Malariaschutz notwendig?

Hallo,

ich habe eine geführte Rundreise nach Borneo/Sarawak gebucht. Dabei werden wir zwei Übernachtungen in einem Dorf im Dschungel bei den Einheimischen haben. Ist dies eine Gegend mit erhöhtem Malariarisiko? Ist deshalb ein Malariaschutz notwendig?

Gruß
Otto

Hallo Otto!

Du solltest auf jeden Fall das nächstgelegene tropenmedizinische Institut zu Rate ziehen, da die Empfehlungen auch ständigen Änderungen unterworfen sind und Hausärzte sich oft nicht auf dem Laufenden befinden. Im Netz ist z. Zt. folgendes zu finden:

_"… Empfehlungen zur Malaria-Vorbeugung orientieren sich an Erfahrungen und Daten aus der Reisemedizin und gelten für den „Regelfall“ eines organisiert reisenden Touristen. Der beratende Arzt kann sich im Rahmen einer individuellen Beratung für ein anderes Vorgehen entscheiden, wenn das Malaria-Risiko z.B. durch Reisestil, Aufenthaltsdauer, Region, Saison oder aktuelle Ereignisse deutlich höher oder geringer anzusetzen ist als bei einem typischen Touristikurlaub. Daher ist vor Abreise in ein Malaria-Risikogebiet eine individuelle Beratung beim Arzt unbedingt empfohlen.

Aktuelle Hinweise:
März 2004
In den Monaten November bis März treten in Malaysia durch den Nordostmonsun vermehrt Regenfälle auf. Aufgrund der vermehrten Niederschläge stehen für viele Insekten, wie z.B. Mücken vermehrt Brutplätze zur Verfügung. Dadurch nimmt die Anzahl der Überträgermücken zu. Aus diesem Grund treten Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden, wie z.B. Dengue-Fieber und Malaria während und nach den Regenperioden häufiger auf. Gute Mückenschutzmaßnahmen und ggf. eine Malariavorbeugung - nach Rücksprache mit dem Arzt - sind daher unentbehrlich.
Landesweit besteht ein erhöhtes Risiko für Darminfektionen. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenständen und von Märkten wird gewarnt. Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser - Hygienemaßnahmen sollten stets durchgeführt werden, ein Typhus- als auch Hepatitis - A Impfschutz ist empfohlen.
Landesweit besteht in verschiedenen Regionen ein erhöhtes Cholerarisiko, dass vor allem die einheimische Bevölkerung betrifft. Die Infektionsgefahr bei Touristen ist als sehr gering (ca. 1 : 500.000) einzustufen. Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser - Hygienemaßnahmen sollten stets durchgeführt werden. Eine Cholera-Impfung, ist nur bei erhöhtem Risiko, für medizinisches Personal in den Katastrophengebieten indiziert. Reisenden wird keine Cholera-Impfung empfohlen.
Asien gilt als der Kontinent mit den meisten Tollwuterkrankungen. Der Hauptüberträger der Tollwut ist der Hund. Rund 40.000 Todesfälle werden jährlich aus dem asiatischen Raum gemeldet. Eine hohe Dunkelziffer wird vermutet. Wichtige Vorbeugemaßnahmen in der Bevölkerung haben bereits zu einem Rückgang der Erkrankungsfälle in Malaysia geführt. Das Risiko einer Tollwutinfektion hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehören die landesspezifischen Bedingungen, das Verhalten des Reisenden, die Reiseart und Reisedauer. Zum Personenkreis der so genannten „Risikogruppe“ gehören „Rucksackreisende“, Jäger, Waldarbeiter, Tierpfleger, Tierärzte und Personen mit häufigem Tierkontakt. Der Reisende kann sich durch eine aktive Schutzimpfung gegen Tollwut schützen. Als wichtigste Verhaltensmaßnahme für Reisende gilt, insbesondere in den Tropen und Subtropen, freilaufende Tiere (v.a. Hunde und Katzen) nie zu streicheln oder zu berühren. Bei Bissverletzungen oder im Falle von Blut- bzw. Speichelkontakt durch streunenden Tiere ist umgehend ein Arzt bzw. medizinische Hilfe aufzusuchen.
Malariahinweise
Risikogebiete: Risiko in Sabah; geringeres Risiko in West-Malaysia und Sarawak
Kein Malariarisiko: Städte und Küsten
Übertragungsmonate: ganzjährige Gefährdung
Malariaart: 65 % Malaria tropica (P. falciparum), ansonsten Malaria tertiana
_
"

http://www.fit-for-travel.de/

An anderer Stelle:

"Malaria
Risiko: ganzjährig
hohes Risiko in Sabah (Borneo) einschl. der Küstenregionen, geringer in Kota Kinnabalu, P. falciparum > 65%;
mittleres Risiko in Sarawak (Borneo), bes. im Hinterland (Grenzgebiete zu Kalimantan), fast ausschließlich P. vivax;
geringes Risiko im Landesinneren (zentral, N und NO) der malayischen Halbinsel;
malariafrei sind Küstenregionen, Städte sowie das gesamte Federal Territory um die Hauptstadt auf der malayischen Halbinsel

Vorbeugung:
Ein konsequenter Mückenschutz in den Abend- und Nachtstunden verringert das Malariarisiko erheblich (Expositionsprophylaxe).
Die wichtigsten Maßnahmen sind:
In der Dämmerung und nachts Aufenthalt in mückengeschützten Räumen (Räume mit aircondition, Mücken fliegen nicht vom Warmen ins Kalte)
Beim Aufenthalt im Freien in Malariagebieten abends und nachts weitgehend körperbedeckende Kleidung (lange Ärmel, lange Hosen).
Anwendung von insektenabwehrenden Mitteln an unbedeckten Hautstellen (Wade, Handgelenke, Nacken). Wirkungsdauer ca. 2-4 Std.
Im Wohnbereich Anwendung von insektenabtötenden Mitteln in Form von Aerosolen, Verdampfern, Kerzen, Räucherspiralen.
Schlafen unter dem Moskitonetz (vor allem in Hochrisikogebieten)
Ergänzend ist die Einnahme von Anti-Malaria-Medikamenten (Chemoprophylaxe) zu empfehlen. Zu Art und Dauer der Chemoprophylaxe fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, bzw. informieren Sie sich in einer qualifizierten reisemedizinischen Beratungsstelle … Malariamittel sind verschreibungspflichtig.

http://www.travelmed.de/

Gruß, Hartmann.

Hallo Otto,

ich bin derzeit in Indonesien, aber weit weg von dort wo Du hin willst. Hartmann hat Dir ja schon eine Menge erzaehlt, ich will nur ergaenzen, dass das Fernsehen derzeit voll ist mit Warnungen ueber Muecken die tagsueber stechen, also keine Malaria-Mosquitos. Die Regierung und Landes- und Distriktverwaltungen ueberschlagen sich mit dem Trockenlegen von Tuempeln und Pfuetzen, weil die Krankenhaeuser ueberquellen. Es gibt Erbrechen mit Blut im Auswurf und Durchfall.

Leider hat es mich auch erwischt und ich musste 6 Tage im Krankenhaus verbringen, ob es ein Mueckenstich war bezweifle ich. Der Arzt meinte Viren Infektion.

Sei als vorsichtig und spruehe dich mit dem Zeugs ein, das die Muecken nicht moegen. Allerdings keine Panik, vorsichtig ist genug.

Gruesse, Rudolf

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Ob notwendig oder nicht, auf jeden Fall wäre es sinnvoll.

Allerdings sollte man folgendes in Betracht ziehen:

  1. Die Krankenkassen wird vermutlich die Malariaprophilaxe NICHT zahlen, das musst Du selber zahlen.

  2. Wenn die Reise NUR 2 oder 3 Wochen dauert, dann bist Du sowieso schon längst wieder in Deutschland, wenn die ersten Symptome auftauchen. Und dann dürfte es ja wohl kein Problem sein innerhalb von ein paar Stunden bei einen Tropenartz oder einem Tropenmedizinischem Institut zu erscheinen. Schliesslich bist Du nicht mehr im Urwald.

  3. Die Prophylaxe ist keine Garantie das Du Dich nicht doch mit Malaria infizierst. Und die Nebenwirkungen der Medikamente sind auch nicht immer ohne !!!

Also, mein Fazit bei einer 2-3 wöchigen Rundreise lohnt es sich nicht, da Du wie gesagt die Medikamente für die Prophylaxe selber zahlen musst, da die Kasse das selten übernimmt.
Die Kasse zahlt dann lieber den Krankenhausaufenthalt und die Behandlung wenn Du wieder in Deutschland bist.
Aber so ist eben das dt. Gesundheitssystem, Prophylaxe wird nicht bezahlt, obwohl günstiger, lieber wird eine teuerer Krankenhausaufenthalt bezahlt!

Gruss

VOLKER

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hm…
Hi Volker,

Aber so ist eben das dt. Gesundheitssystem, Prophylaxe wird
nicht bezahlt, obwohl günstiger, lieber wird eine teuerer
Krankenhausaufenthalt bezahlt!

Dem deutschen Gesundheitssystem die Prophylaxe für den Luxus Auslandsreise aufzubürden fände ich, obwohl selbst regelmäsiger Fernreiser, etwas vermessen. Wer sich eine Reise in diese Länder leisten kann der sollte sich auch eine Prophylaxe leisten können.

bye
Rolf

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genau
Hi,

abgesehen davon: Wer wird schon gerne krank, weil es billiger ist?
Da bleib ich lieber gesund und hau mir ein paar Impfungen rein, auch wenn’s kostet…

Gruss,

Herb

Hallo Otto,

die Anwort von Mr. Hartmann ist sehr gut.

Bitte beachtet das Du / Ihr event. noch ander Schutzimpfungen benötigt. (Hepatites A/B, Typhos, TPC, Tetanus…)

Diese müssen leider zum Teil selber bezahlt werden. Aber - lieber vorher Geld ausgeben als später schwer zu erkranken. Das ist glaube ich schlimmer.

Nehmt euch auch Desinfektionsmittel für Wunden mit. Mehrer Einwegspritzen sollte man auch im Gepäck haben. Und nicht zu vergessen das Mückennetz (bekommt man im Outdoor Laden).

Schöne Vorbereitungszeit und eine schöne Reise

wünscht Markus

Hallo,

  1. Die Krankenkassen wird vermutlich die Malariaprophilaxe
    NICHT zahlen, das musst Du selber zahlen.

Ja und?! Wer sich so eine (Luxus)Reise leisten kann, sollte auch das Geld für Malariaprophylaxe aufbringen können…

  1. Wenn die Reise NUR 2 oder 3 Wochen dauert, dann bist Du
    sowieso schon längst wieder in Deutschland, wenn die ersten
    Symptome auftauchen. Und dann dürfte es ja wohl kein Problem
    sein innerhalb von ein paar Stunden bei einen Tropenartz oder
    einem Tropenmedizinischem Institut zu erscheinen. Schliesslich
    bist Du nicht mehr im Urwald.

Ich hatte eine Klassenkameradin, die in Deutschland an Malaria tropica GESTORBEN ist - soviel dazu!

  1. Die Prophylaxe ist keine Garantie das Du Dich nicht doch
    mit Malaria infizierst. Und die Nebenwirkungen der Medikamente
    sind auch nicht immer ohne !!!

Mich im Auto anzuschnallen gibt mir auch nicht die Garantie, dass mir bei einem Unfall nix passiert und ich tu es trotzdem! Malarone ist praktisch ohne Nebenwirkungen

Die Kasse zahlt dann lieber den Krankenhausaufenthalt und die
Behandlung wenn Du wieder in Deutschland bist.

Bravo! So kriegen wir das Gesundheitssystem in den Griff! Aus Geiz todsterbenskrank heimkommen und sich für viel Geld gesundpflegen lassen!

Gruß
Jens

„Wenn die Reise NUR 2 oder 3 Wochen dauert, dann bist Du sowieso schon längst wieder in Deutschland, wenn die ersten Symptome auftauchen“

Blödsinn, selbst 2 - 3 Wochen nach Rückkehr muss die Malariaprophylaxe noch fortgeführt werden, da sich die Erreger verkapseln können und sich selbst erst nach einer bestimmten Zeit wieder freisetzen und Du somit obwohl wieder zuhause die Krankheit erst hier ausbrechen kann.

Ruf ausreichend lange vorher (die Prohpylaxe muss auch mindestens eine Woche bevor du fährst begonnen werden) bei einem Tropeninstitut an (z.B. Hamburg oder Düsseldorf) die können dir genau sagen ob für den Teil Borneos in den du dich begibst Prohpy. notwendig ist.

Gruss
Mick