Hi Malka,
vor einiger Zeit habe ich hierzu einen interessanten Artikel in einer Zeitschrift gelesen.
Man versuchte, alle Kulturen und Weltanschauungen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, was das friedvolle Zusammenleben der menschen untereinander betrifft.
Im Talmud, im Christentum, im deutschen Volksmund, bei östlichen Religionen, überall gibt es einen sinngemäß gleichlautenden Grundsatz hierfür:
Was du nicht willst, das man dir tu, das füg´ auch keinem andern zu.
Wir Menschen bewegen uns in verschiedenen sozialen Zellen. Die erste Zelle ist die Familie, dann die Schulklasse, Lehre/Ausbildung/Studium, Ehe oder Lebensgemeinschaft, Freundeskreis - überall gibt es diese Zellen, in denen wir uns behaupten und bewähren müssen. Mitglieder dieser Zellen treffen immer wieder aufeinander, da soziale Bindungen und Verknüpfungen entstehen.
Wenn jetzt einer dem anderen ständig Schaden zufügt, wird der Beschädigte sicher auch nicht mehr bereit sein, dem Peiniger zum späteren Zeitpunkt noch Gutes zu tun.
Und die Wahrscheinlichkeit ist groß, auch bei Milliarden von Menschen auf der Welt, dass die beiden Menschen wieder aufeinandertreffen, oder der ehemals Gepeinigte nunmehr die Macht hat, sich ein bisschen zu rächen. Rachegefühle sind etwas durchaus Menschliches. Auch der Gott der Christen, Moslems und Juden hat versprochen, Sünden zu vergelten. Sogar bis in die 4. Generation hinein. Gütig ist er, indem er den Christen bis in die 1.000e Generation Gutes zu tun verspricht, als Vergeltung für ein Wohlverhalten.
Es gibt einen Witz, als der Zahnarzt Dr. Müller dem Patienten Schulze schmerzhaft im Oberkiefer rumbrokelt. Er könnte ihm ja etwas gegen die Schmerzen geben. Muss er aber nicht. Er könnte die Behandlung auch schneller machen. Muss er aber nicht. Soll ja ordentlich werden.
„Na, Herr Hauptfeldwebel Schulze, nu machen Sie mal das Maul genausoweit auf, wie damals auf dem Kasernenhof!“, wird der ehemalige Rekrut Müller sagen, den der Schulze so vortrefflich zu schikanieren wusste.
Man sollte also damit rechnen, dass auf einen zurückfällt, was man anderen Schlechtes tat.
HM
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