Malz im Brot?

Hallo,
ich habe ein Brotrezept (Dinkelmehl mit Sojakernen, mit Hefe und Sauerteig) bei dem als zusätzliche Zutat 1EL Malz angeben wird, leider ohne jeden weiteren Hinweis.

Ich habe das Rezept schon so probiert und es schmeckt/funktioniert, ich nehme an, dass das Malz für einen intensiveren Geschmack sorgen soll. Hat jemand eine Idee, was gemeint sein könnte (Pulver, Flüssigkeit, …) und vor allem wo ich das dann bekomme?

Danke
Tini

Hallo Tini,

ich habe ein Brotrezept (Dinkelmehl mit Sojakernen, mit Hefe
und Sauerteig) bei dem als zusätzliche Zutat 1EL Malz angeben
wird, leider ohne jeden weiteren Hinweis.

Ich habe das Rezept schon so probiert und es
schmeckt/funktioniert, ich nehme an, dass das Malz für einen
intensiveren Geschmack sorgen soll. Hat jemand eine Idee, was
gemeint sein könnte (Pulver, Flüssigkeit, …) und vor allem
wo ich das dann bekomme?

es gibt 2 1/2 Möglichkeiten:

  1. das Malz soll für die schöne braune Farbe sorgen - weil Dinkel an sich ja eher „grau“ ist.
    Dann geht als Ersatz Zuckerkulör

  2. das Malz soll für Süße sorgen und der Rezeptersteller will diese Süße passend zum Brot aus einem Getreideprodukt zusetzen. Dann müsstest Du mit klein gestoßenen Bayerisch Blockmalz-Bonbons hinkommen

die letzte(halbe) Möglichkeit - das Rezept schreibt Malz und meint Melasse. Dafür kannst Du dunklen Rübensirup einsetzen.

viele Grüße
Geli

Servus Tini,

Geli hat Dir schon alles wesentliche gesagt - noch eine Anmerkung:

Malz, in der Regel als Zuckerkulör, kann auch dazu dienen, dass das Brot süßlich-streng schmecken soll und in der Farbe aussehen soll wie das gefärbte „Körnerbrot“ vom Standardbäcker.

Es gibt streng genommen bloß ein Vollkornbrot, bei dem diese Farbe ohne weiteres Zutun und ohne weitere Zutaten entsteht: Das ist der klassische Pumpernickel, gebacken aus sehr grobem Roggenschrot etwa einen Tag lang bei 90° C: Bei dem kommt es durch den besonderen Backvorgang beim Roggen zu der Färbung & Süße. Eine dunkle Färbung tritt auch bei klassischen Honigkuchen und Lebkuchen auf, deren Teig vor dem Backen etwa einen Monat lang reift.

Bei anderen Broten ist Malz/Zuckerkulör als Zutat eine Erfindung des modernen Bäckereiunwesens: Wenn man in die normalen industriellen Backmischungen ein paar Schippen Vogelfutter und einen guten Hieb Malz reinwirft, kann man das nachher für gutes Geld als „Spessarträuber“, „Vitalkrustino“, „Körner-Fitness-Snack“ oder sonstwas für ein Zeugs verkaufen und damit auf die Delirien der Kundschaft eingehen, ohne dass das Reifen des Teigs und das Backen selber die Zeit und die Aufmerksamkeit braucht, die richtige Vollkornbäckerei erfordert.

Schöne Grüße

MM

Geli und Martin,
vielen Dank Euch beiden - da wäre ich ja beinahe in eine Falle gelaufen. Brot selbst backen will ich nämlich hauptsächlich, weil ich den Verbrauch von überflüssigerweise (zum Profit der Industrie) mit Zucker versetzen Lebensmitteln (in denen er nur als billiger Füllstoff dient) vermeiden will.

Danke
Tini