Mal wieder eine Geldfrage

Hallo,

ich wüsste nur nicht wo ich beim Lohnrechner, den ich kenne, nachschauen sollte.

Es geht um folgendes, ich brauch Geld und damit einen Nebenjob, bin aber für ne Kellnerin zu dick (sprich, werde nicht genommen) und insgesamt fehlt es mir an Erfahrung oder Zeit für andere.
Dank Stundenplan habe ich jetzt drei Tage die Woche „frei“.

Eine Kommilitonin hat mir jetzt einen Tipp gegeben, und zwar hält sie Vorträge in Seniorenheimen, sonstigen Vereinen und auch mal für Kindergruppen.

Das wäre, auch von der Thematik, grundsätzlich auch was für mich (z.B. Reiseberichte, Kulturberichte über Asien etc.)
Ich habe mich bereits etwas umgehört und auch Häuser gefunden, bei denen Bedarf und Interesse besteht.

Nun habe ich die letzte Frage:
Ich bin Studentin, einen Studiengang abgeschlossen, drei noch nicht (sprich, Bachelor ist noch nicht ganz durch) und habe auch keine Ausbildung (ich kann aber gut Vorträge halten, mache das auch nicht zum ersten Mal, bisher aber immer nur für lau an andern Orten).

Wieviel Geld darf ich verlangen, um realistisch zu bleiben und wie wird das abgerechnet? Pro Person oder pro Stunde? Habt ihr sonst noch Tipps für mich?

lg
Kate

HAllo, hast du mal bei der örtlichen volkshochschule angefragt, die haben da feste Sätze, die zwar niedrig sind, aber die dich wenigstens bekannt machen. Darauf aufbauend kannst du dann anderswo andere Preise aushandeln, die je nach Örtlichkeit mehr oder weniger nach oben gehen. Im Kindergarten würd ich weniger nehmen, da dort der „gute Zweck“ evtl eine Mitrolle spielt, als wenn du in einer Fiirma über Umgangsformen in MAlaysia referierst, da die demnäcsht dort eine Delegation hinschicken wollen.
Schau dich also nach den verschiedenen Zielgruppen um, die du beglücken willst und mach daran deine Preise fest.
Shculen und Kigas können oft pro kind nur einen feste Summe zahlen, da bist du eh nicht so frei, als wenn du mit einer Firma verhandelst oder irgendwelche Esotanten beglückst :wink:
Gruß Susanne

hallo,

vorträge zu halten ist gar nicht so einfach. ich meine, geld damit zu verdienen. es geht auf keinen fall so einfach, wie man z.b. irgendwo einen job annimmt zum regale einräumen oder so. meist muss man sich über geraume zeit erst einen namen machen (oder besser noch: schon einen haben).

wir halten auch u.a. lesungen und/oder vorträge in seniorenheimen, schulen usw. teils lesen wir auch eigenem, teils bieten wir veranstaltungen zu bestimmten themen. es ist ein sehr mühsames
geschäft!
bei den senioren ist es oft so, dass sie sogar nach geistigem futter regelrecht jibbern, doch kaum eine einrichtung berücksichtigt das in ihrem budget. eher gibt es volksmusikabende. wenn du da rein willst, musst du erstmal monatelange überzeugungsarbeit leisten. oft vergeblich. ich habe mal einem sehr netten wer-weiss-wasler empfohlen, solche veranstaltungen zu machen. er hat aufgegeben.

bei schulen ist es anders - aber auch nicht besser: dort sorgt der bis zur völligen bewegungsunfähigkeit erstarrte bödecker kreis für (autoren!)-lesungen: also gar nicht! falls du dir als nichtautorin trotzdem eine blasse chance ausmalst, schreibe ihn an: http://www.boedecker-kreis.de

ver.di empfiehlt autoren übrigens, nicht unter 250 € pro lesung zu nehmen. das mag eine erklärung dafür sein, dass so wenig ver.di-leute unter denen, die lesungen veranstalten, zu finden sind.

natürlich muss man nicht unbedingt selbst etwas geschrieben haben, um etwas vorzutragen. ein mario barth füllt ganze stadien, und gibt sich bestimmt nicht mit 250,- zufrieden.

es kommt also neben deinen fachlichen fähigkeiten auch zu einem guten teil auf die qualität deiner selbstvermarktung an. die kostet zeit und oft auch geld. beides hast du nicht.

außerdem musst du meist für das equipment wie beamer, (notebook sowieso), lautsprecher, diaprojektor, leinwand oder was sonst noch sorgen. viele haben das, aber sehr viele eben auch nicht.

wenn du die technischen und fachlichen voraussetzungen hat, wende dich mal an das kulturhäuser, gastwirtschaften mit vereinsräumen oder andere veranstaltungslokalitäten.

es gibt verschiedene „einkommens“-modelle:

  1. man zahlt dir etwas, du liest, machst männchen oder sonstwas und bekommst am ende dein vorher ausgehandeltes geld und gut is.
    null risiko, schwer dranzukommen

  2. du zahlst einen pauschalbetrag für den raum/saal, werbung für deine veranstaltung wird (manchmal) übernommen, der rest ist deine sache. du legst die eintrittsgelder fest und guckt dann komisch, wenn bloß 2 nasen kommen.
    dein alleiniges riskio. oft unkalkulierbar als neuling, vor allem, wenn noch die werbung übernommen werden muss.

  3. du zahlst nix, der veranstalter legt die eintrittgelder fest und zahlt dir alles über den betrag, der seine kosten deckt (+ seinem verdienst) aus.
    kann man mal probieren, das risiko ist überschaubar.

  4. … jede erdenkliche variante

  5. VHS … tja, versuchs … und sieh zu, dass du sowohl den ressortleiter dort als auch die VHS-besucher davon überzeugst, dass deine veranstaltung so interessant ist, dass mehr als 8 nasen kommen. sonst rentiert es sich nämlich nicht für die VHS und die veranstaltung fällt kurzfristig ins wasser. du musst allerdings für die ~ 50€ pro doppelstunde sehr viel vorarbeit leisten.

und denk dran, dass du für all diese aktivitäten rechnungen schreiben und sie versteuern musst.

schöne grüße
ann

Danke euch beiden

hallo,

und denk dran, dass du für all diese aktivitäten rechnungen
schreiben und sie versteuern musst.

schöne grüße
ann

Hi

Danke euch beiden und besonders dir, Ann, für die ausführliche Erklärung (und die Erinnerung an die Steuern).
Ich werde mal bei der VHS anfragen aber wahrscheinlich ist schon, dass man das selbst aufziehen muss, aber so weiß ich zumindest schonmal in etwa in welcher Dimension.

lg
Kate