Mama-Papa-Bett

Unsre 2 1/2-jährige tochter wurde mit dem buch „jedes kind kann schlafen lernen“ aufgezogen und es hat immer alles wunderbar geklappt. Aber seit anfang des jahres haben sich so nach und nach echte probleme entwickelt. Erst wollte sie nicht mehr allein einschlafen, das konnten wir mit einer halben schrei-stunde dann abbiegen. dann kam sie immer nachts zu uns ins bett. mit reden und tricks (papa hat mit dem kleinen löwen gesprochen, der beschhütztt dich, schau mal usw) war nichts zu machen. dann wollte sie nur noch in unserem bett einschlafen. jetzt wieder nur noch in mama-papa-bett und zusätzlich mit einem elternteil. leider schreit sie nachts manchmal und strampelt und schlägt um sich und weckt einen ziemlich unangenehm. lässt sich irgendwas machen? müssen wir sie für einige zeit in ihrem zimmer einsperren? mir kommt das so grausam vor, meinem mann noch mehr. bitte helft!

juliane

Ich bin zwar weder Mutter noch Kinderpsychologin, glaube aber in sofern mitreden zu koennen, dass ich selber „so ein“ Kind war.
Bis zu meinem 10. Lebensjahr war ich kaum dazu zu bringen, alleine zu schlafen: zunaechst einmal sicherlich, weil ich Angst hatte, und schliesslich wohl auch, weil es mir zur Gewohnheit geworden war.
Meine Eltern und aelteren Geschwister liessen mich gewaehren (obwohl Aussenstehende haeufig mit Kopfschuetteln reagierten), in der Hoffnung, es wuerde sich von alleine wieder geben. Und sie hatten recht - irgendwann zog ich mich aus eigenem Wunsch zurueck, und ich glaube behaupten zu duerfen, dass es bei mir keinen
Schaden hinterlassen hat.

Falls Euer Kind ansonsten keine Verhaltensauffaelligkeiten zeigt bzw. nicht i.a. ueberaengstlich und unselbstaendig ist, wuerde ich diese Phase nicht ueberbewerten.
Zehn Jahre sind wohl auch eher die Ausnahme(-:
Alles Gute wuenscht
Lilly

Hallo Juliane,
ich weiß nicht, ob ich Dir helfen kann, möchte Dir aber meine Erfahrungen berichten (seufz).
Unser Sohn hat - bis er zwei Jahre alt war - alleine in seinem Bett geschlafen. Mit zwei Jahren wollte er nicht mehr alleine einschlafen. Zuerst haben wir auch versucht, ihn ne halbe Stunde schreien zu lassen. Als dies aber zu sehr an die Nerven ging, habe ich mich halt mit dazugelegt. Was zur Folge hatte, daß er noch heute - er ist mittlerweile acht Jahre alt - immer noch im Ehebett schläft. Wir haben zeitweise versucht (Einschulung, Geburtstag - Du bist ja jetzt schon so groß, sein Zimmer aufgemotzt usw.) ihn dazu zu bewegen, in seinem Zimmer zu schlafen. Mittlerweile habe wir es aufgegeben. Wir hoffen jetzt halt, daß er irgendwann von selber in seinem Zimmer schlafen will.
Ich denke, wir haben irgendwie den Zeitpunkt verpaßt. Ich habe übrigens mit einer Psychologin darüber gesprochen, aber deren Rat (Elternschlafzimmer absperren, nach einer Nacht auf dem kalten Fliesenboden wird er freiwillig in sein Bett gehen) natürlich nicht befolgt. Ich denke, Ihr müßt Euch entscheiden - so oder so. Denn der tägliche Nervenkrieg zermürbt Euch und Euer Kind.
Viel Erfolg und gute Nerven.

Sonja (die mittlerweile sehr wenig Platz im Bett hat)

P.S. Falls Ihr einen „todsicheren“ Tipp bekommt, laßt es mich wissen :wink:

Liebe Eltern!

Lassen Sie das Kind zunächst bei Ihnen schlafen: keinen Widerstand nach dem Motto „das darf doch nicht wahr sein“ oder " was haben wir bloß falsch gemacht"!

Bücher über Kinderängste - und diese sind mit zunehmendem Alter unterschiedlich - gibt es genug; eine gute Buchhandlung berät gut; Kursleiter bei Familienbildungsstätten oder Volkshochschulen können ebenfalls beraten.

Kinder, Erwachsene auch, haben Gründe, auch wenn wir sie nicht gleich verstehen, geschweige denn gleich annehmen können.

Beachten Sie bitte stets: Entwicklung läuft in Stufen/Schüben/qualitativen Sprüngen ab. Meistens dauern diese Wachstumsschübe nicht länger als 1/4, wenn es hoch kommt 1/2 Jahr. Trotzdem: Sie sollen hilfreiche bis notwendige „(Ab-)Hilfe“ finden.

Aufgrund der Erziehung, die Sie selber genossen haben, nehmen Sie diese Situation zum Anlaß/als Chance, einander vertrauter - wenn möglich „eins“- zu werden.

Falls Sie Christen sind, haben Sie die Möglichkeit, für sich und die (mit den) Kinder(n) zu beten. Wer nicht beten kann, der kann dennoch, während das Kind schläft, wohltuend, entspannend und ermutigend zu ihm sprechen. Bitte kein „nicht“ verwenden!

mfg. JCB

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Liebe Eltern!
Es wird sicher Gründe haben, warum Ihr Kind gerade jetzt wieder? zu Ihnen ins Bett möchte.(Entwicklungssprünge, die ,weil ein Kind sie noch nicht recht zuordnen kann, beunruhigen.)
Auch mein Tipp wäre, lassen Sie Ihr Kind bei sich schlafen. Wenn Sie merken es wird aus Schutzsuche, Gewohnheit, könnte man mit dem Kind ein Abkommen schließen. z.B.Heute Nacht schläfst du in deinem Bett – wenn du es xxx mal geschafft hast, dann – etwas positives in Aussicht stellen.(Keine Süßigkeiten! - das Lieblingsessen wünschen / - Ziel eines Spaziergangs bestimmen o.ä.)
Ihr Kind kann ja jeden Tag den es schafft in einem Kalender umkreisen. Bei so kleinen Kindern würde ich einen kurzen Zeitraum wählen.

Alles Gute! C.

Hallo
unsere Tochter (4) liebt es auch bei uns zu schlafen und ist dann auch mitunter sehr unruhig.
Wir haben mit ihr ein Abkommen getroffen, nachdem wir sie eines nachts etwas unsanft aus dem Bett geschmissen haben. Sie darf gern „später“, „gegen morgen“ zu uns ins Bett kommen. Das klappt auch !
Vorteil ist, dass wir wenigstens ein paar Stunden ungestört schlafen können. Wir bestehen auch darauf, dass sie abends in ihrem Bett einschläft. Wenn sie dann aber zu uns ins Bett kommt, heissen wir sie auch willkommen. Was gibt es schöneres, als das leise „tapp, tapp, tapp“ zu hören ? Oft schläft sie sogar in ihrem Bett durch.
In ein paar Jahren ist diese schöne Zeit leider vorbei…
Gruß Andreas

ich habe es gerne…
wenn unsere Tochter (1 1/2 Jahre) zu mir ins Bett kommt. Das tut sie täglich fast immer zur gleichen Zeit - sie schläft übrigens in ihrem Bett ein.
Ich finde es süß und genieße es wenn sie sich ganz zu mir kuschelt und ihren Arm auf meine Wange legt. Diese herzige Zeit ist doch eh so kurz, versucht doch das beste daraus zu machen.
Gute Nächte Majo

Unsere 2. Tochter kam 14 Monate nach der Geburt des ersten Kindes auf die Welt und ich hatte keine Kraft für Machtkämpfe, was das Schlafen betrifft. Wenn sie nachts aufwachte, habe ich sie in mein Bett geholt und wir beide schliefen friedlich weiter (sie ist allerdings immer in ihrem Bett eingeschlafen). Ich habe es stets genossen, sie neben mir liegen zu haben. Heute ist sie 12 und kommt schon seit vielen Jahren nicht mehr in mein Bett. Genieße die Zeit, Ihr beide habt weniger Streß, das Zusammenleben ist wesentlich entspannter. In 10 Jahren wirst Du Dir die Zeit zurückwünschen.

Hallo,

Was gibt es schöneres,
als das leise „tapp, tapp, tapp“ zu hören
?
In ein paar Jahren ist diese schöne Zeit
leider vorbei…

Wir haben diese Erfahrung noch nicht gemacht. Ich frage mich aber immer, wie man das nervlich schafft, wenn man berufstätig ist, nachts nicht richtig schlafen zu können. Vielleicht habe ich da noch ein Ein-halbes-Jahr-nachts-den- Nachwuchs-stillen-Problem. Ich bin froh um jede Minute Schlaf, die ich bekommen kann.

Viele Grüße, Deborah

Nur eine kleine sarkastische Anmerkung (Tschuldigung)

Unsre 2 1/2-jährige tochter wurde mit dem
buch „jedes kind kann schlafen lernen“
aufgezogen

[…]

müssen wir
sie für einige zeit in ihrem zimmer
einsperren? mir kommt das so grausam vor,
meinem mann noch mehr.

Wieso? die „jedes kind kann schlafen lernen“-Methode ist doch auch grausam.

… ich auch, aber …
… irgendwann wollen wir auch mal schlafen.
Unser Robin (fast 2) strampelt und dreht sich im Schlaf. Wir werden dadurch sehr gesört, obwohl wir ein Riesen-Bett haben.

Ich denke, daß er das mit fünfzehn nicht mehr machen wird… bis dann gute Nacht.

Martin

Jedes Kind kann schlafen lernen ?
Hi Martin

Wieso? die „jedes kind kann schlafen
lernen“-Methode ist doch auch grausam.

was ist denn das für eine Methode ? Nicht das ich so ein Buch bräuchte, unsere Tochter (2,5) geht immer gerne ins Bett (und das war auch immer schon so), aber interessieren würds mich schon.

Gruss
Marion

Hi Martin

Wieso? die „jedes kind kann schlafen
lernen“-Methode ist doch auch grausam.

was ist denn das für eine Methode ? Nicht

Im Prinzip:
1 Kind ins Bett legen.
2 Es schreit.
3 Pause.
4 Reingehen, trösten, rausgehen.
5 wenn es schreit: goto 3

Wobei die Pause immer länger wird.
Das Kind schreit solange, bis es merkt, daß es keinen Sinn hat (oder erschöpft ist) und lernt so einschlafen ohne Beisein der Eltern. (= Konditionierung) Dadurch kann es auch alleine wieder einschlafen, wenn es in der Nacht aufwacht.

Das funktioniert schon, wenn Du eine dicke Haut hast, aber grausam ist es. Ob es der Psyche des Kindes gut tut ist eine andere Frage.

Erst schreien lassen, dann einsperren.
Was habt Ihr denn als nächstes vor?
Fesseln? Knebeln?
Tina

Unser Sohn hat die ersten 2,5 Jahre nie länger als 2 Std. am Stück geschlafen - der pure Horror. Das Buch haben wir auch versucht, nur unser Sohn hat nach 2 Minuten schreien immer gekotzt und da hat man dann ziemlich schnell die Nase voll. Auf jeden Fall waren wir dann wirklich absolut am Ende und haben uns an eine Familientherapeutin gewandt. Schon nach der ersten Std. war uns klar, das nicht unser Kind, sondern wir das Problem sind. Versuche nie etwas durchzusetzen, von dem du nicht wirklich überzeugt bist, Kinder haben eine sehr feine Antenne dafür und kriegen dich sehr schnell wieder dorthin, wo sie dich haben wollen. Die Therapeutin hat mir also gleich in der ersten Stunde so viel Kraft gegeben und mir war ganz einfach plötzlich klar was ich wollte. Ich habe also unseren Sohn mit dem üblichen Ritual (Gutenachtgeschichte) ins Bett gebracht und ihm dann im wahrsten Sinne des Wortes bestimmt und deutlich gesagt, das ich heute Nacht nicht von seinem Geschrei geweckt werden möchte und endlich mal wieder die ganze Nacht durchschlafen will. Es mag wie ein Wunder klingen - von da an hatte ich nie wieder schlaflose Nächte (er ist heute fast 5 Jahre alt). Es ist aber kein Wunder, sondern ich habe meinem Kind nur endlich eine deutliche Grenze aufgezeigt, habe endlich meine ewige Unsicherheit und mein Mitleid und schlechtes Gewissen über Bord geworfen und ihn ohne jedes Schreien oder sonstwas dazu gebracht. Einfach nur weil ich endlich absolut sicher war, was ich wollte und es deutlich formuliert habe.
Schade, das ich solange dafür gebraucht habe .Er braucht die Grenzen und er will sie und gerade im Trotzalter. Wichtig ist auch, das ihr euch gegenseitig unterstützt und nicht einer dann nachgibt oder so. Also gebt nicht auf, versucht innerlich stark zu sein denn die nächste Herausforderung kommt bestimmt.Die „versuchen“ es woanders irgendwo immerwieder. Seit überzeugt von dem was ihr tut und sagt.
Ich weiß, das ist sooo leicht gesagt…
Viel Glück Tina

Grausam ist es sowohl fuer die Eltern, die total genervt sind, weil sie nachts kein Auge mehr zukriegen. Und ob ein durchgehender Schlaf dem Kind und seiner Entwicklung wohltut, steht doch wohl auch ausser Frage.
Alle Leute, die ich kenne und die nach der Methode wieder ruhig schlafen gelernt haben, sind dankbar dafuer. Letztendlich geht es hierbei auch mal wieder um Konsequenz (im Verhalten der Eltern).