Makrozirkulation bei Verteilungsschock ?

Hallo Leute,

kommt es bei einem distributiven Verteilungsschock durch die Gefäßrweistellung auch zu einer Makrozirkulation (also periphere Perfusion findet kaum statt)?
Wenn ja, wie kann das sein? Denn mein Gedankengang ist folgend: Durch die Gefäßweitstellung kann ja das Blut nicht der Makrozirkulation zur Verfügung gestellt werden, bzw die Blutgefäße können durch die Weitstellung nicht eng werden um dann das Blut in den zentralen Blutkreislauf zu pumpen.

Kann mir das wer erklären (Bitte nur jemand, der wirklich genau Bescheid weiß)?

LG

Zuersteinmal scheinst Du irgendwie was zu verwechseln, die Makrozirkulation bezeichnet den Blutfluss im gesamten Körper, speziell Herz und größere Gefäße, das Gegenstück Mikrozirkulation bezeichnet den Blutfluss und Sauerstoffaustausch in den kleinsten Gefäßen(Arteriolen Kapillaren Venolen). Die Makrozirkulation ist immer da, alles andere nennt man Kreislaufstillstand.

Bei einem Verteilungsschock sind Makrozirkulation und Mikrozikulation in der Folge kurzzeitig oder längerfristig gestört. Dabei gibt es hauptsächlich folgende Erkrankungen:

Synkope(durch Hitze/orthostatisch): Es kommt v.a. bei langem stehen und langer Wärme/Hitze(reflektorische Weitung der Gefäße) oder plötzlicher Lageveränderung von liegend/sitzend zu stehend zu einem Versacken des Blutes in die Tiefen Venösen gefäße mit minderdurchblutung des Gehirns. Dieser Zustand ist nur begrenzt Schock zu nennen da er meist schnell wieder kompensiert ist durch erhörung des HZV.

Neurogener Schock: Hier ist meist durch einen Querschnitt des ZNS die Ennervation der tiefer liegenden Gefäße und v.a. auch die des sympathischen nervensystems gestört, hier kommt es zu einem versacken des Blutvolumens sowie einem Ausbleiben einer kompensationstachykardie. Diese Patienten haben also meist zu ihrem Schock eine langsame Herzfrequenz!

Septischer Schock: Durch endotoxine die durch Bakterien gebildet werden oder im rahmen eines SIRS werden massiv gefäßweitende Mediatoren freigesetzt die eine Weitung der Gefäße bewirken die auch mit Katecholaminen schwer in den Griff zu bekommen ist, dieses Krankheitsbild ist vor allem nach schweren/großen Traumata auf Intensivstationen anzutreffen, die STerblichkeit ist noch immer sehr hoch, da wie gesagt schwer zu behandeln.

Im allgemeinen kann man sagen, dass der „Verteilungsschock“ vor allem durch eine Störung der normalen (venösen) Kompensationsmechanismen zustande kommt.

Hallo,

ich weiß zwar nicht wie du auf diese Frage kommst, aber ich versuche mal eine Antwort.

Der distributive Verteilungsschock (Blut versackt durch Dilatation der peripheren Blutgefäße) ist ja ein hypovolämischer Schock.
Hat der Organismus nun nicht genügend Blut zu Verfügung (ist ja versackt) fällt der
Blutdruck und der Puls steigt. Durch den fehlenden Blutdruck kommt es aber, gleichzeitig zur Dilatation der „nicht kapillaren Peripherie“, zu einer Minderdurchblutung der Kapillargefäße. Dadurch ist der Patient dann blass und kaltschweißig - ähnlich einer Hitzeerschöpfung bzw. Hitzekollaps.

Hoffe ich habe deine Frage richtig verstanden und konnte helfen?!?

Gruß, Jan

Huhu,

erstmal ein Dankeschön für die Mühe.
Also ein distributiver Schock ist ein Schock, bei dem zwar ausreichend Blut im Körper ist aber nicht mehr richtig verteilt werden kann. Der hypovolämische Schock ist ein Schock, bei dem das Blotvolumen absolut nicht mehr vorhanden ist (z.B. hämorrhagischer Schock)

Die Frage direkt hast du damit nicht beantwortet, aber mir dennoch geholfen.

LG

Huhu,

also erstmal ein Dankeschön für deine Mühe. Habe da etwas nicht verwechselt, mich einfach falsch ausgedrückt. Im Lehrbuch steht: „Durch die Zentralisation des Kreislaufs werden nur noch die lebenswichtigen Organe, wie Gehirn, Herz und Lunge, versorgt (Makrozirkulation).“

Also wenn man sagt, dass sich auch bei einem distributiven Schock der Blutkreislauf nicht zentralisiert, dann ist das richtig., richtig?
Bei einem hypovolämischen Schock aber kommt es zu einem zentralisierten Blutkreislauf, das ist ebenfalls so richtig, stimmt es?

Ich danke dir/ihnen vielmals für die Mühen, war sehr hilfreich. Und ich muss wohl wirklich drauf achten, dass ich mich ganz konkret ausdrücke :smile:

LG

Seltsam dass das Buch das so nutzt, aber man kann schon sagen, dass der Kreislauf nicht zentralisiert da er es einfach nicht kann, die Zentralisationsmechanismen(bzw regulationsmechanismen) sind gestört.

Hallo,

ich wußte nix über deine medizinische Vorbildung…, aber den distributiven Schock würde ich durchaus als eine Form des hypovolämischen Schocks bezeichnen.
Denn dem Körper steht ja „zuwenig“ (wenn auch nur falsch verteilt) Blut zur Verfügung - daher ja auch die Schocksymptomatik.

Aber freut mich wenn ich halbwegs helfen konnte :wink:

Gruß, Jan