Hallo Steffen
Das ist ein Spannendes Thema, das Du hier ansprichst!
… aus meiner Sicht der Dinge.
Auch wenn ich hier mit Sicherheit manchem jetzt seinen Traum
zerstöre, aber Clicker ist nicht Gottes Handwerkszeug sondern
eine Alternative zu vielen.
Du zerstoerst keinen einzigen meiner Traeume… und ich glaube, wer sich schon mal ERNSTHAFT mit dem Clicker auseinandergesetzt hat, der weiss auch, dass der Clicker ganz sicher nicht Gottes Handwerkszeug ist. Mit dem Clicker in der Hand allein, ist es ja noch nicht getan. Der Mensch dahinter ist das Wichtige, der Clicker in der Hand allein, macht einen Menschen nicht von alleine zum besseren Hundehalter. Wichtig ist, WER den Clicker in der Hand haelt, nicht DASS der Clicker in der Hand gehalten wird.
Weil mir bei jedem Beitrag zum Problem von Hunden der clicker
um die Ohren fliegt.
Ach ja? Bei uns sind die Leute jeweils ziemlich ernuechtert nach den ersten zwei, drei Probewochen… da ist nix mit scheinbar relaxtem Vor-sich-hin-clicken waehrend der Hund sich sozusagen selbst erzieht… um wesentliche Erfolge zu erzielen muesst man ja direkt arbeiten und das waere dann fuer viele wieder zu viel verlangt, leider.
Negatives oder Probleme die mit Clicker immer wieder
verschwiegen werden sind.
- man hat ihn nicht immer dabei,andere Hose, Jacke usw.
Eben, das ist ein Punkt, der in meine Einleitung oben einfliesst. Der Mensch dahinter ist das Wichtigst - wenn er den Kopf nicht zu 90% bei der Sache hat (und 90% sind ungeheuer viel… mit den restlichen Prozent muessen wir atmen, stehen und eben alles tun, was gerade nicht direkt mit dem Hund zu tun hat) kann man Clickern vergessen.
Mit der Frage „Was, wenn ich den Clicker nicht griffbereit habe?“ konfrontieren mich viele Leute, die in mein Clickerseminar kommen. Das wird in der Tat zum Problem, wenn ich voll aufs Clickern umsteigen will und GAR nichts anderes mehr „an meinen Hund heranlassen will“. Wer das versucht, wird schnell herausfinden, dass es praktisch unmoeglich ist, nur noch ueber den Clicker mit dem Hund zu kommunizieren. Der Mensch ist dafuer „nicht gemacht“, er braucht u.a. auch den koerperlichen Kontakt zu jedem Ding, zu dem er in einer freundschaftlichen Beziehung steht.
Fuer mich ist der Clicker meist ein tolles Hilfsmittel einem Tier „Tricks“ beizubringen, bei denen ich es moeglichst nicht anfassen will/soll. Fuer Obedience-, Begleithunde- und Dogdance-uebungen benutze ich den Clicker oft.
- Bei dem derzeitigen Wetter ist Training mit Clicker eine
Zumutung für jeden Hund und Mensch wenn er nicht gerade z.B.
Fährte oder Jagdarbeit üben muss
Ich kann Dir in diesem Punkt nicht ganz folgen. Kannst Du mir das genauer erklaeren?
- Es gbit Hunde die vor dem Clicker panische Angst haben, was
dann?
Steffen… Du solltest doch wissen, dass man seinen neuen Clicker nicht 5cm neben dem Ohr seines tief schlafenden Hundes testet! 
Da gaebe es genugend Alternativen, z.B. Kugelschreiber uva. Hat der Hund vor dem Du sprichst nur gerade Angst vor dem Clicker oder ist er generell panisch? Wie auch immer - ich wuerde mich dann sowieso fragen, ob es vor dem Clicken nicht noch andere Dinge gaebe, die fuer das Wohl des Hundes wichtiger waeren.
- Es gibt Menschen die unfähig sind einen Clicker korrekt zu
bedienen selbst wenn man Stunden lang den Einsatz übt.
Richtig. Da muss man aber unterscheiden zwischen Leuten, die „nur“ wegen dem Leistungsdruck, unter den wir Trainer sie (zwangslaeufig) setzen, „versagen“, ob sie das motorisch schlichtweg nicht hinkriegen oder weshalb sie das nicht koennen. Vielen Leuten lasse ich eine, gar zwei Wochen Zeit um ihre Reaktionsfaehigkeit und Beobachtungskapazitaet durch verschiedene „Spiele“ und Uebungen zu verbessern.
Moeglicherweise ist der Clicker dann auch ganz einfach das falsche Mittel. Manchmal trifft man aber auch auf die „voellig hoffnungslosen Faelle“ - die sollten gar keinen Hund haben, weil sie schlichtweg nicht faehig sind, den Hund zu beurteilen und/oder im richtigen Moment die adequate Reaktion zu zeigen.
- In einer Jagdsituation, um die ging es weiter unten,
versagt der Clicker zu 95% sicherheit, da die Jagd eines
jagdlich passionierten Hundes eine 100%ige Eigenmotivation
darstellt und er den Clicker dann idR nicht mehr hört, weil
das Gehirn sich nur noch auf Jagd eingestellt hat oder nicht
mehr hören will weil die Beute selbstbestätigend ist.
Jein - Grundsaetzlich hast Du Recht, ABER - hier liegt es eben wieder daran, wie gut der Trainer ist, der den Clicker in der Hand haelt. Kann er dem Hund u.U. eine noch groessere Befriedigung in Aussicht stellen, als es das Jagen tut? Wahrscheinlich nicht - ABER der gute Hundetrainer weiss, wie er seinen Hund gar nicht in diese Situation bringt und das wiederum, geht sehr gut mit dem Clicker. (Zwick mich bitte mal einer… ich kann es kaum glauben… habe ich soeben den Clicker verteidigt? Normalerweise bin immer ich die kritische „Gegnerin“…)
- Es gibt Hunde die mit Futter gar nicht zu trainieren sind,
und darauf basiert der Clicker aufgrund seiner Funktion. Gut
es gibt andere Einsatzlösungen aber die führen hier zu weit.
Steffen… jeder Hund ist mit Futter zu trainieren - die Frage ist nur, wieviele Hundebesitzer sich dazu durchringen koennten, den Hund vorher tagelang hungern zu lassen…
- der Clicker setzt voraus daß man alles gute bestärkt und
das schlechte Ignoriert. Totaler Wahnsinn in sich wenn ich von
Jagd rede oder Angriff gegen Menschen o.ä.
Richtig. Ein total vernarrter Clickerer wuerde Dir jetzt sagen, dass Du den Hund eben erst wieder in die vormals unkontrollierbare Situation bringen solltest, wenn Du ihn so weit im Clickerwahn hast, wenn Du ihn kontrollieren kannst. Ich bin ueberzeugt, dass das geht… aber ich will hier nicht unbedingt tierschutzrelevante Trainingsmethoden aufzaehlen… ich bin sicher, Du kommst auch selbst darauf.
THEORETISCH funktioniert Clickern immer - das Ganze in der Praxis umzusetzen ist allerdings sehr schwierig. Ich bin einig mit Dir, dass ich gerade bei solchen Problemen den Clicker nicht als allererste Loesung betrachten wuerde…
- Gruppen-Clicker-training durch einen unfähigen Trainer
ok. Ich behaupte jetzt aber einfach mal, dass man beim Clicken mit einem unfaehigen Trainer nicht ganz so viel kaputt machen kann, wie z.B. bei anderen Trainigsmethoden mit einem unfaehigen Trainer. (Was den Clicker allerdings keinesfalls in solchen Situationen legitimiert!)
- man hat ihn nicht immer sofort zur Hand wenn es drum geht
zu reagieren außer man provoziert die Situaion aber das ist
gestellt und checkt der Hund sehr schnell.
aeh… hatten wir doch schon oben, oder?
Die Stärken des Clickers liegen ohne Frage beim
Flächensuchtraining,
Fährtentraining
Mantrailing
Zirkustraining
Angstabbau
aeh… wie war das mit dem Hund der Angst vorm Clicker hatte? Oder ist es nicht ein kleiner Widerspruch zu oben, wenn Du von aggressiven Hunden sprichst? Schliesslich kann der Hund aus Angst Aggression zeigen, nicht?
Kindertraining
Drogensuchen
Grundgehorsam(wer will kanns ja damit machen, ich verzichte
lieber drauf)
Das unterschreibe ich voll und ganz, lol.
usw.
Obedience(hier super einsetzbar!!! Bin total davon
begeistert)
Antiaggessionstraining unter sich hassenden Geschlechtern
hm… siehe oben…
Also alles Übungen wo Gefahren idR. ausschließbar sind für
Dritte oder eine immer niedrigere Eigenmotivation vorliegt als
der Clicker auslösen kann. Oder wo es um sehr exaktes Arbeiten
geht.Außnahme Antiaggressionstraining
hae?
Daher meine ehrliche Bitte. Nicht für alles den Clicker ohne
wenn und aber empfehlen.
Da musst Du bei mir ganz bestimmt keine Angst haben, mein Lieber 
Das mit der Jagd hab ich erst heute wieder erlebt.
Muss meine Jagdhündin davon überzeugen daß Katzen auf dem Hof
erlaubt sind. Wer will und meint er bekommt es mit dem Clicker
hin, darf gerne kommen und es versuchen. Ich wette zu 100% auf
meine Hündin.
Ich wuerde gerne dagegenwetten - laesst Du mich einfliegen und auf Deine Kosten beherbergen?
Gruss zurueck,
Semiramis