Mal eine Frage an die Katholiken

Moin moin.

  1. Wievielen ist klar, dass es die Inquisition immernoch gibt?
    [Neuer Name: Glaubenskongregation]

Wohl den wenigsten.(wusste ich auch nich…)

  1. Wer weiss, was die ursprüngliche und heute noch gültige
    Aufgabe war?
    (Ehrlich: da haben sich ja schon nicht ein paar pathologische
    Schwarzkittel, lies: Dominikaner, zusammengetan um ihre
    Rachsucht zu befriedigen…)

Die wahrung des Glaubens, soweit ich weiss.
Aber auch das ist, nach heutigen Maßstäben zumindest, schon zuviel, finde ich.

  1. Wer kennt die Verurteilungspraxis bevor Folter und Feuer
    Einzug hielten?

War es damals nicht ein normaler Process, dem die exkummunizirung folgte? Mein Fachwissen auf dem gebiet ist nicht soo umfangreich.

Sieht aus wie drei Fragen, zielen aber alle auf dasselbe ab:
der Begriff Inquisition ist ein Diskussionskiller. Die
Hammerkeule, die man jedem Katholiken dann um die Ohren wirft,
wenn einem die Argumente ausgehen (Goms: ich mein nicht Dich
persönlich als Atheist, Agnostiker oder was auch immer… ist
nur eine Feststellung).

Da hast du wahrscheinlich recht. Allerdings denke ich das ich solche Diskussionen nicht führe um recht zu haben, sondern um etwas dahrzulegen. Und das nach sokratischem Vorbild.

Natürlich: ich weiss, was mir jetzt entgegnet wird =>
aufgrund der masslosen Verfehlung hat sich eine ‚Würdigung‘
der gesamten Geschichte dieser Kommission verwirkt und ist für
eine Qualifikation nicht mehr zwingend.

Das mag richtig sein. Ohne einen Vergleich anzustreben: Der Bau der Autobahnen in Deutschland war auch was positives, aber die Umstände sind eben einfach Falsch.

Aber deine Aussage hat schon was. Man muss alle Fakten berücksichtigen, und erstmal „gefühlslos“ an die Sache herrangehen.

MfG. Goms

Ich frag mal die Philosophen…
mal sehen was die sagen.

Hallo,

  1. Wer weiss, was die ursprüngliche und heute noch gültige
    Aufgabe war?
    (Ehrlich: da haben sich ja schon nicht ein paar pathologische
    Schwarzkittel, lies: Dominikaner, zusammengetan um ihre
    Rachsucht zu befriedigen…)

Die wahrung des Glaubens, soweit ich weiss.
Aber auch das ist, nach heutigen Maßstäben zumindest, schon
zuviel, finde ich.

Das kam erst ein Schritt später. Primär gings mal um die klare Definition der Lehrmeinung. Also um die Frage: „Was beinhaltet der katholische (=allgemeine) Glauben eigentlich?“, „Was widerspricht dem?“ etc.

  1. Wer kennt die Verurteilungspraxis bevor Folter und Feuer
    Einzug hielten?

War es damals nicht ein normaler Process, dem die
exkummunizirung folgte? Mein Fachwissen auf dem gebiet ist
nicht soo umfangreich.

Nein, gar nicht. Ich bring mal kurz ein Beispiel aus meiner Diss, weils dann etwas einfacher wird.
Allgemeine Meinung in einem Phil.Gs.Lex. ist: 1277 werden in Paris XYZ [Namen] von der Uni und der Inquisition (hiess allerdings anders) verurteilt.
Tatsache ist: es wurden Lehrmeinungen verurteilt. (In der Form von: ‚es ist falsch anzunehmen, dass Engel fliegen können‘ etc)
Keine namentlichen Verurteilungen und auch keine Bücherverbrennungen. Es wurde einfach verboten dies so zu lehren. Das dies natürlich schon bestimmte Zirkel betroffen hat, die man auch bezeichnen kann ist schon klar. Allerdings bezog sich eine solche Verurteilung aber auch nur auf die Lehre. In den kleinen nicht-öffentlichen Sitzungen wurden sie trotzdem weitergelehrt und das war auch bekannt und kein Problem. Nur als Vertreter der Uni/Ordens etc. konnte man das einfach nicht mehr lehren.
Exkommunikation war viel weniger verbeitet, als man annimmt.
Wie gesagt, die moderne Vorstellung von der Inquisition stammt vor allem von den Vorgängen aus dem 15.-16. Jahrhundert. Dabei handelt es sich aber um Verfehlungen. Nicht mehr und nicht weniger.

Sieht aus wie drei Fragen, zielen aber alle auf dasselbe ab:
der Begriff Inquisition ist ein Diskussionskiller. Die
Hammerkeule, die man jedem Katholiken dann um die Ohren wirft,
wenn einem die Argumente ausgehen (Goms: ich mein nicht Dich
persönlich als Atheist, Agnostiker oder was auch immer… ist
nur eine Feststellung).

Da hast du wahrscheinlich recht. Allerdings denke ich das ich
solche Diskussionen nicht führe um recht zu haben, sondern um
etwas dahrzulegen. Und das nach sokratischem Vorbild.

Nein, ich meinte auch wirklich nicht Dich. Aber wenn Du einen Katholiken platt machen willst, dann brauchst Du nur zwei Karten: Kreuzzüge und Inquisition. Dann ist sofort Ruhe im Kinderzimmer.

Aber deine Aussage hat schon was. Man muss alle Fakten
berücksichtigen, und erstmal „gefühlslos“ an die Sache
herrangehen.

Das war alles worauf ich hinweisen wollte.

Liebe Grüsse
Y.-

Hallo Goms,

Ein Gläubiger Mensch nimmt Gott als existent an, und somit
belügt er sich nicht. Ich als „ungläubiger“ aber gehe davon
aus das Gott nicht existiert und sehe diese Vergebung daher
als lüge.

Was ist da jetzt Lüge?
Der Gläubige belügt sich nicht. Er vertraut, dass Gott die Wahrheit sagt.

Der Ungläubige glaubt nicht an Gott und wird deshalb auch nicht auf die Idee kommen, dass Gott ihm vergibt. Damit belügt er sich auch nicht.

Das Wort Christ beinhaltet den Glauben an Gott.
Was Du lebst ist vermutlich Humanismus.

Ich sage mal einfach das bis auf den glauben nicht viel
Unterschied besteht.

Der Unterschied ist gravierend.
Du hast Deine eigene Richtlinie für Dein Leben. Die kannst Du nach Belieben verändern.
Der Gläubige hält sich an Gottes Richtlinien und die ändern sich nicht.

Du hast Recht.
Aber wie kann man mit dieser Unsicherheit leben wollen?

Hmm,- die Menschen die sich nicht sicher sind müssten es
schwer haben.

Genau das meinte ich.
Und um es sich leichter zu machen, flüchten sie sich in die Hoffnung, dass es keinen Gott gibt.

Um nicht an Gott zu glauben, müßte man doch sicher sein, dass
es ihn nicht gibt, denke ich *grübel*

Ein ziemlich dicker Brocken philosophischer
Begriffsdefinition. Und ein Versuch ihn anzuheben:
Wenn ich an Gott glaube, glaube ich dass es Gott gibt.
(soweit, sogut)
Wenn ich nicht an Gott glaube, glaube ich das es Gott nicht
gibt.
Also ist der nichtgläubige Mensch auch wieder gläubig,- in
einem ziemlich abstrakten zusammenhang.(klingt noch nicht
zufriedenstellend)

Das geht noch weiter :wink:
Manche behaupten, an nichts zu glauben, glauben aber an das Selbstbewußtsein, die Macht des Geldes oder „das Gute im Menschen“.

Irgendetwas glaubt jeder Mensch, glaube ich :wink:

Gruss Harald

Hallo Wolfgang,

Der Gott des AT wird nur von uns anders wahrgenommen, weil wir
die Bibel durch die Brille des Humanismus lesen.

würdest Du mir das bitte erklären?

ich will es versuchen.

Wenn ich mal die Geschichte von Kain und Abel nehme und dazu
im Gegensatz das Gleichnis vom verlorenen Sohn - also für mich
besteht da erst mal ein Unterschied. Klar, der verlorene Sohn
bereut sein Verhalten, Kain nicht.

Ja es gibt einen Unterschied.
Die Geschichte von Kain und Abel ist ein Bericht über eine Begebenheit. Kannst du hier einen Ansatz für einen rachsüchtigen Gott erkennen? Ganz im Gegenteil: Gott beschützt Kain und ermöglicht ihm die Gründung eines eigenen Volksstammes. Ein rachsüchtiger Gott hätte ihn auf der Stelle vernichtet.

Das Gleichnis vom verlorenen Sohn ist ein Vergleich und soll die Liebe des Vaters verdeutlichen. Und es ist ein Bild für den Vater im Himmel, also den Gott des AT (das NT gab es ja noch nicht, als Jesus dieses Gleichnis erzählte).

Genauso beim „praktizierten“ Recht: Im AT: Auge um Auge,
dagegen predigt Jesu im NT: Wenn Dir einer auf die linke
Wange…

Ich „lese“ daraus, dass sich das „Gottverständnis“ im NT
wesentlich verändert hat.

Hier ging es nicht um das „Gottverständnis“ sondern um die Auslegung eines Gesetzes. Das tun heute viele Rechtsanwälte.

Zum besseren Verständnis empfehle ich folgenden Artikel:
http://server.hagalil.com/hagalil/judentum/rabbiner/…

Gruss Harald

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Hi,

Danke für die Erklärung!

Wolfgang

Hallo

Moin.
Ich glaube, da hast du was falsch verstanden, beat.

Möglich

Kann Deine Frage zwar nicht beantworten, aber verstehe dein
Denken nicht. Wie kann man nicht an Gott glauben, weil es
Religionen gibt, die sich schlecht benahmen?

Ich glaube nicht nicht an Gott weil ich ein Problem mit sich
schlecht benehmenden Religionen habe.

Denke Du verknüfst Religion mit Glauben, was nicht richtig ist. Du kannst an gott glauben, ohne einer religion anzugehören. Ja viele Leute gehören sogar einer Religion an, ohne an einen Gott zu glauben.

Ich persönlich glaube nicht an Gott weil ich Religion als eine
Flucht vor der realität ansehe.

Siehe oben

Beat