zu verhandeln. Es kann dabei, je nach Zustand des Hauses, massive Abschläge geben. Wenn nun das Angebot über 400 TDM lautet, der Kaufvertrag aber bei 350 TDM beurkundet wird (beim Notar), dann ist alles erledigt. Der Makler darf nun eine Rechnung schreiben über meist 3 % aus dem Kaufpreis (also 3 & von 350 TDM). Dazu kommt dann noch die MwSt. Es gibt Regionen, wo die Provision höher ist! Bei Mietwohnungen, die vermittelt werden, darf nicht mehr als 2 Monatsmieten zzgl. MwSt verlangt werden.

  2. Auf dieses Geld hat der Makler gem. BGB (und Rechtsprechung des BGH) einen Anspruch. Fällig ist der Betrag bei Abschluß des Notarvertrages!

  3. Keine Provision darf der Makler verlangen, wenn er selbst Verkäufer des Hauses ist. Auch nicht über sein Büro, also zB. über seinen Kollegen. Eigengeschäfte sind provisionsfrei.

  4. Makler austricksen ist ein Volkssport geworden. Der BGH hat aber eindeutig geurteilt. Wenn der Makler den Nachweis, eine Postkarte reicht im schlimmsten Fall, geführt hat, besteht der Provisionsanspruch. Er hat den späteren Käufer auf den Standort, das Haus usw. aufmerksam gemacht. Das ändert sich auch nicht, wenn zB anfangs die Verhandlungen scheitern und dann später wieder neue Verhandlungen, zB auf geringerer Kaufpreisvorstellung eingeleitet werden. Es gibt ganz wenige Ausnahmen, aber diese zu erläutern spare ich mir, denn das würde hier zu weit führen.

  5. Zum Maklerberuf reicht, ich lästere mal, Hilfsschulausbildung. Anmeldung beim Gewerbeamt und dann die Zulassung nach § 34c Gewerbeordnung durch das Landratsamt. Das ist DAS große Problem bei diesem Beruf. Schon seit Jahrzehnten versuchen RDM (Ring Deutscher Makler) oder VDM (Verband Deutscher Makler) gewisse Mindeststandards zur Zulassung zum Beruf zu erreichen. Bislang hat sich keine Bundesregierung da rangetraut, was ich persönlich als Blödsinn bezeichnen will. Das erklärt auch die vielen schwarzen Schafe in dieser Branche.
    Aus diesem Grund empfehle ich die Zusammenarbeit mit Maklern, die ihr Handwerk verstehen, d.h. Mitglieder im RDM, VDM oder ähnl. Organisationen (ich bin übrigens nicht Mitglied; bei spielt das aber keine Rolle!). Auch Banken, Sparkassen haben Immobilienabteilungen mit meist (!) fachkundigem Personal.

Noch ein wichtiger Hinweis! Wenn ein Makler vorab „Bearbeitungsgebühren“ oder sonst was verlangt, auch wenn KEIN Kaufvertrag später zustande kommt, dann ist das m.E. Betrug! Ausnahmen mag es geben, doch zu diesen sollte man vor der Bezahlung mit der IHK abklären, ob sie berechtigt sind.

Ich hoffe einiges klar gestellt zu haben.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Brigitte,
Sowohl Hauspreis als auch Provision sind in keinster Weise fix!
Insbesondere beim Preis des Hauses ist es üblich,daß der Makler sich überlegt,was das Haus wert ist und dann eine gute Summe(meiner Erfahrung nach meist etwa 10%) draufschlägt,um Verhandlungsraum zu haben.Mir sagte die Maklerin,die mein Haus verkaufte,„die Leute wollen ein Erfolgserlebnis haben,das muss man so machen“,und auch andere Makler,die sich das Haus ansahen machten daws so.
Daraus schlau geworden wandte ich diese Regel gleich beim Kauf meines neuen Hauses an und handelte ohne Probleme um 1o% runter.
Habe im Rahmen dieser beiden Aktionen viel über Makler gelernt und kann Dir nur raten,den schönen Worten nicht ausschließlich zu trauen,sie sind eben VERKÄUFER und auf jeden Fall Dir Hilfe zu suchen,oder Dir was Neues zu bauen…
Mir hat das Vergleichen vieler vieler Angebote sehr geholfen.
Die Maklercourtage solltest Du in jedem Falle verhandeln,und keinesfalls über 3 % zahlen,mehr ist meiner Meinung nach unverschämt,rechne Dir mal aus wieviel oder wie wenig er tut,und welche Summe das dann ist…
Und zeig nie,daß Du ein Objekt unbedingt willst,bleib immer cool,Hauskauf ist Pokern auf höchster Ebene!
Viel Erfolg bei Deinem Projekt wünscht Dir Mina,die das ganze gerade hinter sich hat

Vielen Dank für Eure Antworten ! (o.T.)
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Hallo Brigitte,
Sowohl Hauspreis als auch Provision sind in keinster Weise
fix!
Insbesondere beim Preis des Hauses ist es üblich,daß der
Makler sich überlegt,was das Haus wert ist und dann eine gute
Summe(meiner Erfahrung nach meist etwa 10%) draufschlägt,um
Verhandlungsraum zu haben.

Teileinspruch! Ein korrekter Makler, auch solche soll es geben (für alle, die diesen Hinweis lesen - es ist die überwiegende Mehrheit!), gilt, daß sie eher dem Eigentümer vorher darauf hinweisen, daß seine Preisvorstellung jenseits von Gut und Böse ist. Überregional tätige Makler kennen oft den „Markt“ besser als ein Hausbesitzer, der mit Gewalt reich werden will. Nun gut, ich bin im Gewerbebereich tätig und rede fast täglich den Leuten gut zu, sie sollen mit der Miete, Kaufpreisforderung herunter, weil zB sonst der Laden nicht vermietet werden kann, weil zu teuer! Genauso ist es auch im Wohnungsmarkt.

Natürlich gibt es Unterschiede zwischen Angebotspreis und tatsächlichem Preis. Das gehört einfach dazu, daß man handelt.

Mir sagte die Maklerin,die mein Haus

verkaufte,„die Leute wollen ein Erfolgserlebnis haben,das muss
man so machen“,und auch andere Makler,die sich das Haus
ansahen machten daws so.
Daraus schlau geworden wandte ich diese Regel gleich beim Kauf
meines neuen Hauses an und handelte ohne Probleme um 1o%
runter.

Darf ich Dich darauf hinweisen, daß ich privat niemals bei 10% Abschlag gelandet bin? Mehr oder weniger? Rate mal! Deine Empfehlung kann Geld kosten!

Habe im Rahmen dieser beiden Aktionen viel über Makler gelernt
und kann Dir nur raten,den schönen Worten nicht ausschließlich
zu trauen,sie sind eben VERKÄUFER und auf jeden Fall Dir Hilfe
zu suchen,oder Dir was Neues zu bauen…
Mir hat das Vergleichen vieler vieler Angebote sehr geholfen.
Die Maklercourtage solltest Du in jedem Falle verhandeln,und
keinesfalls über 3 % zahlen,mehr ist meiner Meinung nach
unverschämt,rechne Dir mal aus wieviel oder wie wenig er
tut,und welche Summe das dann ist…

Das ist kein Argument für mich! Was weißt Du schon über den Beruf, daß Du so etwas beurteilen kannst? Glaubst Du etwa, daß jedes Objekt auch immer verkauft wird?

Und zeig nie,daß Du ein Objekt unbedingt willst,bleib immer
cool,Hauskauf ist Pokern auf höchster Ebene!
Viel Erfolg bei Deinem Projekt wünscht Dir Mina,die das ganze
gerade hinter sich hat

Hi Brigitte,

da ich selbst Makler bin kann ich Dir nur sagen, dass die „Erstpreise“ immer noch jede Menge Verhandlungsspielraum lassen, da sie i.d.R. so angesetzt werden, dass eben noch genügend Spielraum vorhanden ist und der Verkäufer letztendlich halbwegs seine Preisvorstellung erreicht.

Übrigens: Auch Maklerprovisionen sind oft noch verhandelbar, gerade bei schwierigen Objekten,die schon längere Zeut zum Verkauf anstehen.

MfG

Reinhard

Noch 1 Frage bzgl. Verhandlungen
Eins ist mir jetzt noch nicht ganz klar:
die Verhandlungen über den Hauspreis mach ich mit dem Verkäufer, oder? Der Makler ist nur der Kontaktvermittler. Mit dem brauch ich in der Richtung nichts zu bereden - außer evtl. Verhandlungen über Provisionshöhe. Ist das richtig so?
Gruss, Brigitte

die Verhandlungen über den Hauspreis mach ich mit dem
Verkäufer, oder?

Ja, wobei es dir passieren kann, daß der Makler so ohne weiteres den Namen des Verkäufer nicht preis gibt. „Ich bin bevollmächtigt und erledige für die Familie alle Angelegenheiten“ ist da ein beliebter Spruch. Das mag manchmal auch der Wahrheit entsprechen, ist aber im ersten Durchgang auch nicht wichtig. Wenn Du eine eigene klare Vorstellung vom Kaufpreis hast, teilst Du diese dem Makler mit. Meistens hat er befristet das alleinige Recht, die Immobilie zu vermakeln. Es kann also passieren, daß auch der Makler nicht den erstbesten Kaufinteressenten nehmen will, weil dessen Preisvorstellung zu niedrig ist. Aber die Zeit spielt da für Dich. Gib dem Makler Deine Visitenkarte, damit er keine Angst mehr haben muß, ausgebootet zu werden (er kann glaubhaft machen, mit Dir gesprochen zu haben). Wenn die Interessenten nicht gerade Schlange stehen, wird der Mann ein paar Wochen später deutlich zugänglicher für Deine Vorstellungen und dann auch nichts mehr gegen den Direktkontakt mit dem Verkäufer einzuwenden haben.

Mit etwas Geduld und nicht zu viel Gier nach der Immobilie (es gibt keine einmaligen Angebote!) erzielst Du bei dieser Pokerei den höchsten Stundenlohn Deines Lebens! Dabei darfst Du aber auch nicht an der falschen Stelle geizig werden. Wenn sich der Makler für Dich beim Verkäufer den Mund fusselig redet, damit er dem niedrigeren Preis zustimmt, bist Du nicht gut beraten, den Makler vorher zu demotivieren.

Gruß
Wolfgang

Danke, deine Antworten sind immer sehr ausführlich + vor allem hilfreich. Gibt mir schon ein genaueres Bild, wie ich die Dinge angehen sollte.
cu, Brigitte