Hallo Kirsten!
Mich würde mal interessieren, wie Ihr so die Chancen einer
Existenzgründung basierend auf ebay-Geschäften einschätzt?
Ich stimme allen Vorrednern zu.
Ich selbst würde eBay als „Addon-Business“ bezeichnen; denn wenn man wirklich normal Geld damit verdienen will, muss man
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so immens viel umsetzen, dass man einen 10- bis 14-Stunden-Job hat (und das ggf. durch die 7/24-Verfügbarkeit auch noch sonntags)
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oder hochpreisige Sachen verkaufen, die einen Brutto-Gewinn von vielleicht 50-60% abwerfen
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und/oder die ganze Familie mit einspannen
Ich bin zur Zeit arbeitslos und verdiene mir nebenbei ein
bisschen Geld mit Schaufensterdekos. Letztens habe ich…
Gut so!
Unter Umständen wirst Du vom Arbeitsamt gerne i.S. „Ich-AG“ auch als eBayer gefördert. Allerdings: das Risiko, nach einem halben Jahr aber ärmer dazustehen, wird man Dir aber weder nehmen… eher, dass man Dich ermuntert „mit dem Kopf voran in die Selbständigkeit zu springen“. Also Vorsicht! (Die Ämter finanzieren u.a. auch die Beratung von Existenzgründern durch externe Agenturen, siehe z.B. http://www.exina.de - das Know-How, das man dort vermittelt bekommt: voll ausschöpfen!)
…Klappt ganz gut!
Bis dahin kannst Du das nebenher betreiben und Deine Erfahrungen auf eBay sammeln (ggf. als Neben-/Kleingewerbe oder privat, so das vom Fiskus her unbedenklich ist - das kann ich aber nicht sagen).
Außerdem habe ich es mal ausprobiert, im Auftrag anderer Leute
deren Sachen zu verkaufen, die sie gern loswerden wollen, gegen
Provision. Klappt auch ganz gut!
So Du für andere keinen Kleckerkram oder Ladenhüter verkaufen sollst, geht das wohl. Ich meine, man sollte aber immer eine Mindestgebühr - auch von Freunden - verlangen; sonst wird das eine undankbare Sache (eigene Erfahrung). Orientierung: 2facher Einstellpreis inkl. Galeriebild, auch bei Nicht-Verkauf!
Skeptisch macht mich allerdings mein Eindruck, dass alle
möglichen Leute auf eBay stürmen und dort Ihr Glück suchen.
Leute aus dem Bekanntenkreis, die nicht mal einen Computer
haben, haben plötzlich ganz tolle Pläne, was man alles machen
kann.
Die gucken zu viel TV. *g*
Es scheinen immer mehr
davon angesteckt zu werden! Lohnt es sich also, meine Existenz
auf solche Geschäfte aufzubauen oder wird eBay so von
Existenzgründern überschwemmt, daß sozuagen nicht mehr viel
vom Kuchen überbleibt?
Ja und nein.
Du wirst einfach „Profi“ auf Deinen Fachgebieten (Produkten) sein müssen. Als einziges Standbein ist eBay zu wenig, weil zu risikobeladen:
(A) Wenn ein Mail-Wurm wieder mal grassiert bis zum Abwinken, kommen die Leut’ nicht mehr ins Internet, also können sie auch nicht bieten.
(B) eBay gibt den Zyklen immer eigene Dynamiken mit auf den Weg: Rund-Mail an alle „Heute Galeriebild für 5 Cent, morgen ganz kostenlos…“ und schon gibt’s wieder eine riesige Schwemme von Waren auf eBay und die Preise verfallen oder Bieter bleiben ganz weg. Nur eBay kassiert beim Wiedereinstellen ein zweites Mal.
© …und anderes (z.B. die Höhe der Einstellgebühren bei niedrigpreisigen Artikeln)
Um erfolgreich zu sein, muss man, glaube ich, permanent mindestens 50 Artikel einstehen haben; und es werden IMHO doch nicht alle verkauft, es sei denn die Ware ist so heiss begehrt wie der MediaMarkt mit Dumping-Angeboten in Polen.
So, das war mal meine Meinung.
HTH
CU DannyFox64
PS: Schau Dich mal nach Einstell-/Mail-/Verwaltungs-Tools für eBay um, wie z.B. Auktionsbuddy. - Die eBay-eigenen Sachen „TurboLister“ und „Verkaufsmanager/Pro“ haben keinen Taug.