Meine Freundin hat sich beim Makler „nur“ ein Expose für ein Haus zu mailen lassen, sich aber nicht beim Makler gemeldet, da ihr das Haus zu teuer war! Ein paar Monate später wird das gleiche Haus für viel weniger Geld in der Zeitung angeboten, nachdem der Vertrag zwischen Makler und Verkäufer abgelaufen ist. Wenn meine Freundin das Haus jetzt kaufen möchte, muß sie trotzdem noch Provision an den Makler zahlen, obwohl der Vertrag zwischen Makler und Verkäufer nicht mehr besteht?
Guten Tag,
diese Konstellation kommt in der Praxis häufig vor.
Der Makler hat das Objekt seinerzeit wohl nachweislich per eMail angeboten, auch wenn er nur (warum eigentlich in Anführungszeichen??) ein Expose mit der Objektanschrift zugemailt hat. So ist heutzutage die tägliche Praxis (auch in unserem Immobilienbüro).
Um seinen Provisionsanspruch zu rechtfertigen muss der Makler URSÄCHLICH zum Kauf beigetragen haben! Was ist ursächlich? Was ist viel weniger Geld? Das ist alles relativ! Darüber streiten wir so oft die verschiedenen Gerichte und es gibt hier verschiedenste Urteile.
Ich würde hier einen Rechtsanwalt um Beratungshilfe bitten.
DIE OBIGEN AUSFÜHRUNGEN GEBEN MEINE PRIVATE MEINUNG WIEDER UND SIND OHNE HAFTUNG UND GEWÄHR!! KEINE RECHTSBERATUNG!!
Hallo,
eine eindeutige Antwort ist hier nicht ganz einfach.
Zwei Punkte müssen beleuchtet werden:
1.) ist überhaupt ein Maklervertrag zwischen Ihrer Freundin und dem Makler zustande gekommen? Vermutlich nein, denn die alleinige Übersendung reicht nicht für die Begründung eines Vertrages.
2.) Wie groß ist die Preisdifferenz? Wenn ein größerer prozentualer Unterschied vorhanden ist, ist es ein neues Angebot und hat mit dem alten nicht mehr zu tun. Die Definition, was „groß genug“ ist, betrachten die verschiedenen Gerichte unterschiedlich. Es gibt keine einheitliche gesetzliche Basis, nur Einzelfallentscheidungen. Dabei ist auch der zeitliche Rahmen entscheidend.
Fazit: Vermutlich keine Courtagepflicht, aber keine Garantie…
Viele Grüße
Ulf Zwilling
Zwilling Immobilien