Man merkt erst was man hatte, wenn mans verliert!

Hey…

In mir drin ist totale Baustelle und ich find keine Unleitung.
Würd mich über Rat freuen.

Hoffe, mein Text mird nicht zu lang.

Ich habe vor einiger Zeit mit meinem Freund Schluß gemacht. Es war eine Beziehung mit extremen Höhen und Tiefen. Die Gedanken, die Beziehung zu beenden waren schon lange vorher da. ich erkannte, dass wir in einem „Beziehungsmuster“ lebten. Nämlich: >> Wir leben nebeneinander her, (dh. man geht sehr oft getrennt fort, man hat keine gemeinsamen Interessen, man sieht sich abends um dann nebeneinander einzuschlafen) das geht eine Weile gut bis wir merken, dass wir uns aus den Augen verlieren. Dann kracht es und wir reden endlich. Wir machen Pläne, was wir alles ändern wollen… die Hoffnung ist riesengroß, dass alles gut wird, doch vergebens, denn der Kreislauf beginnt erneut… wir leben nebeneinander her…

Tach,

In mir drin ist totale Baustelle und ich find keine Unleitung.

Nichts ist langweiliger als auf einer gut ausgebauten Autobahn zu fahren. Alles fliegt vorbei und du hast keine Chance einfach mal auszubrechen oder etwas genauer anzuschauen. Dann doch lieber aussteigen und zu Fuss gehen. Der Weg ist das Ziel.

Würd mich über Rat freuen.

Weniger Rat, ich kann nur die Klappe nicht halten :wink:

Ich bin froh das es nun vorbei ist.

Ich auch, für dich.

Die Zeiten, die wir zusammen verbrachten, waren immer so
schön. Voller Wärme. Wir saßen die halbe Nacht, eingemummelt
in einer Decke, im Auto und erzählten… ich könnte noch so
viele Beispiele aufzählen… Wir verstanden uns blind. Und ich
hab das alles so für selbstverständlich angesehen. Erst jetzt
merke ich wie doof ich gewesen bin! Ich ärgere mich so… Nun
ist es zu spät. jetzt hat er eine Freundin… und sie sehen
glücklich zusammen aus. ich bekomme nun alles zurück, was ich
damals mit ihm gemacht habe. Nun muss ich zu sehen, wennn er
sie küsst. Damals sah er zu.

Ja das tud ganz schön weh. Aber wenn du in ihm nur einen Freund gesehen hast, denkst du wirklich es wäre etwas daraus geworden? Könnte ja sein das du dann auch nur in eine Abhänigkeit gekommen wärst. Die ihn nicht entäuschen zu wollen, weil er ja alles für dich tud.

er sagte letztens… wieso es alles so kommen musste?! Es sei
ihm komisch, wenn er seine Freundin mit hat und ich auch da
bin. ich sei was besonderes!
Ich seh in mir gar nix besonderes!

Er sieht aber in dir etwas besonderes, was siehst du in ihm?

Die Einsicht tut weh, ähnlich wie die Einsamkeit, die mich
quält. Sonntags allein verbringen ist die Hölle. Auch wenn ich
nicht wirklich alleine bin… die Familie, Freunde sind da…
Aber das ist nicht das gleiche.
Dann möchte ich am liebsten weit weg gehen… Weglaufen, vor
mir selbst, nenne ich das. Und wenn ich dann weg bin, dann
möchte ich nach paar Tagen wieder zurück, nach Hause. bis zum
nächsten mal… Was soll denn das?!

Du bist auf der Suche.

Wenn ich gerade keine Gelegenheit habe weg zu gehen und mir an
solchen Sonntagen die Decke auf den Kopf fällt, fahre ich mit
dem Auto durch die Gegend, höre Rosenstolz,

naja gibt schlechtere Musik :wink:

rede mir ein, dass
alles gut wird, ich den Mann meines Lebens schon finden werde,
wenns soweit ist… Denke an den „Freund“ vermisse ihn, wünsche
mir, dass ich ihn treffe und die Lehre ist wieder da.

Na wenn es dir eine Lehre war, hast du doch etwas gewonnen. Wenn es auch nur Erfahrung ist. SCNR

Was kann ich tun?!

Um ihn kämpfen? Das Leben ist nicht fair und die anderen sind es auch nicht. Das aber nur wenn du dir wirklich über deine Gefühle im klaren bist.

Wie lässt man los?!

Wenn du die Lösung findest sag mir bitte Bescheid

Gruss Jan

nicht verloren, sondern gewonnen!
Hallo jaci,

Was kann ich tun?! Wie lässt man los?!

Mancher Kummer setzt Selbstvorwürfe frei, denn man denkt über sein Handeln nach, was diese Unzufriedenheit auslöste. Und auf einmal wertet man seine Entscheidungen ab, die nüchtern betrachtet doch eigentlich richtig wären, wenn da nicht dieser Seelenschmerz wäre. So eiern die Gedanken einem durch den Kopf - es kommt mir jedenfalls so bei dir vor.
Du schreibst von dem einen Freund, der dich nicht wärmte auch wenn er dich hielt und von dem anderen, der dich wärmte aber nicht richtig halten konnte.
Vielleicht hilft es dir, wenn du das alles als Schicksal siehst - es ist so wie es ist. Es wurde agiert und reagiert - keiner von Euch konnte anders handeln, auch wenn in der Phantasie andere Bilder von glücklicher Zweisamkeit herumspukten. Mißglückte Beziehungen oder solche die gar nicht erst entstehen können sind immer eine Chance für einen Neuanfang, also für eine neue Beziehung. Du hast nämlich dadurch deine Erfahrungen gemacht, auch wenn sie wehtun, und viel über dich gelernt (was du dir von einem Mann wünschst, wie er mit dir umgehen soll…usw.). Das könntest du als Basis für dich sehen, so eine Art Grundbedingung, bevor du dich wieder bindest. Und dann hast du gute Voraussetzungen für eine dauerhafte und vorallem froh machende Freundschaft.

viele Grüße
claren

hallo Jaci,

die Phase, in der du grad bist ist meines Erachtens ziemlich wichtig für dich als Persönlichkeit. Du mußt jetzt zu dir selbst finden.
Ich sage das im Rückblick auf eigene Erlebnisse. Entschuldige, wenn es vielleicht manchmal etwas hochtrabend und philosophisch wird, ich versuch mich so klar wie möglich aus zu drücken.

Du scheinst im Verlauf dieser Ereignisse ja schon einiges über dich selbst und deine Bedürfnisse gelernt zu haben und das ist gut. Ich denke, es gehört mit zum Twen-Alter dazu, daß man sich selbst findet. Mein Eindruck von dir ist, daß du grad am Anfang dieses Weges stehst. So sehr die verganenen Ereignisse und vertanen Möglichkeiten auch weh tun, versuche deine Situation als Chance zu sehen. Versuch keine hättte-wäre-wenn-Gedanken zu denken sondern die Situation so zu akzeptieren, wie sie im Moment ist.
Richte deinen Blick erst mal nach innen, lerne dich selber richtig kennen und nimm dich so wie du bist. Versuche, dich nicht über andere zu definieren sondern in dir selber zu ruhen. Das ist meiner Meinung nach die Grundlage für gute und beständige Beziehungen und überhaupt für vieles mehr. Werde eine eigenständige Persönlichkeit.

Du schreibst, daß deine Eltern ein Team sind und daß du auch gerne so eine Beziehung hättest. Es ist schön, daß du weißt, was du willst. Jetzt schau dir deine Eltern mal genau an. Hinter dem Bild „ein gutes Team“ steckt nämlich oft viel mehr als man auf den ersten Blick vermutet.
In einem Team sind beide gleichberechtigt. Es gibt keine einseitige Abhängigkeit (so wie mir das bei dir und deinem Ex-Freund der Fall gewesen zu sein scheint). Jeder kennt seine Stärken und Schwächen und weiß, wo er den anderen braucht und wo der andere ihn braucht. Ein Team ist ein Geben und Nehmen. Das ist allerdings nur dann möglich, wenn beide Partner zuerst mal sich selbst kennen und annehmen. Wenn einer sich über den anderen definiert, wird die ganze Geschichte wackelig, dann werden kleine Unstimmigkeiten schnell zu essentiell wichtigen Geschichten und man kann Probleme nicht mehr gelassen angehen und lösen. Das In-sich-selber-Ruhen ist meiner Ansicht nach eine wichtige Vorraussetzung für eine Team-Beziehung.
Oh, ich seh schon, ich schweife ab.
Was ich sagen wollte: akzeptier deine Situation so wie sie jetzt ist und versuch erst mal zu dir selbst zu finden und auch alleine klar zu kommen. Fang auf keinen Fall eine Lückenbüßer-Beziehung an, nur damit du sonntags nicht allein bist. Lerne mit dem Zustand um zu gehen. Wenn du daß schaffst, dann hast du den Grundstein gelegt, um einmal eine Team-Beziehung führen zu können.

Schau nicht zurück, es bringt nichts. Dreh dich um und schau vorwärts.

Ich wünsch dir, daß du Ruhe findest.
Grüßle,
Sandra