Mal eine Frage an die Katholiken

Moin.
Ich hätte da mal eine Frage an die Katholischen Christen unter euch, aber erst mal zur Vorgeschichte:
Meine Freundin ist Katholisch und kommt aus Polen. Also, recht streng gläubig.
Daher ist sie auch in der Kirche und hat die Konfirmation, oder wie es auch heißen mag, hinter sich. Da ich sozusagen Atheist bin, blieb es auch irgendwann nicht aus das wir über Religion und vor allem die Kirche geredet bzw. diskutiert haben. Dabei erwähnte ich das ich die Katholische Kirche schon wegen ihrer Vergangenheit ablehne. Nachdem wir dann irgendwann auch zu Inquisition kamen, stellte ich fest das sie darüber so gut wie nichts wusste. Sie wusste zwar das es jene mal gab, jedoch nichts über ihre Taten oder was damals sonst noch so schief lief. Auch aus der Schule, einer katholischen, wusste sie darüber nichts.
So, jetzt meine Frage:
Bildet meine Freundin da eine Ausnahme oder ist es generell so, das weder die Kirche noch andere katholische Institutionen über die „dunkle“ Vergangenheit aufklären?
Das soll jetzt keine Kritik sein, nur eine Frage.

Ich bin zwar auch katholisch stehe aber vielem sehr kritisch gegenüber. Als Kind konnte man mir manche Bären noch aufbinden. In der heutigen Zeit sollte sich die Kirche mal was neues einfallen lassen um zu Schäfchen zu kommen. Mit den alten Zöpfen lockt man niemanden hinter dem Ofen vor.

Was die Vergangenheit angeht muss man sich halt selber informieren. Es gibt genügend gute Bücher. Selbstverständlich hängt die Kirche ihre Verfehlungen nicht an die grosse Glocke. Es gäbe massenhaft Austritte wenn der Vatikan mal seine geheimen Unterlagen zeigen würde. Warum darf da denn keiner reinschauen? Ratet mal.

Hab mich auch schon oft mit anderen Katholiken angelegt, stosse aber auf taube Ohren. Die Leute glauben einfach alles. Lassen sich noch immer von der Kirche kontrollieren und vorschreiben wie sie zu leben haben.
Ich glaube mittlerweile, dass es eine höhere Macht gibt über uns, aber in einer anderen Form als es die Kirche vermittelt. Brauche auch zum Beten nicht den sonntäglichen Gottesdienst weil da die meisten doch nur hingehen um das neue Kostüm zu zeigen. Ich habe auch erlebt dass die bigotten die schlimmsten im täglichen Umgang sind. Fast nicht zu ertragen.

So jetzt könnt ihr mich steinigen.

Hallo.

Das auch bei kirchlichen Lehren Theorie und Praxis weit auseinander klaffen können ist ja bekannt… Die Bösen, also diejenigen, die die jeweilige Lehre falsch interpretier(t)en, sind immer „die Anderen“. Warum sollte das bei den Katholiken anders sein ?
Ausserdem war die Inquisition ein weitaus grösserer Begriff als er versucht wird darzustellen. Hier was Hübsches dabei ? http://www.google.de/search?hl=de&q=Inquisition+%22K… & http://www.redaktionshandbuch.de/artikel/135_inquisi…
Aber wie das so ist: wenn man seine eigenen Ziele durchsetzt klebt man noch das Etikett „Gott“ darauf (wenn das mal nicht gegen eins der zehn Gebote verstösst…)und schon kann man die ‚richtigen‘ Schafe für seine Sache gewinnen. Bis sie vom ach-so-bösen Wolf gefressen werden

mfg M.L. (Anhänger der theoretischen Religionslehre)

Hallo Ulrike,

Deine Überlegungen/Einsichten zu diesem Thema decken sich mit den meinigen: die Leute glauben einfach alles, lassen sich gängeln und vorschreiben, wie sie zu leben haben. Warum tun sie das heutzutage?
Meine Überlegungen:

  1. weil insbesondere die katholische Kirche mit Sanktionen nach dem Tod - Fegefeuer, ewige Verdammnis - droht und ein Teil der Menschen lieber nichts riskieren will, es könnte ja sein, die Kirche hat doch recht.
  2. Gewohnheit, Gruppenzwang, Bequemlichkeit. Es „gehört“ sich als guter Katholik, in die Kirche zu gehen, zu beichten, Riten einzuhalten.
    Menschen, die in einer Gemeinschaft aufgewachsen sind, in der alle dies ebenso praktizieren, kommen selten auf die Idee zu hinterfragen und sich möglicherweise rechtfertigen zu müssen.

Ich finde dennoch, jeder soll für sich selbst entscheiden, was und woran er glaubt.

Grüße von einer, die sich von katholischen Kirche und ihren Vertretern u.a. wegen mangelnder Gerechtigkeit abgewandt hat: der weibliche Teil der Menschen hat nicht nicht den gleichen (Stellen-)Wert wie der männliche Teil. Frauen sind „schuld“ an der Erbsünde usw.

Mara

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Hallo Ulrike,
ich werfe nicht den ersten Stein. Ich treibe mich meist lesend in diesem Brett herum, weil ich versuche, andere Anschauungen ansatzweise zu verstehen. Beim Begriff „bigotten“ komme ich aber nicht weiter. Kannst Du mir da helfen?

Ulf

Hallo Goms,

historisch haben die Polen unter der katholischen Kirche wohl weniger
erlitten als zum Beispiel die Tschechen durch die Habsburger.
Der Katholik Lech Walensa führte eine Art Kreuzzug gegen den
Kommunismus, der ja schlußendlich erfolgreich war. Eine Erneuerung
durch den Ostblock-Paps - in Anlehnung an den Roman „In den Schuhen
des Fischers“ von M.L.West - kam natürlich nicht zustande. Dafür
steigt in Polen die Zahl der Teufelsaustreibungen unter Verantwortung
von Kardinal Ratzinger ständig an. Und Künstler werden vom Staat nach
Pornographie-Gesetzen bestraft.
Viele polnische Akademiker, die in Österreich leben, sind
praktizierende Katholiken.
Das Thema interessiert mich. Wer weiß mehr?

P.S.: Die Konfirmation entspricht, vereinfacht gesagt, der
katholischen Firmung.

Ich meine die scheinheiligen die immer mit Blick zum Himmel rumlaufen, andere Leute mies machen, sich im Umgang mit den Mitmenschen richtig schweinisch benehmen, Egoisten wie sie im Buch stehen, keine Meinung anderer gelten lassen und sich immer in den Vordergrund drängen und als besten Menschen hinstellen. WEnn die Glocken läuten in die Kirche rennen und so tun als wären sie schon heilig.
Kenne einige dieser Sorte - ätzend.

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Moin.
Kann Deine Frage zwar nicht beantworten, aber verstehe dein Denken nicht. Wie kann man nicht an Gott glauben, weil es Religionen gibt, die sich schlecht benahmen?

Das ist in etwa so, wie wenn man Fussball nicht mögen würde, nur weil ein paar Fussballspieler ganz schlechte Menschen sind. Oder anders gesagt, Glaube an Gott (dass es ihn gibt) heisst nicht, dass eine Institutuion (Kirche) auch gut ist.

Gruss
beat

Moin.
Ich glaube, da hast du was falsch verstanden, beat.

Kann Deine Frage zwar nicht beantworten, aber verstehe dein
Denken nicht. Wie kann man nicht an Gott glauben, weil es
Religionen gibt, die sich schlecht benahmen?

Ich glaube nicht nicht an Gott weil ich ein Problem mit sich schlecht benehmenden Religionen habe.
Ich habe auch kein Problem damit wenn andere Menschen an einen Gott glauben. Ich finde bloß das Verhalten der Katholischen Kirche nicht gut und lehne die Kirche, nicht den Glauben, ab.
Ich persönlich glaube nicht an Gott weil ich Religion als eine Flucht vor der realität ansehe.

Goms

Hallo Goms,

Ich finde bloß das Verhalten der Katholischen
Kirche nicht gut und lehne die Kirche, nicht den Glauben, ab.

soweit sind wir uns einig

Ich persönlich glaube nicht an Gott weil ich Religion als eine
Flucht vor der realität ansehe.

Aber warum sollte es eine Flucht vor der Realität sein?
Die Realität ist, dass ich „im Schweisse meines Angesichts mein Brot verdienen“ muss.
Oder von welcher Realität sprichst Du?

Ich denke, dass jene, die glauben, es gibt keinen Gott, vor der Realität des Todes flüchten. Was, wenn es dort doch einen Gott gibt?

Gruss Harald

Moin, Goms
Bildet meine Freundin da eine Ausnahme oder ist es generell
so, dass weder die Kirche noch andere katholische Institutionen
über die „dunkle“ Vergangenheit aufklären?

Ich bin kath. aufgewachsen in Berlin(9. bis 17. Lebensjahr, dann ausgetreten.)Von einer gewalttätigen Kirche wurde uns kein einziges Wort berichtet.
Wir hatten einen netten jungen Kaplan (Geistlicher, Anfänger-Priester), der einen Gott der Liebe verkündete. Das tat er so abgehoben, so heiligmäßig und clean, dass ich diese Liebe Gottes nicht spüren konnte. Wort und Gefühl gaben zweierlei Botschaft ab. Die Unsicherheit über das Wahrgenommene im Gegensatz zum Behaupteten steigerte sich dadurch, dass diese Kirche als die „allein seligmachende“ bezeichnet wurde. Wer in einen Widerstand ging, mußte mit dem Verlust seines Seelenheiles rechnen.

Die Glaubwürdigkeit eines Glaubens hängt wohl stark mit dem Auftreten seiner Vertreter zusammen. Angstbesetzte, berührungsfeindliche Menschen ohne Offenheit, ohne Refexionsvermögen können keine Liebe transportieren und sollten „Gott“ besser aus ihren Absichten herauslassen.

PS, in eigener Sache: Der Gott des Alten Testamentes ist ein anderer als der, von dem Jesus wirklich sprach. Das müßte doch aus der Lektüre der Bibel deutlich hervorgehen!
Gruß, Geris

Moin Harald.
Ich spreche von der Realität in der wir selber mit der Konsequenz unseres handelns leben müssen.
Wenn ich Flucht vor der Realität sage meine ich damit, das ein gläubiger Mensch sich in den Gedanken flüchten kann, das er betet und seine Schuld wird ihm von Gott als höchste Instanz vergeben.
Ich denke das es sich diese Menschen zu leicht machen.
Beten mag zwar dem Geist helfen sich besser zu fühlen, aber man belügt sich doch selber, oder?

Und das ich nicht glaube ist doch keine Flucht.
Auch wenn es Gott wirklich geben sollte und ich nach meinem Tod vor ihm stehe, warum sollte ich davor angst haben.
Ich lebe mein leben so wie ich es für richtig halte.
Ich bin freundlich und respektvoll anderen Menschen gegenüber, befolge meine Prinzipien und versuche stehts ein „guter Mensch“ zu sein. In sofern lebe ich als ein Christ, nur das ich eben nicht an Gott glaube.
Da sollten sich die vom Rosenfreak bezeichneten Menschen eher fürchten.

Dein Gedanke ist zwar interessant, musste auch erstmal darüber sinnieren, aber er ist, sofern ich ihn den richtig verstanden habe, ein Paradox.
Ein Mensch der nicht an Gott glaubt, weil er angst davor hat das es einen Gott gibt,- der glaubt doch, irgendwie. Oder eher gesagt er ist sich nicht sicher.
Jedoch mag es solche Menschen auch geben.

MfG Goms

Hi Rosenfreak.
Richig! Kenne auch welche von dem Schalg.
Nerven tut es mich auch, aber soo schlimm sind sie dann meistens doch nicht…

schöne Grüße, Goms

Hallo,

Die Glaubwürdigkeit eines Glaubens hängt wohl stark mit dem
Auftreten seiner Vertreter zusammen. Angstbesetzte,
berührungsfeindliche Menschen ohne Offenheit, ohne
Refexionsvermögen können keine Liebe transportieren und
sollten „Gott“ besser aus ihren Absichten herauslassen.

Lomisch, wenn ich mir die Welt so ansehe, denke ich, dass gerade angstbesetzte, berührungsfeindliche etc. Menschen perfekt den Willen Gottes transportieren.

PS, in eigener Sache: Der Gott des Alten Testamentes ist ein
anderer als der, von dem Jesus wirklich sprach. Das müßte doch
aus der Lektüre der Bibel deutlich hervorgehen!

Naja, in 4.00 Jahren dar man sich ja mal ein wenig ändern dürfen, oder nicht? Wenn ich so an mich denke, da hat sich selbst in den letzten 15 Jahren sehr viel getan… :smile:

Grüße,

Anwar

Hallo Geris,

PS, in eigener Sache: Der Gott des Alten Testamentes ist ein
anderer als der, von dem Jesus wirklich sprach. Das müßte doch
aus der Lektüre der Bibel deutlich hervorgehen!

dem möchte ich, bei genauer Kenntnis der Bibel, deutlich widersprechen.

Der Gott des AT wird nur von uns anders wahrgenommen, weil wir die Bibel durch die Brille des Humanismus lesen.

Gruss Harald

Moin Goms.

Wenn ich Flucht vor der Realität sage meine ich damit, das ein
gläubiger Mensch sich in den Gedanken flüchten kann, das er
betet und seine Schuld wird ihm von Gott als höchste Instanz
vergeben.

Was könnte daran verkehrt sein?
Viele Menschen quälen sich mit Selbstvorwürfen, weil sie irgendeinmal etwas falsch gemacht haben. Warum nicht diese „Schuld“ bei Gott ablegen und befreit weiterleben?

Ich denke das es sich diese Menschen zu leicht machen.

Ich finde es gar nicht leicht.
Die Vergebung ist ja an Reue und Buße gebunden.
Ich muss also den „Schaden“ wieder gut machen bzw. mich entschuldigen.
Das kann oft ganz schön hart sein (und oft auch peinlich).

Beten mag zwar dem Geist helfen sich besser zu fühlen, aber
man belügt sich doch selber, oder?

Glaubst Du, dass Dein Gewissen lügt?

Und das ich nicht glaube ist doch keine Flucht.
Auch wenn es Gott wirklich geben sollte und ich nach meinem
Tod vor ihm stehe, warum sollte ich davor angst haben.
Ich lebe mein leben so wie ich es für richtig halte.

Das macht den Unterschied.
Ich lebe mein Leben so, wie Gott es für richtig hält.

Ich bin freundlich und respektvoll anderen Menschen gegenüber,
befolge meine Prinzipien und versuche stehts ein „guter
Mensch“ zu sein. In sofern lebe ich als ein Christ, nur das
ich eben nicht an Gott glaube.

Das ist ein Oxymoron :wink:
Das Wort Christ beinhaltet den Glauben an Gott.
Was Du lebst ist vermutlich Humanismus.

Dein Gedanke ist zwar interessant, musste auch erstmal darüber
sinnieren, aber er ist, sofern ich ihn den richtig verstanden
habe, ein Paradox.
Ein Mensch der nicht an Gott glaubt, weil er angst davor hat
das es einen Gott gibt,- der glaubt doch, irgendwie. Oder eher
gesagt er ist sich nicht sicher.

Du hast Recht.
Aber wie kann man mit dieser Unsicherheit leben wollen?
Um nicht an Gott zu glauben, müßte man doch sicher sein, dass es ihn nicht gibt, denke ich *grübel*

Gruss Harald

Gegenfrage…
Hi Goms,

Du siehst ja an den anderen Antworten, dass mit Aufklärung über die sehr dunklen Kapitel der Inquisition nicht viel ist.
Auch bei mir in der Schweiz war da nichts.

Ich möchte allerdings eine ebenso vernachlässigte Gegenfrage abwerfen, denn das Thema wird mindestens so stiefmütterlich behandelt und trägt meines Erachtens gehörig zum Verständnis bei, wie die Entgleisungen des 14.-16. Jh. überhaupt zustande kamen.

  1. Wievielen ist klar, dass es die Inquisition immernoch gibt?
    [Neuer Name: Glaubenskongregation]
  2. Wer weiss, was die ursprüngliche und heute noch gültige Aufgabe war?
    (Ehrlich: da haben sich ja schon nicht ein paar pathologische Schwarzkittel, lies: Dominikaner, zusammengetan um ihre Rachsucht zu befriedigen…)
  3. Wer kennt die Verurteilungspraxis bevor Folter und Feuer Einzug hielten?

Sieht aus wie drei Fragen, zielen aber alle auf dasselbe ab: der Begriff Inquisition ist ein Diskussionskiller. Die Hammerkeule, die man jedem Katholiken dann um die Ohren wirft, wenn einem die Argumente ausgehen (Goms: ich mein nicht Dich persönlich als Atheist, Agnostiker oder was auch immer… ist nur eine Feststellung).

Dass es sich aber bei Hexenverfolgung, Galileo-Verurteilung etc. nur um die bekanntesten (verfehlten) Ereignisse dieser Institution handelt, wissen die Wenigsten. Ihre Geschichte ist weitaus älter und differenzierter, als man im Allgemeinen anzunehmen gewillt ist.

Natürlich: ich weiss, was mir jetzt entgegnet wird => aufgrund der masslosen Verfehlung hat sich eine ‚Würdigung‘ der gesamten Geschichte dieser Kommission verwirkt und ist für eine Qualifikation nicht mehr zwingend.

Liebe Grüsse

Y.-

Hi Harald,

dem möchte ich, bei genauer Kenntnis der Bibel, deutlich
widersprechen.

Der Gott des AT wird nur von uns anders wahrgenommen, weil wir
die Bibel durch die Brille des Humanismus lesen.

würdest Du mir das bitte erklären?

Wenn ich mal die Geschichte von Kain und Abel nehme und dazu im Gegensatz das Gleichnis vom verlorenen Sohn - also für mich besteht da erst mal ein Unterschied. Klar, der verlorene Sohn bereut sein Verhalten, Kain nicht.

Genauso beim „praktizierten“ Recht: Im AT: Auge um Auge, dagegen predigt Jesu im NT: Wenn Dir einer auf die linke Wange…

Ich „lese“ daraus, dass sich das „Gottverständnis“ im NT wesentlich verändert hat.

Grüße
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

Genauso beim „praktizierten“ Recht: Im AT: Auge um Auge,
dagegen predigt Jesu im NT: Wenn Dir einer auf die linke
Wange…

Ich „lese“ daraus, dass sich das „Gottverständnis“ im NT
wesentlich verändert hat.

Ich lese daraus, dass Du die Stelle mit den Augen und Zähnen nochmal lesen solltest.

Grüße,

Anwar

Morgen.

Ich finde es gar nicht leicht.
Die Vergebung ist ja an Reue und Buße gebunden.
Ich muss also den „Schaden“ wieder gut machen bzw. mich
entschuldigen.
Das kann oft ganz schön hart sein (und oft auch peinlich).

Hmm, stimmt. Ich denke mal das sowohl die Menschen die glauben, als auch die die es nicht tun einen ähnlichen Process der „Buße“ durchlaufen, um mit sich selber ins reine zu kommen. Ich hatte nicht bedacht das die Gläubigen eben an Gott glauben(hmm, klingt komisch…), und sich ebenfalls, wenn nicht sogar mehr, überwinden müssen (Zitat):„den „Schaden“ wieder gut machen“.

Beten mag zwar dem Geist helfen sich besser zu fühlen, aber
man belügt sich doch selber, oder?

Glaubst Du, dass Dein Gewissen lügt?

Ich schätze mal das kommt auf den Standpunkt an.
Ein Gläubiger Mensch nimmt Gott als existent an, und somit belügt er sich nicht. Ich als „ungläubiger“ aber gehe davon aus das Gott nicht existiert und sehe diese Vergebung daher als lüge.

Und das ich nicht glaube ist doch keine Flucht.
Auch wenn es Gott wirklich geben sollte und ich nach meinem
Tod vor ihm stehe, warum sollte ich davor angst haben.
Ich lebe mein leben so wie ich es für richtig halte.

Das macht den Unterschied.
Ich lebe mein Leben so, wie Gott es für richtig hält.

Ich bin freundlich und respektvoll anderen Menschen gegenüber,
befolge meine Prinzipien und versuche stehts ein „guter
Mensch“ zu sein. In sofern lebe ich als ein Christ, nur das
ich eben nicht an Gott glaube.

Das ist ein Oxymoron :wink:
Das Wort Christ beinhaltet den Glauben an Gott.
Was Du lebst ist vermutlich Humanismus.

Ich sage mal einfach das bis auf den glauben nicht viel Unterschied besteht. Aber gut, ist ein Oxymoron. (Und wieder ein neues Wort gelernt)

Dein Gedanke ist zwar interessant, musste auch erstmal darüber
sinnieren, aber er ist, sofern ich ihn den richtig verstanden
habe, ein Paradox.
Ein Mensch der nicht an Gott glaubt, weil er angst davor hat
das es einen Gott gibt,- der glaubt doch, irgendwie. Oder eher
gesagt er ist sich nicht sicher.

Du hast Recht.
Aber wie kann man mit dieser Unsicherheit leben wollen?

Hmm,- die Menschen die sich nicht sicher sind müssten es schwer haben.

Um nicht an Gott zu glauben, müßte man doch sicher sein, dass
es ihn nicht gibt, denke ich *grübel*

Ein ziemlich dicker Brocken philosophischer Begriffsdefinition. Und ein Versuch ihn anzuheben:
Wenn ich an Gott glaube, glaube ich dass es Gott gibt. (soweit, sogut)
Wenn ich nicht an Gott glaube, glaube ich das es Gott nicht gibt.
Also ist der nichtgläubige Mensch auch wieder gläubig,- in einem ziemlich abstrakten zusammenhang.(klingt noch nicht zufriedenstellend)

Schöne Grüße, Goms

Ps: Würde mich über weitere Ausführungen von dir freuen.