Mal wieder ein Problem mit einem eBay-Verkäufer

Hallo miteinander,

ich habe für meinen Vater auf eBay eine Abkantbank mit Blechschere für 499 Euro ersteigert (siehe http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&categor… ). Mit hohem Zeit- und Kostenaufwand (über 600km einfache Strecke) haben wir das Teil abgeholt (der wollte 250 Euro für Spedition haben!). Soweit so gut.

Wie es leider bei „gebrauchten“ Sachen eine übliche Unsitte ist - vor allem, wenn es sich um Maschinen handelt - war diese in recht desolatem Zustand, nämlich ziemlich verschmutzt (Abnutzung ist bei gebrauchten Artikeln ja normal, aber Verschmutzung?). Deshalb haben wir eine erschwerte Funktionsfähigkeit auf die Verschmutzung (die auch gravierend an den Zahnrädern zu finden war) geschoben.

Bei der Reinigung mussten wir aber feststellen, dass zwei der vier Zahnräder kaputt waren (siehe http://manor.nuxli.de/pix/zahnrad1.jpg und http://manor.nuxli.de/pix/zahnrad2.jpg ) - und das auch noch auf einer Seite.

Ich schrieb den Verkäufer per eMail an und bat ihn um Stellungsnahme sowie um Ersatz. Nach einer Woche Funkstille - genau einen Tag vor Ablauf der Frist, die ich ihm für die Stellungnahme Zeit gegeben habe - hat er sich gemeldet, wir sollen die Zahnräder zu ihn senden. Das haben wir auch getan (auf eigene Kosten), nach mehr als einer Woche haben wir ein Päckchen erhalten, in dem die nachgebesserten Zahnräder zu finden waren.

Dummerweise sind die derart schlecht nachgebessert worden, dass sich die Räder ineinander verhaken. Somit ist die Maschine nicht brauchbar.

Weitere Mängel bei der Auktion:

  1. Der Tisch:
    In der Beschreibung stand nichts von Defekten, nach der Auktion wurde ind er eMail auf „kleine Defekte“ hingewiesen und bei der Abholung stellte sich heraus, dass der Tisch vollkommener Schrott ist.
  2. Beschreibung der Abkantmaschine:
    a) 1cm-1m (in Worten: EIN METER) Blechstärke ist falsch, höchstens 1cm ist der wahre Wert.
    b) Arbeitslänge ist nicht wie angegeben 1200mm, sondern nur 1000mm, also ein Sechstel weniger.
    c) Von Defekten (siehe Zahnradproblematik) steht gar nichts dabei.

Wie soll ich nun weiter vorgehen? Soweit mir bekannt (was durchaus auch falsch sein kann), kann ein Händler zweimal nachbessern. Was ist der beste Weg?

Vielen Dank fürs Interesse und viele Grüße
Susanne

Hallo Susanne,

schon auf den Fotos ist erkennbar, daß es sich um ein verdrecktes Uralterbe handelt. Solche Dinge werden per Kilo Schrottpreis abzüglich Transportkosten bezahlt, am besten aber läßt man die Finger davon.

a) 1cm-1m (in Worten: EIN METER) Blechstärke ist falsch,
höchstens 1cm ist der wahre Wert.

Aus 1 cm dickem Blech baut man Schiffe, aber dafür verwendet man nicht derart altertümliche Spielzeuge. Wenn sich darauf 1mm-Stahl- oder Al-Blech bearbeiten läßt, mußt Du froh sein. Maschinen für 10 mm dickes Blech transportierst Du nur noch per Schwerlastkran und Tieflader!

Wenn man so ein Werkzeug schon selbst abholt, muß man gravierende Mängel auch erkennen können. Das kann man bei so einer einfachen Maschine ohne weiteres, denn irgend einen Inbetriebnahmeaufwand gibt es nicht.

So weit ich es beurteilen kann, wurde Dir Schrott angedreht und Du bist zumutbaren Sorgfaltspflichten nicht nachgekommen, hast dem Verkäufer eine Ware abgenommen, bei der es sich erkennbar um unbrauchbaren Schrott handelt. Das Schlimme ist, daß der miserable Zustand schon auf den Fotos erkennbar ist. Spätestens aber beim Abholen muß man in solchem eindeutigen Fall bemerken, was los ist. Du wirst deshalb kaum glaubhaft machen können, getäuscht worden zu sein.

Aus meiner Sicht mußt Du den Fall auf Konto Lehrgeld abbuchen, wenn es Spitz auf Knopf kommt. Ein Rechtsstreit lohnt nicht, wäre jedenfalls mit unvertretbarem Risiko verbunden. Die Stärke der eigenen Position muß man kennen, bevor man an weitere Maßnahmen denkt. Aus dieser schwachen Position heraus bleibt nur die gütliche Einigung mit dem Verkäufer. Rückabwicklung wäre eine Möglichkeit, wobei aber schon die Kosten des Rücktransports den Maschinenwert weit übersteigen. Ist also alles nicht so prickelnd.

Deshalb arbeite die defekten Teile selbst nach oder suche jemanden am Ort, der sich darauf versteht und lasse die Sache auf sich beruhen. Vergleiche es mit dem Fall eines Autokaufs. Dach, Front und Heck sind zerknautscht. Zu Hause mit dem Prachtstück angekommen, beschwerst Du Dich, daß es sich um ein Unfallauto handelt, das überhaupt nicht brauchbar ist. Wenn Du den Mangel bei Übernahme ohne weiteres erkennen konntest, aber das Fahrzeug trotzdem übernimmst und Dich erst später beschwerst, hast Du einen schweren Stand. Man wird Dir vorhalten, daß Du den Zustand gesehen hast und niemand kann Dich hindern, Schrott aufzukaufen.

Ich bin kein Jurist. Vielleicht sehen andere den Fall anders. Für mich ist aber schon auf den Ebay-Fotos zwar kein defektes Zahnrad, aber ein desolat-unbrauchbarer Zustand mindestens nahe liegend.

Gruß
Wolfgang

Hallo Susanne,

erst jetzt habe ich mir eines der Zahnrad-Bilder angesehen. Da gibts mit irgend vertretbarem Aufwand nichts nachzuarbeiten, da ist ein passendes Ersatzteil fällig.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

was den desolaten Zustand betrifft: Mein Vater wollte das Teil, er hats abgeholt und da nicht moniert. Und dabei ist er da der „Experte“.

Und so desolat bezüglich der Funktion war das auch nicht; voreilig, wie mein Vater ist, hat er das Teil schon abgeschliffen und lackiert. Jetzt schauts aus wie neu. Und bis auf die Zahnräder geht ja auch alles. Es sind wirklich nur die Räder kaputt, und da „nur“ eine Seite betroffen ist (die andere Seite ist einwandfrei in Ordnung), dreht sich das Ganze recht schwer (also nicht „überhaupt nicht“), vor allem eben an der Stelle, an der die Räder mangels der Erhebungen nicht mehr greifen und so die ganze Arbeit von der anderen Seite allein gemacht werden muss. Und wie bereits geschrieben, dass das Teil so schwer ging, hätte genauso gut mangels Ölung und wegen Verdreckung (oder beides zusammen) sein können!

So offensichtlich war der Defekt also nicht. Und wenn das meinem Vater, langjährigem (jahrzehntelangem) Heimwerker, nicht auffällt, kann es meiner Auffassung nicht so offensichtlich sein wie ein zerknautsches Dach beim Auto (um auf das Beispiel zurückzukommen).

Nun aber Verhaken sich die Rädchen wegen der schlampigen Nachbesserung. Nun geht wirklich nichts mehr. Aber wirklich erst NACH DER NACHBESSERUNG. Das konnte man beim Kauf auch schlecht vorhersehen, oder?

Ich bitte nach wie vor um Rat, was ich nun tun kann. Was man hätte tun sollen, ist zwar interessant, bringt mich jetzt aber nicht viel weiter. Auf Kulanz zu hoffen ist… naja… ein Weg, aber kein wirklich erfolgsversprechender.

Trotzdem danke!
Viele Grüße
Susanne

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Ich bitte nach wie vor um Rat, was ich nun tun kann.

Hallo Susanne,

rechtlich läßt sich aus meiner Sicht der Dinge nichts machen. Wirklich geholfen ist Dir mit 2 neuen Zahnrädern. Das sollte aber kein Problem sein, entweder vom Hersteller der Maschine oder von einem Zahnradhersteller.

Gruß
Wolfgang

Hallo Susanne,

wenn man sich die sehr dürftige Beschreibung und das Foto anschaut überlegt man eigentlich dreimal, ob man überhaupt kauft.

An Eurer Stelle hätte ich den Verkäufer vorher per Mail oder telefonisch nach weiteren Details gefragt. Die Telefonnummer hättest Du über die HP des Verkäufers gehabt. Zumal Du dieses selber an der Beschreibung monierst, nachdem Du gekauft hast.

Stutzig machen hätte auch die Angabe 1 cm - 1 m Blechstärke, oder ist Dein Vater körperlich so fit Blech von 1 Meter Dicke zu biegen.

Hättet ihr keine klare Antwort bekommen, Hände weg von dem Teil.

Weiter unten wurde geschrieben, neue Zahnräder besorgen und unter Lehrgeld buchen. Ich denke damit seid Ihr besser bedient, als einen Streit mit dem Lieferanten anzufangen.

Trotzdem einen schönen Sonntag,
Michael

Hallo Wolfgang,

das ist eigentlich kein Problem… wenn man den Preis nicht betrachtet. 170 Euro kosten neue Zahnräder.

Naja, wenigstens wars nicht mein Geld. Ich habe für meinen Vater geboten, er hat bezahlt. Nur dumm, dass es mein Account war.

danke nochmals
Susanne

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Hallo.

das ist eigentlich kein Problem… wenn man den Preis nicht
betrachtet. 170 Euro kosten neue Zahnräder.

Hm, einen Abzieher für die Zahnräder hat Dein Vater ja wohl, sonst hätte er sie nicht knipsen können … aber wie steht’s mit dem Aufpressen? Einfach die Dinger mit dem Averell-Dalton-Hammer auf die Welle dotzen wird es wohl nicht tun. Außer den 170 Eumeln für die Teile werden da noch ein paar Einbauköstleins dazu kommen. Im übrigen pflegen einzelne Zähne auch nicht von sich aus abzuscheren, sondern das passiert nur unter extremer Belastung, außerhalb der normalen Betriebsbedingungen. Vielleicht hat der ursprüngliche Besitzer ja wirklich 1 Meter-Blech damit bearbeitet :wink:

Ich gehe außerdem davon aus, dass durch die einseitige Belastung bei euren Versuchen (und der frühere Gehabthaber wird da wohl auch schon fleißig gewesen sein) nichts mehr so richtig gerade ist in der Maschine. Ich schließe mich Wolfgangs Urteil an : Werft nicht gutes Geld hinter schlechtem her, sondern dat Dingen auf den Schrott … mit allen Einschränkungen bzgl. Ferndiagnosen.

Gruß kw