Eins verstehe ich nicht es gibt z. B. bei uns in der Firma soviele Manager die teilweise in der früh um 8 Uhr in der Firma sind wenn nicht schon früher und teilweise bis spät Abends 20 -24 Uhr im Hause sind. Wie halten diese Leute die teilweise auch schon über 30 sind diesen Stress aus? Andere fliegen lange Strecken von USA nach Deutschland und gehen anschließend in ein Meeting. Liegt es am Gehalt oder an bestimmten inneren Einstellungen die diese Leute zu solchen Leistungen befähigt, oder ist es nur Raubbau am eigenen Körper bzw. an der Psyche? Oder liegt es nur daran das sie keine Untergebenenfuktion inne haben? Zumindestens ein Teil davon hat auch Vorgesetzte, wie halten die das durch oder aus? Wenn ich meine freie Zeit nicht habe oder bestimmte eigene Interessen nicht angehen kann wäre ich ziemlich gestresst und genervt vom Job. Wo ist zwischen solchen Menschen und z. B. mir einen normalen Arbeitnehmer der Unterschied?
Hallo harwin,
. . . Wo ist zwischen solchen Menschen und z. B.
mir einen normalen Arbeitnehmer der Unterschied?
vllt. im Wort „normal“?!
Was diese Typen sich antun, ist nicht normal - mögliche Ursachen hast Du schon genannt. Und dahinter steckt vllt. eine Mischung aus Angst (nicht befördert zu werden bzw. von anderen „überholt“ zu werden) und einer gehörigen Portion Egozentrik (ohne mich läuft da nichts) bis Selbstüberschätzung.
Wo ist zwischen solchen Menschen und z. B.
mir einen normalen Arbeitnehmer der Unterschied?
Denen macht ihr Job Spaß!
Hallo erstmal,
es gibt durchaus positiven Stress, den man nicht als belastend empfindet. Wenn die Arbeit Spaß macht und sich lohnt kann man viel mehr schaffen und erreichen, als wenn man mit langen Zähnen antrabt, oder schon in der Frühe eigentlich nicht weiß, was man den ganzen Tag im Büro machen soll.
Wenn man dies in Maßen oder nur periodisch macht, kann man damit wunderbar leben, und sich dabei glücklich fühlen und auch gesund bleiben. Die Grenze zum Raubbau an der eigenen Gesundheit ist aber schnell überschritten, und da muss man aufpassen.
Wenn ich im Projekt bin, sind 50-60h Wochen, teilweise mit Wochenendeinsätzen, auch bei mir keine Seltenheit sondern eher die Regel, und das macht mir gar nichts aus, wenn ich sehe, was ich damit erreiche, und dass man in einem guten Team arbeitet. Wenn dann auch noch das Feedback des Auftraggebers stimmt, steigst Du am Freitag beschwingt aus der Spätmaschine und telefonierst noch eine lockerer Runde mit den Kollegen, und kannst dann auch problemlos abschalten, und bist Montag wieder um 06:00 motiviert am Flughafen.
Und nach ein paar Monaten Projekt darf es dann natürlich auch mal wieder ein paar Wochen richtig ruhig laufen.
Gruß vom Wiz
Wo ist zwischen solchen Menschen und z. B.
mir einen normalen Arbeitnehmer der Unterschied?Denen macht ihr Job Spaß!
Mag sein - bis zu einer gewissen „fließenden“ Grenze, die allerdings vermutlich von den Betroffenen nicht gesehen und daher oft und schnell überschritten wird . . .
Hallo Harvin,
also bei uns gibt es Chefs, die haben gar keine anderen Interessen.
Die haben ihr Hobby zum Beruf.
Viele Grüße
Sarah
Wir sehen aber(leider o.Gott sei dank?) nicht die vielen Manager,die unbemerkt in Behandlung sind,in Kliniken sind und sich gegen Psychosen und panikattacken behandeln lassen.Und würde es nicht schreiben,wenn ich es nicht wirklich wüßte.
David
Gehirndoping?
Hi Harwin,
ist meiner Meinung nach bei einigen eine Mischung aus Leistungsdruck und Karriere"geilheit".
Habe kürzlich eine Radiosendung dazu gehört, in der ein Manager davon berichtet hat, dass er - um mithalten zu können - erst Ritalin, dann nach und nach dazu noch Speed, Valium und schließlich noch Koks genommen hat, um das Arbeitspensum und die Erwartungen zu erfüllen.
Angeblich gibt es inzwischen schon recht viele Menschen, die mit einigen Mitteln entsprechend nachhelfen. Ein bisschen wird das Phänomen Gehirndoping hier erklärt:
http://www.br-online.de/ID1257184222189.xml
http://www.br-online.de/ID1234448205945.xml
Viele Grüße
Stefanie
Denen macht ihr Job Spaß!
Mag sein - bis zu einer gewissen „fließenden“ Grenze, die
allerdings vermutlich von den Betroffenen nicht gesehen und
daher oft und schnell überschritten wird . . .
Nein das sehe ich nicht so, die Leute wissen genau was sie machen,
oder sagen wir es anders sie wissen es genau so gut wie jeder
Alkoholiker.
Ich habe es 10 Jahre gemacht und nun mittlerweile 8 Jahre wieder
viel ruhiger. Was besser ist weiß ich nicht, ich kann beides
verstehen, manchmal möchte ich es zurück aber meistens ist gut so wie
es ist.
Stefan
Da stimme ich Dir zu, David.
Ich glaube schon, dass es Manager gibt, denen ihr Job Spaß macht und die dadurch positiven Stress erleben, und der ihnen guttut. So wie es Wiz geschrieben hat. Aber manche vergessen einfach, dann auch mal ne Pause einzulegen und kürzer zu treten.
Das Ende vom Lied ist dann das Burn Out. Das ist ja mittlerweile eine von den meisten Managerkrankheiten, wenn ich mich nicht irre.
Eine große Rolle spielt natürlich auch der Leistungsdruck, denn wenn man sich mal einen Fehler erlaubt ist man gleich weg vom Fenster.
Und zugeben, dass man überfordert ist und vllt. kurz vorm Zusammenbruch ist, macht auch keiner, denn das zeigt ja Schwäche oder die anderen können einem da nen Strick draus drehen. Mir fällt da der Fall mit Robert Enke im letzten Jahr ein…
Ich glaube, es ist ein ganz großes Problem unserer Gesellschaft, dass man, wenn man psychische Probleme hat, gleich stigmatisiert ist.
Wenn jemand z.B. Diabetes hat, dann schert sich keiner drum, wenn man es erzählt. Aber wenn man z.B. ein Burnout oder Depressionen hat - im Grunde auch „nur“ eine ganz normale Krankheit, dann muss man es geheimhalten, denn es könnte ja der „Falsche“ erfahren und letztendlich ist man als „nicht richtig im Kopf“ abgestempelt, obwohl der Betroffene genauso wenig dafür kann wie der Diabeteskranke.
Ich denke, da ist noch ganz viel Aufklärungsbedarf! Und wenn das Thema psychische Krankheiten, welche ja mittlerweile auf den vorderen Plätzen der Volkskrankheiten rangieren, mit mehr Toleranz und Offenheit behandelt würde, dann würde sich vllt. kein Top-Manager mehr dafür schämen müssen, wenn er mal ne Auszeit nehmen muss, bevor er zusammenklappt.
Ich will nicht wissen, wo das alles noch hinführt…
Nichts desto trotz: es gibt sicher auch Manager denen es Spaß macht und es sei ihnen gegönnt!
LG
Nasenbaer
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hallo,
man wundert sich über die „Stressresistenz“ von Managern und macht es an Dingen aus, wie lange Arbeitszeiten, Reisen ohne Erholung und zeitweise absolut kein Privatleben.
Das gleiche gilt aber auch, zumindest Teilweise, für Studenten, die kurz vor einer Prüfung stehen, Kunstmaler, die sich auf eine Ausstellung vorbereiten, Ärzte, Journalisten und Musiker.
Sie lieben sicher ihren Job, sind für ihren Arbeitsplatz und das Schaffen selbst verantwortlich und setzen andere Prioritäten im Leben. Das Leben auf der Überholspur kann aber nur eine begrenzte Zeit gut funktionieren.
Viele Grüße
Kann ich mir nicht vorstellen das denen immer der Job Spaß macht.
Ich kenne einige die ziemlich gestresst und müde wirken. Bei uns in der Arbeit sind schon mal ein paar zusammengeklappt. Da wollte dann jemand den Notarzt kommen lassen, das wurde dann sofort unterbunden weil die Person sehr wichtig war für das Projekt (die Person wollte es selbst auch nicht), und es wurde nur ein normaler Hausarzt geholt der die Damen dann fitgespritzt hat. Es sind dann auch nicht unbedingt Chefs sondern auch Projektmanager oder Mitarbeiter die an einem Projekt mitarbeiten und sich unentbehrlich finden.
Ich glaube viele übernehmen sich auch körperlich und psychisch, weil sie Angst haben den Job zu verlieren, oder aus Gier weil viel Geld winkt.
Ich glaube halt es gibt solche Typen, die aber auf Ihr Privatleben achten und auch ihre Auszeiten nehmen, indem sie ihre Zeit besser einteilen. Dann denke ich es gibt Leute in Managerpositionen die über Ihre Zeit selbst bestimmen können und ihr eigener Chef sind.
Und es gibt andere Manager die immer noch Untergebene sind, und Druck von oben ausgesetzt sind. Derjenige der ganz oben ist hat wahrscheinlich eher kein Born out, weil er die Arbeit einfach weiterdeligiert. Er muss sich vielleicht auch nicht um soviele Einzelheiten ärgern. Er gibt die Arbeit einfach weiter. So hat er natürlich viel weniger Stress, und überlässt die Drecksarbeit anderen, die dann eher von Born out und Depressionen heimgesucht werden. Arbeit macht sicher Spaß wenn die Arbeitsbedingungen und das Umfeld in den man Arbeitet stimmt. Man kann sich seine Kollegen nicht immer aussuchen. Heutzutage heiß auch jeder Mitarbeiter Manager, sei es Brand Manager, Projekt Manager, HR Manager etc.
Das Problem bei solcher Art von Managern ist, das sie von oben herab den eigentlich Stress nach untern weitergeben, und somit eher untergeordnete Mitarbeiter oder Manager das Problem haben mit psychischen Störungen. Oft geben sie den Leistungsdruck einfach nach unten weiter. Ihre Anschauung und ihre Lebenseinstellung sollten dann untergeordnete Mitarbeiter teilen. Das Problem dabei ist das nicht jeder so eine Éinstellung hat und für viele auch Familie und Freunde einen Lebensinhalt bilden. Ich denke, Manager deren Lebensinhalt nur die Arbeit ist, sind sehr einsam und werden vermutlich wenn die Arbeit mal durch irgendwelche Ereignisse wegfällt depressiv, weil es niemals einen richtigen Ausgleich gab.
arbeitssucht oder vielleicht ‚flow‘?
hi,
bedenke mal folgendes: wenn deine arbeit hoch bezahlt wäre, du viel einfluss und macht und anerkennung dadurch bekämst -das würde deine anstrengungsbereitschaft erhöhen und den dabei von dir empfundenen stress auch teilweise senken.
die arbeit (ausgenommen bergwerk, hochofen etc…) wird dann von menschen als stressig und belastend empfunden, wenn sie wenig entscheidungsspielräume bietet und wenig anerkennung und wertschätzung einbringt.
unsere gesellschaft und die firmen bringen aber managern die höchste wertschätzung überhaupt entgegen. das ist einerseits die gesellschaftliche anerkennung und auch das unglaublich und auch unangemessen hohe gehalt. der individuelle stressfaktor ist vielleicht sogar niedriger als bei der billigdiscount-kassiererin.
da liegt man schon mal gerne in der 1. klasse lufthansa bei full-service über dem atlantik, schläft schön und denkt an das meeting nach der landung…gell?
andererseits sind manager durch diese art der lebensführung schnell verbraucht und hoch gesundheitsgefährdet.
Hallo Harwin
Also ich kann nur sagen das viele Manager oder Chefs an Burn Out oder vielen anderen psychischen Krankheiten in Nervenkliniken satioär in Behandlung sind.
Und es werden immer mehr und mehr.
Freundliche Grüsse vom Zitronenfalter