Wir haben im Mai 2007 einen qualifizierten Makleralleinauftrag mit einem Makler abgeschlossen, um unser 2 Familienhaus zu verkaufen.
Der Vertrag hat eine Laufzeit von 4 Monaten und endet am 16.09.2007.
Der vertrag wurde bereits von uns fristgerecht gekündigt.
Soweit so gut, nun aber zu den Problemen:
Der Makler wurde auf unser Haus aufmerksam, weil wir es privat im Internet/Zeitung anboten.
Bei unserem ersten Treffen machte der Makler einen sehr positiven Eindruck und konnte uns überzeugen einen Vertrag mit ihm abzuschließen, zumal er angab schon einen potienzellen Käufer zu haben und er kein Problem darin sieht dass Haus binnen 4-6 Monaten zu verkaufen.
Allerdings kamen uns seine Provisionsansprüche im Vertrag etwas hoch vor; Er wollte eine Erfolgs,-sowie Staffelprovision. Die Staffelprovision wurde dann aber von ihm im Vertrag gestrichen.
Er gab an eine Provisionsteilung vorzunehmen, damit man besser verhandeln könnte. Somit erklärten wir uns einverstanden 3% vom Verkaufspreis zzg. Mwst selbst zu tragen. Das er allerdings auch 5,95 % zzgl.Mwst vom Käufer haben wollte erfuhren wir erst später.
Am Tag des Vertragsabschlusses sowie die Tage danach zeigte sich der Makler sehr angagiert und erfolgsorientiert. Eine Menge Fotos wurden gemacht und das Haus innerhalb von 2 Tagen in verschiedenen Internetportalen angeboten, alles sehr gut und professionell. Sogar ein Verkaufsschild wurde aufgestellt. Einige Tage nach Vertragsabschluß kamen dann auch die versprochenen Interessenten, die wie sich im nachhienein herausstellte natürlich nie welche waren, da sie sich das Haus gar nicht leisten konnten!
Es vergingen einige Wochen und es tat sich nichts. Der Makler gab an das einige Anfragen da waren, aber keine wirklichen Interessenten.
So verstrichen die Wochen und wir kündigten den Vertrag fristgerecht ca. 5 Wochen vor Ablauf.
Direkt nach der Bestätigung der Kündigung gab der Makler an 2 weitere Besichtigungen vorzunehmen. Eine von den beiden Interessenten schienen von unserem Haus sehr begeistert zu sein. Auch der Preis von 219.000€ schien kein Problem darzustellen.
In der Woche darauf hatten die vermeintlichen Interessenten sogar schon einen Termin bei der Bank, zwecks Finanzierung. Danach erfolgte eine zweite Besichtigung mit den Eltern der Interessenten. Auch hier schien alles perfekt.
Unser Makler vereinbarte dann einen Termin mit den Interssenten um alles weitere zu besprechen. Uns wollte er dann telefonisch über den Ausgang informieren.
Aber nicht der Makler rief später bei uns an, sondern die Interessenten um abzusagen, mit der Begründung, es wäre ihnen doch wohl alles zu teuer.
Wir waren sehr verwundert, und wollten wissen wo denn Ihre Preisgrenze läge.
Mit den Informationen rief ich den Makler an und gab an bis auf eine bestimmte Summe den Preis zu reduzieren soweit er auch bereit wäre von seiner Provision herunter zugehen. Er stimmte zu und versuchte erneut ein Verkaufsgespräch zu führen.
Der Makler meldete sich wiederum nicht, sodass wir die Interessenten anriefen um nachzufragen.
Sie gaben an das Haus nicht zu dem Preis kaufen zu wollen.
Ab dem Zeitpunkt fing nun der Ärger mit dem Makler richtig an!
Da ich ihn telefonisch nicht erreichte und er uns über die Absage nicht informierte schrieb ich ihm eine Email, warum er sich nicht gemeldet habe und er uns doch bitte eine Interessentenliste zukommen lassen würde da der Vertrag bald ausläuft.
Er schrieb zurück, dass er sich ab dem heutigen Tage für eine Woche im Urlaub befände und er bedauert das es nicht zu einem Vertragsabschluß gekommen sei.
Eine Liste der Interessenten würde er nachreichen da er im Moment keine Zeit hätte ( Notartermine pp…)
Auf die Frage wo denn die bei Vertragsabschluß versprochenen 6-8 Interessenten wären, anwtwortete er nur, das dass alles nur "Erfahrungswerte wären und nicht mehr ( ganz anders bei Vertagsabschluß, dort sprach er noch völlig anders ).
Desweiteren würde er unsere Immobilie in den nächsten Immobilienanzeiger setzen und den Kaufpreis des Hauses reduzieren damit sich evtl. noch Käufer finden.
Ab diesem Zeitpunkt war der positive Eindruck vom Makler wie " vom Winde verweht".
Ich schrieb ihm zurück, daß er dieses sofort rückgängig machen sollte, zumal er dieses völlig eigenständig entschieden hatte.
Der nächste Erscheinungstermin des Immobilienanzeigers war Ende September, da hätte er gar keinen Vertag mehr mit uns.
Den Preis hat er unter dem im Vertrag vereinbarten Mindestpreis reduziert und das ohne Rücksprache.
Eine Interessentenliste würde er am Ende des Vertrages zusenden das wäre so üblich…
Nach einem Telefonat änderte er dann den Kaufpreis und gab an, dass er davon ausgegangen ist, dass der reduzierte Preis für alle Interessenten galt und nicht nur für die o.a…
Desweiteren bot er an weiterhin auch nach Vertragsende unser Haus im Internet anzubieten. Dieses untersagte ich ihm.
Den ganzen Emailverkehr hier niederzuschreiben wäre zu aufwendig, deswegen versuche ich es relativ kurz zu halten.
Wir schrieben dem Makler dann eine letzte Email, wo wir unsere Entäuschung zum Ausdruck brachten. Denn alles was er beim Verkaufsgespräch so positiv darstellte, so negativ stellte er es dann in seinen Emails wieder da.
So bekamen wir dann letzte Woche ein letztes Schreiben mit Interessentenliste vom Makler, wo er uns nochmal explizit darauf aufmerksam machte, dass alle Kunden die dort aufgeführt seien, verpflichtet sind auch nach Vertragsende bei Kauf unserer Immobilie eine Provision an ihn in Höhe von 5,95 % zu zahlen haben.
Das hatte uns nicht sehr verwundert zumal wir die Kundenschutzbestimmung seiner AGBs kannten.
Was uns allerdings wunderte war, dass er uns beim letzten Gespräch vor einer Woche sagte, das es sich so um ca. 60-70 Interessenten handelt, die er per Email aus seiner Kundendatei angeschrieben hätte.
Die Liste die wir von ihm bekamen enthielt allerdings mehr als 200 Namen!
Da es uns komisch vorkam entschied ich mich einiger dieser angeblich Interessenten zu kontaktieren.
Nach ca. 5 Gesprächen mit den „angeblichen Interessenten“ brach ich die Aktion dann ab, da wir feststellen mussten, dass dort Namen auftauchten, die schon seit über 2 Jahren bereits eine neue Immobilie hatten bzw. so ein Objekt wie unseres gar nicht in Frage kam!
Ich schrieb dem Makler daraufhin an und bat ihn mir eine " echte Interessentenliste" zuzusenden und wies ihn daraufhin, dass er doch auf seiner Homepage mit einer „aktuell suchen Kundendatei“ wirbt.
2 Tage später, also am 11.09.2007 ( 5 Tage vor Vertragsende ) schrieb mir dann der Makler eine Email wo er den Vertrag fristlos kündigt, mit der Begründung, das wir offensichtlich nicht mit seiner Arbeit zufrieden wären.
Ich habe diesen Text hier verfasst, weil ich denke dass man die Leute die ihre Immobilie verkaufen wollen, vor solchen Maklern schützen sollte.
Es geht mir hier auch nicht um Schadensersatzansprüche, zumal ich denke dass diese auch nicht zu vertreten sind.
Aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, das der Makler hier vernünftig gearbeitet hat.
Meiner Meinung nach hat er klare Vertragsverstösse begangen.
Da das Maklerrecht sehr verworren und oftmals Auslegunssache ist habe ich leider auch nichts im Internet gefunden was mir weiterhilft.
Ich hoffe, das mir hier jemand vielleicht etwas bei helfen kann.
1.) Hat der Makler einen Vertragsverstoss begangen?
2.) Der Vertrag wurde ja bereits von uns fristgerecht gekündigt und jetzt von ihm fristlos. Was hat das für Folgen oder soll ich ihm gleichzeitig auch fristlos kündigen?
3.) Wenn der Makler vertragswidrig gehandelt hat bzw. sich unrichtig verhalten hat, wie kann man sich vor solchen Maklern schützen?
Ich habe versucht hier nur das Wesentliche zu verfassen und hoffe darauf das sie mir einige Antworten geben können…
Gruß polijogg