Mal ´ne Frage zu der aktuellen Meilerei

Mahlzeit!

Derzeit scheinen ja die Wellen immer höher zu schlagen, was die „Miles & More“-Geschichte angeht. Der Hintergrund dürfte den meisten ja bekannt sein.

Unser Vorzeige-Einwanderer teilte dazu lapidar mit, er könne diesen Vorwurf nicht entkräften. Die Aussage „Ja, ich habe beschissen und ihr habt mich erwischt“ konnte er sich nicht rauswürgen.

Unser sozialistischer Experte für kapitalistische Wirtschaftsförderung räumte ein, das er seine Familie in die Kubanische Sonne fliegen ließ, damit der Vorteil nicht verfalle. Wobei er deutlich darauf hinwies, das ihm nicht bekannt gewesen wäre, das das unlauter wäre. Dummerweise teilte daraufhin ein Vertreter des Bundestages mit, das seit ewigen Zeiten die Abgeordneten stets und ständig darauf hingewiesen werden, das sich sowas nicht gehört. Und dann muß nun auch noch die Lufthansa mitteilen, das derartige Ansprüche gar nicht verfallen würde. Dumm gelaufen.

Mittlerweile mischen wohl auch unser Ökominister, ein Staatsminister im Außenamt und auch -um die politischen Farben weitestgehend zu komplettieren- ein führender Berliner CDU-Fritze mit.

Ich unterstelle mal, das sich dieses Thema durch alle Fraktionen zieht wie ein bunter Faden. Denn ansonsten wären die Aufschreie der jeweils anderen Seite wohl wesentlich lauter gewesen. Doch wer im Glashaus sitzt…

Sei´s Drum, die Ausnutzung jeglicher Annehmlichkeiten gehört wohl bei Politikern inzwischen zum Guten Ton. Es ist ja heute keine Schande mehr, sich der Vorteilsnahme im Amt schuldig zu machen. Heute ist es nur noch eine Schande, wenn man sich dabei erwischen läßt.

Was mich jetzt mal brennend interessieren würde sind die steuerrechtlichen Konsequenzen der Angelegenheit.

Wenn irgendwer diese dienstlich erworbenen Bonusmeilen privat nutzt, dann ist dies ein geldwerter Vorteil, der üblicherweise Steuerpflichtig ist. Wurde dies nicht versteuert, dann entspräche dies dem Straftatbestand der Steuerhinterziehung. Soweit sind wir uns wohl alle einig, denke ich.
Wenn jetzt der Betroffene -angeblich um den Schaden wieder gutzumachen- eine Spende in Höhe des Geldwerten Vorteils an irgendeine Gemeinnützige Vereinigung abgibt, dann ist das zwar sehr löblich, aber mit der Sache selbst hat das nix zu tun. Im Gegenteil, diese Spende wird doch hinterher sowieso wieder von der Steuer abgesetzt. Mit anderen Worten, scheinheiliger geht´s doch kaum noch.
Erst bescheiße ich das Finanzamt. Und wenn ich erwischt werde, dann spende ich halt was und setze das von der Steuer ab, damit in der Staatskasse noch weniger ankommt. Ja haben die sie denn noch alle?

Wie sieht eigentlich die Mindeststrafe für Steuerhinterziehung aus?
Und wie ist es zu bewerten, wenn ein Bundestagsabgeordneter, ein Minister oder auch ein Senator wegen Steuerhinterziehung bestraft werden würden? Wären die dann noch zuverlässig genug, ihr Amt bzw. Mandat weiterzuführen?

Wie seht ihr diese Thematik?

Gespannte Grüße & Bye…

Der Dicke MD.

…Du siehst das aber verkniffen.

Hallo,

schau einmal, die Sache verhält sich so: Wenn Du Dich oder wenn ich mich, also wenn wir uns bei einer Steuerhinterziehung erwischen lassen, wenn wir das auch noch wiederholt über einen längeren Zeitraum machen, dann ist das gewerbsmäßige Steuerhinterziehung und darauf stehen bis zu 10 Jahren Bau! An anderer Stelle erwähnte ich bereits, daß es strafrechtlich billiger kommt, den Steuerfritzen, der einen erwischt hat, kurzerhand (im Affekt, ich verstehe es ja selbst nicht, Herr Richter) zu erschlagen. Klar, so bald kriegst Du kein Bein mehr auf die Erde. Am besten wanderst Du aus.

Bist Du aber, sagen wir mal, Minister oder Bundestagsabgeordneter, dann kannst Du trotz rechtskräftiger Verurteilung wegen Steuerhinterziehung immer noch Ehrenvorsitzender einer Partei werden.

Merke: Läßt Du Dich als stinknormaler Steuerbürger bei einer „versehentlichen Verkürzung“ erwischen, kannst Du den Schaden in aller Regel durch sofortige Zahlung heilen. Kannst Du nicht zahlen, schreiben sich die Damen und Herren selbst den Vollstreckungsbescheid, greifen auf Dein Konto und lassen Dich zappeln, bis Du wirtschaftlich am Ende bist. Das Angebot, alternativ etwas zu spenden, sollte man aber mal ausprobieren. Vielleicht lachen sich die Herrschaften des Finanzamts dann tot.

Aber was soll das Ganze. Jetzt wird jeden Tag 'ne andere Sau durchs Dorf getrieben. Eben eine Methode des Wahlkampfes, wenn es an Programm, Inhalten und Ideen fehlt. Im Grunde ist es doch sowas von egal, wer die nächsten 4 Jahre verpennt und nichts bewegt, weil er sich mit beiden Händen am Stuhl festhalten muß. Bisher hat noch keine Partei oder einer ihrer Protagonisten verraten, wie sie nicht nur die Neuverschuldung reduzieren, sondern die Staatsverschuldung abbauen wollen (das sind nämlich 2 Paar Stiefel und die Herrschaften reden immer nur von Reduzierung der Neuverschuldung, was im Klartext weiterer Aufbau der Verschuldung heißt). Niemand hat verraten, wie er die Abgabenquote spürbar verringern will (die Zehntelprozente sind ein feuchter Pfurz, aber nicht einmal der wird geschafft). Von Deregulierung und einfacherem Steuerrecht soll man lieber gar nicht erst träumen. Also ist es doch völlig wurscht, ob Stoiber oder Schröder mit seinen Mannen die grenzenlose Solidarität zelebrieren.

Gruß
Wolfgang

warst du das:smile:?
Moin MD:smile:,

ja, du hast Recht, das ist Steuerhinterziehung!

Yahoo berichtet von einer Strafanzeige gegen Gysi.

http://de.news.yahoo.com/020730/12/2vu2t.html

Zitat:

„Nach Angaben der «B.Z.» wurde Gysi von einem Berliner Kaufmann angezeigt. Der Bund der Steuerzahler räumte der Anzeige Erfolgschancen ein. Sollte Gysi die privat genutzten Bonusmeilen nicht in seiner Steuererklärung angegeben haben, wäre der Tatbestand der Steuerhinterziehung erfüllt.“

beste Grüße,

barbara

P.S. Achso: Eigentlich sind da jetzt ne Menge Rücktritte fällig. Aber die hängen viel zu sehr an ihrer MaAcht. Außerdem vermute ich, dass sich die Reihen so sehr lichten würden, dass Neuwahlen fällig würden:wink:.

Re: Nee, ich war´s nich :smile:
Moin!

ja, du hast Recht, das ist Steuerhinterziehung!

Sach ich doch!

Yahoo berichtet von einer Strafanzeige gegen Gysi.

http://de.news.yahoo.com/020730/12/2vu2t.html

Zitat:

„Nach Angaben der «B.Z.» wurde Gysi von einem Berliner
Kaufmann angezeigt. Der Bund der Steuerzahler räumte der
Anzeige Erfolgschancen ein. Sollte Gysi die privat genutzten
Bonusmeilen nicht in seiner Steuererklärung angegeben haben,
wäre der Tatbestand der Steuerhinterziehung erfüllt.“

Also wenn´s in der B.Z. stand, dann isses mit Vorsicht zu genießen. Das ist ein derartiges Schmierenblatt und außerdem derart „schwarzlastig“, das einem übel werden könnte.

Aber die Strafanzeige scheint zu stimmen :smile:
Die Idee könnte von mir stammen, mal sehen, vielleicht setze ich noch eine hinterher *g*

Bleibt für mich die Frage, wieso sich die Herrschaften sowas leisten dürfen…

P.S. Achso: Eigentlich sind da jetzt ne Menge Rücktritte
fällig. Aber die hängen viel zu sehr an ihrer MaAcht. Außerdem
vermute ich, dass sich die Reihen so sehr lichten würden, dass
Neuwahlen fällig würden:wink:.

DAS allerdings hätte doch mal was :smile:

Gruß & Bye…

Der Dicke MD.

…Du siehst das aber verkniffen.

Jau, bei sowas verkneife ich mir halt ganz gern was :smile:

Hallo,

Auch so!

schau einmal, die Sache verhält sich so: Wenn Du Dich oder
wenn ich mich, also wenn wir uns bei einer Steuerhinterziehung
erwischen lassen, wenn wir das auch noch wiederholt über einen
längeren Zeitraum machen, dann ist das gewerbsmäßige
Steuerhinterziehung und darauf stehen bis zu 10 Jahren Bau!

Mein Reden! Vor längerer Zeit vergaß ich die Angabe einer kleineren Zuwendung in meiner Steuererklärung…
Muß daran gelegen haben, das der damalige Spender mir lediglich auf dem Papier etwas übertragen hatte. Dummerweise meinte der damalige Spender, dies als außerordentliche Aufwendung von der Steuer absetzen zu wollen. Der Dumme war am Ende ich, war relativ stressig, das gerade zu biegen.

An anderer Stelle erwähnte ich bereits, daß es strafrechtlich
billiger kommt, den Steuerfritzen, der einen erwischt hat,
kurzerhand (im Affekt, ich verstehe es ja selbst nicht, Herr
Richter) zu erschlagen.

Die Idee gefällt mir, das ist ein echt interessanter Gedanke :smile:
Darf ich mich auf Dich als Ideengeber beziehen?

Klar, so bald kriegst Du kein Bein
mehr auf die Erde. Am besten wanderst Du aus.

Hmm, eigentlich würde ich aber gern hier bleiben. Aus rein sentimentalen Gründen versteht sich *g*

Bist Du aber, sagen wir mal, Minister oder
Bundestagsabgeordneter, dann kannst Du trotz rechtskräftiger
Verurteilung wegen Steuerhinterziehung immer noch
Ehrenvorsitzender einer Partei werden.

Was es nicht alles gibt…
Ich hörte dunkel leuten, das man sich in D sogar freikaufen kann, wenn man entsprechend Kohle, also sagen wir mindestens 300.000 Flöhe auf´s Tablett haut. Und man gilt dann sogar als weiterhin unschuldig. Sachen gibt es…
Man Gut, das wir in D niemals nicht mit zweierlei Maß messen.

Merke: Läßt Du Dich als stinknormaler Steuerbürger bei einer
„versehentlichen Verkürzung“ erwischen, kannst Du den Schaden
in aller Regel durch sofortige Zahlung heilen. Kannst Du nicht
zahlen, schreiben sich die Damen und Herren selbst den
Vollstreckungsbescheid, greifen auf Dein Konto und lassen Dich
zappeln, bis Du wirtschaftlich am Ende bist. Das Angebot,
alternativ etwas zu spenden, sollte man aber mal ausprobieren.
Vielleicht lachen sich die Herrschaften des Finanzamts dann
tot.

Was ja das Problem vielleicht auch lösen würde…

Aber Du hast natürlich Recht, Wolfgang! Ich kann Deinem Artikel nur zustimmen, zu 100%.

Dem bleibt nix hinzuzufügen.

Gruß & Bye…

Der Dicke MD.
*derimmernochaufBestechungsgelderwartet*

hallo Dicker

Und wie ist es zu bewerten, wenn ein Bundestagsabgeordneter,
ein Minister oder auch ein Senator wegen Steuerhinterziehung
bestraft werden würden? Wären die dann noch zuverlässig genug,
ihr Amt bzw. Mandat weiterzuführen?

Es wäre doch eine Katastrophe, wenn Minister wegen einer Straftat bestraft würden und gehen müssten.
Was wäre das Ergebnis?
Ein leerer Bundestag.
gäääähhhhhn!
Grüße
Raimund

Steuerpflicht: DLF sagt nein.
Hi

Was mich jetzt mal brennend interessieren würde sind die
steuerrechtlichen Konsequenzen der Angelegenheit.

Im Deutschlandfunk wurde berichtet, dass die Lufthansa die Meilen bereits pauschal versteuert und damit eine nochmalige Besteuereung nicht erfolgt.

Wenn irgendwer diese dienstlich erworbenen Bonusmeilen privat
nutzt, dann ist dies ein geldwerter Vorteil, der üblicherweise
Steuerpflichtig ist.

Im Prinzip ja, aber die Steuern sind bereits abgeführt. Eine Doppelbesteuerung erfolgt DLF zufolge nicht.

Wurde dies nicht versteuert, dann
entspräche dies dem Straftatbestand der Steuerhinterziehung.
Soweit sind wir uns wohl alle einig, denke ich.

Nein. S.o.

Erst bescheiße ich das Finanzamt. Und wenn ich erwischt werde,
dann spende ich halt was und setze das von der Steuer ab,
damit in der Staatskasse noch weniger ankommt. Ja haben die
sie denn noch alle?

Ein Vorschlag zur Güte: Erst klären ob eine Steuepflicht besteht, dann schimpfen.

Meine 2 cent
Rossi

mehr Infos

Im Deutschlandfunk wurde berichtet, dass die Lufthansa die
Meilen bereits pauschal versteuert und damit eine nochmalige
Besteuereung nicht erfolgt.

Dazu mehr:
Bonusmeilen kein geldwerter Vorteil mehr
Berlin (dpa) - Die private Nutzung dienstlich erworbener Bonusmeilen hat zunächst keine strafrechtlichen Konsequenzen für die Betroffenen. Laut Bundesfinanzministerium muss der einzelne Vielflieger dies nicht mehr als geldwerten Vorteil versteuern. Der bereits erhobene Vorwurf einer eventuellen Steuerhinterziehung treffe nicht zu, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Man habe sich oberhalb eines Steuerfreibetrages von 1224 Euro auf eine Pauschalierung der Steuer verständigt, die die Lufthansa bezahle. Veröffentlicht von RZ-Online am 31.07.2002 16:47

Der Vorwurf, der Bundestagsverwaltung und damit dem Steuerzahler einen Schaden zugefügt zu haben bleibt. Ich tippe da mal auf Unterschlagung.

Gruß
Christian