Mamelucken und Mongolen

Ein Hallo an alle Militärexperten.

Gehen wir einmal zurück ins 13.Jh. Damals rannten die Mongolen so ziemlich alles über den Haufen: Chinesen, Moslems, Assaniden usw…
Keiner hatte ihren beweglichen Reiterheeren etwas entgegenzusetzen. Die Mongolen hätten wohl auch Europa erobert, wenn nicht…, ja, wenn nicht die Mamelucken in Ägypten sie gestoppt hätten.

Wieso waren die Mamelucken dazu in der Lage?
Was hatten sie, was die anderen nicht hatten?
Was befähigte die Mamelucken im Gegensatz zu allen anderen, die mongolischen Reiterheere zurückzuschlagen?

MfG Reiner

Hallo!
Mamelucken
(Mamluken) [arab. »Sklaven«], urspr. Militärsklaven türk., kaukas. oder slaw. Herkunft, die seit dem 9.ÿJh. in Ägypten und Syrien Kriegsdienst leisteten und in den folgenden Jh. bis zur osman. Eroberung (1516/17) von Kairo aus über diese Gebiete herrschten. Ihr Einfluss in Politik und Verwaltung dauerte bis 1811, als Mehmet Ali sie durch ein Massaker ausschalten ließ. Herausragende Feldherren und Sultane waren Baibars (1260þ77) und Kalaun (1279þ90).

Einige der Mamelucken, wie z.B. Baibars I., erweisen sich als äußerst kraftvolle Herrscher, die, an die Reitertechnik der Mongolen gewöhnt, diesen gegenüber Syrien dauernd behaupten und dadurch den arab. Islam in Afrika vor einer Unterjochung durch die ungläubigen Mongolen bewahren.
Ich glaube, das sagt alles. Sie waren ein Kriegervolk, entstanden aus Sklaven, die nichts zu verlieren hatten.

Gruß Werner

Hi Reiner
Zusätzlich zur bereits gegebenen Antwort:
Das Heer der Mongolen war dadurch geschwächt, das in der Mongolei der Großkhan Mönke 1259 verstorben war. Alle höheren Heerführen waren zur Wahl des neuen Großkhans in die Mongolei zurückgekehrt.

Der Befehlshaber des Heeres der Mongolen, Kitbuga, hatte also nur ein Restheer zur Verfügung.

Zum zweiten, die Taktiken der Mameluken und der Mongolen waren sehr ähnlich, bei beiden Heeren handelte es sich um reiterheere, die mit Reflexbogen kämpften. Der Unterschied zwischen beiden Heeren lag darin, dass das Mamelukenheer wesentlich disziplinierter war. Das gab den Mameluken einen entscheidenden Vorteil.

Letzte Anmerkung:
Ob die Mongolen Europa erobert hätten, steht in den sternen. so schlugen sie 1241 ein Deutsch-Polnisches Ritterheer bei Liegnitz/Schlesien, wohin sie via Ukraine und Nordeuropäische tiefebene vorgestossen waren.

Der Haken an der Sache, warum sich kein Reitervolk in Mittel-und Waesteuropa wirklich festsetzen konnte, liegt in der Geographie, die hügelige, stark bewaldete Topographie ist für Reiterheere denkbar schlecht, und der bereits damals hochentwickelte Burgenbau setzte den Reiterheeren enge Grenzen. Den Hunnen und Ungarn (sozusagen reitertechnische Vorgänger) gelangen immer nur kurze Einfälle. Die Hunnen verschwanden, die Ungarn wurden nach der Schlacht auf dem Lechfeld in der Pannonischen Tiefebene seßhaft…

Gruß
Mike