Mal wieder: Anti-Jagd-Training

Hallo Chrissie,

Puh, der „untimative Anti-Jagd-Tipp“ ist ja der, du (Mensch)sollst interessanter sein als eine mögliche Jagdbeute!

Diese Ansicht teile ich persönlich nicht, aber meine eigenen Hunde werden grundsätzlich anders erzogen.

Aber wie denn, wenn ich keine Spielchen machen soll,Suchübungen zur ausgeprägten Nase führen, die dann auch Mäuse unter 10 cm Schnee auffindbar machen?

Nach meiner Überzeugung liegt das Geheimnis im Gehorsam - und damit in der Unterordnung - des Hundes. Ich formuliere das bewusst so, auch wenn das Wort in der modernen Hundeerziehung nicht besonders beliebt ist. Letzten Endes geht es aber darum, dass der Hund bereit ist, seine Jagdbeute jederzeit und unter allen Umständen mir zu überlassen. Im Idealfall heißt das, dass er auch darauf verzichtet, sie zu jagen, wenn ich das untersage.

Heißt in der Umsetzung z.B.: Hund sucht (so wie du es beschrieben hast, finde ich das völlig okay) und bringt das, was er gefunden hat, SOFORT freudestrahlend zu dir, anstatt es erst mal fünf Minuten mit stolzgeschwellter Brust durch die Gegend zu tragen und sich dabei selbst zu befriedigen.

Wahlweise kann er sich auch neben der Beute ablegen, ohne diese überhaupt ins Maul zu nehmen. Für jagdpassionierte Hunde ist das die bessere Variante.

Die gesuchte Beute ist niemals fressbar. Futter gibt es für das Abliegen bzw. das sofortige Heranbringen und ABGEBEN. In der Weiterführung kann die Beute fressbar werden, darf aber keinesfalls vom Hund gefressen werden. Das muss man im Training absichern, der Hund darf hierbei kein einziges Mal Erfolg dabei haben, die Beute zu fressen. Achtung: Wenn du dich zu dieser Fortführung entschließt, kommst du um Strafreize mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht herum. Du musst vorher entscheiden, ob du das willst. Wenn nicht, versuche es erst gar nicht, sonst versaust du dir nur die vorherigen Gehorsamserfolge.

Ziel des Ganzen: Der Hund lernt, dass nicht die Beute das Interessante ist, sondern die Belohnung durch den Menschen. Das funktioniert natürlich nicht, wenn der Hund selbstständig mit der Beute spielen darf.

Ich würde auch davon abraten, die Beute zum (Belohnungs-)Spielen zu benutzen. Das heizt den Hund nur unnötig auf und erhöht den Reiz des Beutegegenstandes unnötig (was dazu verführt, sich doch öfter mal selbst zu bedienen). Futter ist hierbei nach meiner Überzeugung die sinnvollere Belohnung.

Oder ist es nur ihr jugendlicher „Wahnsinn“?

Der spielt mit Sicherheit auch eine Rolle - leider nicht die entscheidende.

Schöne Grüße,
Jule