Mal wieder Berufsunfähigkeit

Hallo!

Ich bin Student (noch ca. 1 Jahr), 22 Jahre alt, studiere Wirtschaftsinformatik (also später eher Bürojob) und überlege, ob ich mir eine Berufsunfähigkeitsversicherung zulege.
Bisher habe ich mich nur mit dem Test der Stiftung Finanztest (07/2007) beschäftigt. Mein Interesse galt bisher vor allem der Cosmos Direkt, HUK24 und Volksfürsorge. Jetzt habe ich aber in anderen Foren gelesen, dass die Cosmos im Falle eines Falles wohl gerne mal das Gericht einschaltet. Kann man solche Statistiken irgendwo im Internet einsehen, ich habe nichts gefunden? Also zur „Leistungsverweigerung im Schadensfalle“, oder wie sowas im juristischen Deutsch auch immer heißen mag.
Das soll heißen: Natürlich wäre eine relativ problemlose Abwicklung bei Eintritt für mich auch wichtig…

Ich persönlich glaube eher nicht daran, dass ich berufsunfähig werde, aber das hofft und glaubt wohl jeder. Deshalb habe ich mich auch über die Dread-Disease Versicherungen erkundigt, erscheint sowas sinnvoller? Ich bin im Moment etwas ratlos, was das alles angeht.

Hätte es Vorteile, die Versicherung noch dieses Jahr abzuschließen?

Vielen Dank schon mal

Stefan

Hallo,
Ich war vor ein paar Jahren in aehnlicher Lage. Als ich angefangen habe zu arbeiten bin ich zu verschiedenen Banken und habe mich beraten lassen, welche Versicherungen ich eigentlich brauche. Letztlich habe ich nur eine Privathaftpflichtversicherung abgeschlossen, also weder Berufsunfaehigkeits- noch Unfall- noch Diensthaftpflicht noch Lebensversicherung. Natuerlich geht man so ein gewisses Risiko ein, hat dafuer aber gerade in der Anfangszeit, wo das Gehalt noch nicht so sprudelt, deutlich mehr Geld auf dem Konto.
Mein Rat also: lass es einfach sein.
Gruss
Christoph

Guten Tag Stefan,
ich fürchte, die grundsätzliche Entscheidung - ob, und wenn ja, was -
werden Sie allein treffen müsse. Sie haben doch Zeit. Gehen Sie das Thema gelassen an und überlegen, ob Sie Ihr BU-Risiko für Geld an eine
Versichertengemeinschaft geben.
Die Fälle, in denen jemand zu spät einen Antrag stellt, gibt es natürlich. Weitaus häufiger gibt es aber den Fall, dass die Leute
nicht wissen, wo die Glocken hängen, dann den erstbesten Murks bei
demjenigen abschliessen, der am lautesten trommelt und nach ein
paar Jahren, wenn vielleicht Geldknappheit eintritt, das Ding in die
Tonne hauen, weil sie sowieso nie begriffen haben, wie eine BUV
funktioniert und warum das sinnvoll sein soll.
Sie machen das besser !
Gruß
Günther

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Falles wohl gerne mal das Gericht einschaltet. Kann man solche
Statistiken irgendwo im Internet einsehen, ich habe nichts gefunden?

Wer sollte die auch erstellen ?

Ich persönlich glaube eher nicht daran, dass ich berufsunfähig werde,

Etwa 25 % aller Berufsttätigen werden berufs-/erwerbsunfähig. Früher war der Anteilder körperlich arbeitenden deutlich größer, inzwischen nimmt der Anteil der Weiße-Kragen-Arbeiter immer mehr zu.

mich auch über die Dread-Disease Versicherungen erkundigt, erscheint sowas sinnvoller?

Das ist nur ein Teilrisiko. Wenn Du gesund genug für eine BU-Versicherung bist, schließ diese ab.

Hätte es Vorteile, die Versicherung noch dieses Jahr abzuschließen?

Wüßte keinen.

Hallo Christoph,

da ist es doch schön, dass Dir nichts passiert ist und Du nicht in der Versicherungsbranche arbeitest - … das tust Du doch nicht oder? Sag mir bitte dass es so ist!!!

Frank Wilke

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Hallo Stefan,

ganz kurz dazu. Ich würde dir vor dem Abschluss einer Versicherung dieses Taschenbuch empfehlen.
http://www.amazon.de/Berufsunf%C3%A4higkeit-gezielt-…
Dort gibt es auch eine Tabelle mit der Prozesshäufigkeit 1998-2003:
Cosmos - 5.9 %
Volksfürsorge - 4,9 %
Huk-Coburg - 4,9 %
Der Branchen durchschnitt lag bei 2,3 %

Wenn man jung ist und gesund kann man sich nicht wirklich vorstellen, dass es einen selber treffen könnte. Glaub mir, BU gibt es häufiger als man denkt.
Eine BU-Versicherung schließt man eben ab, wenn man jung und gesund ist. Dread-Disease ist eine Alternative für Leute, die keine BU bekommen, ansonsten halt unzureichend.

Lass dir Zeit mit deiner Entscheidung und überstürze nichts.

Gruß
Carlos

Also bei dieser Aussage rollen sich meine Nägel!
Über die Frage, welche Versicherungen notwendig sind, läßt sich wie immer streiten. ABER: Elementare Dinge, bei denen der persönliche Geldbeutel betroffen ist, im Falle einer BU ist er das meistens, sollte man sich doch Gedanken machen.
Der Fall BU: Aufgrund Unfall oder Krankheit bist Du nicht mehr in der Lage Deinen Beruf auszuüben. Du erhälst die ersten 6 Wochen die Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber, danach für max. 78 Wochen Geld von der Krankenkasse. Nach diesen 78 Wochen wirst Du ausgesteuert, das heißt kein Geld mehr. Das Geld der Krankenkasse ist zudem ca. 1/3 weniger wie Dein bisheriges Geld. So, und jetzt? Vom Staat erhälst Du nur Geld, wenn Du nicht in der Lage bist bis zu 3 Stunden am Tag oder zwischen 3 und 6 Std. am Tag zu arbeiten. Und zwar egal in welchem Job! Hättest Du als gesunder junger Mensch einen Beitrag zur BU investiert, dann würdest Du jetzt eine mtl. Rente erhalten. Notfalls bis zum 62. Lebensjahr.
Wenn erst einmal der Fall X eingetreten ist, dann kannst Du die Absicherung vergessen. Aufgrund der Vorerkrankung ist es fraglich ob dieser noch angenommen wird.
Und zu Deinem Argument, daß man in der Berufsanfangszeit eh nicht viel Geld hat: Dir ist aber schon klar, daß Du in dieser Zeit auch noch Dein ganzes Leben vor Dir hast. Wie willst Du das ohne Einkommen bewältigen??
Denk mal drüber nach

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Hallo Frank,
Nein, ich arbeite nicht in der Versicherungsbranche. Ich bin aber absolut tolerant gegenueber allen, die gerne versichert sind. Denke, das sind sehr individuelle Entscheidungen. Trotzdem nutze ich gern Gelegenheiten, von Versicherungen, die nicht noetig sind, abzuraten. Ich habe mal waehrend der Studienzeit bei einem Rechtsanwalt gearbeitet, und da kamen staendig Verfahren auf den Tisch, letzlich erfolglose Klagen gegen Berufunfaehigkeitsversicherer. Es sind schon wirklich seltene Faelle, die bei einem Kopfarbeiter zur Berufsunfaehigkeit fuehren. Da frage ich mich eben, ob man dieses Risiko nicht einfach eingehen soll.
Gruss
Christoph

Erst ein Mal vielen Dank an alle Antworten!

Falles wohl gerne mal das Gericht einschaltet. Kann man solche
Statistiken irgendwo im Internet einsehen, ich habe nichts gefunden?

Wer sollte die auch erstellen ?

Ich dachte, sowas macht ein Versicherungsombudsmann oder so. Sonst haben wir doch auch für jeden Mist eine Statistik …

Etwa 25 % aller Berufsttätigen werden berufs-/erwerbsunfähig.
Früher war der Anteilder körperlich arbeitenden deutlich
größer, inzwischen nimmt der Anteil der Weiße-Kragen-Arbeiter
immer mehr zu.

Wie wird man denn als versicherter Beruf „Student“ arbeitsunfähig? Ich meine, alles was mit körperlichen Schäden zu tun hat, ist doch nicht ausreichend oder? Ich könnte auch im Rollstuhl, „ohne Arm“ usw. arbeiten. Wer stellt sowas denn eigentlich fest, irgendein Arzt oder jemand spezielles?

Hallo Frank,
[…]
Ich habe mal waehrend der
Studienzeit bei einem Rechtsanwalt gearbeitet, und da kamen
staendig Verfahren auf den Tisch, letzlich erfolglose Klagen
gegen Berufunfaehigkeitsversicherer.

Das kann gut sein. Ich wage zum Einen zu behaupten, dass die ganzen Fälle, in denen anstandslos gezahlt wird, nicht auf dem Tisch des Rechtsanwalts waren. Zum anderen sei die Frage erlaubt: WARUM waren diese erfolglos? Falsche Angaben im Antrag, falsches Verständnis der Absicherung, falscher Vertrag, oder einfach wirklich Rumgezicke des Versicherers?
Nur allein aus der TAtsache, dass tagtäglich Bußgeldverfahren zu Lasten von Autofahrern ausgehen, möchte ich den Sinn von Tempolimits nicht in Frage stellen.

Es sind schon wirklich
seltene Faelle, die bei einem Kopfarbeiter zur
Berufsunfaehigkeit fuehren. Da frage ich mich eben, ob man
dieses Risiko nicht einfach eingehen soll.

Und ich finde es ehrlich gut, dass Du darüber nachdenkst und auch die potenziellen Versicherten aufforderst nahzudenken. Jeder mag das für sich entscheiden, und jeder der sich dagegen entscheidet, darf später dann aber nicht rumheulen, wenn was passiert.

Viele Grüße
Frank Wilke