Hallo,
nein? und wie sprichst du chi 吃 z.B. aus? In keinem Dialekt,
in dem es benutzt wird, habe ich es bisher anders denn als
„chii“ gehört.
Die Silbe „chi“ enthält mit Sicherheit kein vokalisches [i], zumindest nicht im Standard-Mandarin. Wäre da ein echtes helles „i“, würde sich 吃 ja auf 七 reimen. Das tut es gewiss nicht. Da ähnelt es noch eher dem 车 (che), allerdings nur scheinbar.
Phonetisch gesehen steht dort auch kein Vokal, sondern ein stimmhafter Sibilant, genauergesagt: [ʈ͡ʂʰʐ] (plus Ton; das Silbigkeitszeichen hab ich aus Übersichtlichkeitsgründen weggelassen). Überhaupt stellt der Auslaut „-i“ nach den von Immo genannten Anlauten s, c, z, sh, ch und zh keinen Vokal dar, sondern eine stimmhafte Version des vorhergehenden Frikativs (bzw. frikativischen Teils der Affrikate) dar. Bei „shi“ hat man also ein stimmloses „sh“, dass in ein stimmhaftes „sh“ übergeht, also etwa: [ʂʐ]. Die Friktion beim Auslaut wird allerdings manchmal etwas schwach, wodurch der Auslaut dann doch leicht vokalischen Charakter kriegt (allerdings mehr zum [ə] oder [ɪ] hin, als zum gespannten [i].
Die Silbe „ci“ ist vllt. recht leicht nachvollziehbar: [t͡sʰz̩]. Hier hab ich auch das Silbigkeitszeichen mal mitbenutzt.
Bei shi hört man das i auch, abgesehen vom vierten Ton aus
genannten gründen.
Dort ist wie gesagt nur scheinbar ein „i“. Wärest du eine Umschrift mit „-u“ gewöhnt, würdest du sicher behaupten, man höre da ein „u“. Es ist wie gesagt phonetisch gesehen kein Vokal.
Bei zhi hast du Recht, woran das liegt weiß ich auch nicht
(das es dort nicht artikuliert wird, nich, dass du Recht hast
) und ri habe ich vergessen weil der Anlaut anders ist…
Beim „ri“ bin ich mir nicht sicher, was das für ein Laut ist, da würd ich mich auch nur ungern zu äußern. 
Oder wie sprichst Du 尺子, 瓷器, 日, 四十 und 纸 aus? Doch nicht mit
hellem i, oder?
Teilweise schon. Chiiiz’(e), C’(e)dchi, r/l’, s’sh’(e)h (das
ist aber gemein, da gelten Sonderregeln, es gibt sogar extra
Mit „hellem i“ ist hier der Laut im deutschen „Igel“ gemeint, ja? Also phonetisch [i]. Der kommt in keinem der obengenannten Wörtern vor. In 七 ja, nicht aber in 尺. Die Wörter reimen sich nicht.
Wenn du eines der Wörter mit so einem „hellen i“ aussprichst, solltest du ernsthaft an deiner Aussprache arbeiten.
Ich denke aber eher, du verstehst was anderes unter einem „hellen i“.
Da die Auslaute -in und -ing ganz anders klingen und niemals
dieses „stumme i“ enthalten (aber auch nicht das normale i,
für mich klingen jedenfalls die i’s in 七, 秦 und 请 alle
unterschiedlich),
Das i in qi und qin ist das gleiche, da lässt du dich von
Tönen leiten. Beim qing bin ich mir nicht sicher, ich denke
aber das es nur wegen der -ng Endung anders klingt.
Man kann „qin“ und „qing“ manchmal mit einem [ɪ] hören, ich weiß aber nicht, ob das die Standardaussprache ist, oder eher [i]. An sich ist das „i“ in „qi“, „qin“ und „qing“ gleich, variiert aber doch in den beiden letzten Silben leicht zur Ungespanntheit hin. „Qin“ reimt sich dadurch oft mit dem Deutschen „Kinn“.
kannst Du nicht mit dem i in ching
argumentieren. Was ist im Übrigen dieses „ching“?
http://www.zhongwen.com kennt es nicht (es kennt überhaupt
keine Wörter mit Anlaut s, c, z, sh, ch, zh oder r und Auslaut
-ing oder -in), und das Wörterbuch, welches Du immer
empfiehlst, kann ich mir nie merken, weil ich nicht weiß,
wofür die Buchstaben stehen.
Tanskriptionsfail -_- ich war im Kopf noch in Wade Giles
hängen blieben und meinte qing, es gibt kein ching. Aber chi.
Was aber auch hell ist.
Wie gesagt, nein. Der Vokal in „chi“ könnte dunkler kaum sein. Wir sind uns einig, dass „qi“ ein helles i enthält, oder? Dann kann „chi“ automatisch keins enthalten, denn der Auslaut klingt dort völlig anders.
*„Stumm“ würde ich nicht sagen, immerhin lässt sich ein Ton
darauf legen, es muss also etwas Stimmhaftes da sein, und die
Konsonanten sind ja im Chinesischen alle (bis auf l, m, n, r)
stimmlos. Ich umschreibe das -i nach diesen Lauten meist als
homorganischen silbenbildenden stimmhaften Approximanten. In
der Sinologie wird meines Wissens so etwas wie ein kleines
Iota (ι) gebraucht.
Das stimmt, ich hab’s oben ja ähnlich beschrieben. Es folgt quasi die stimmhafte Version des vorangehenden Reibelautes. Approximant umschreibt dann auch gut meinen Hinweis, dass die Friktion manchmal stark nachlässt.
Das passt beim „shi“ sehr gut, seh ich grad, denn dann hätte man [ʂɻ], also ein chinesisches „sh“ gefolgt von einem amerikanischen „r“ wie in „sure“. Spricht man „sure“ amerikanisch aus und reduziert den Vokal darin sehr stark, bekommt man das „shi“ recht gut hin.
Ein amerikanischer Linguist (Orin Gensler) hatte bei uns in Leipzig mal einen Vortrag über „shared quirks“, das sprach er auch [ʃɻːd ˈkwɻks] aus. Und die Gur-Sprache(n) in Afrika als [ɡɻː]. 
Und jetzt muss ich leider weiter Vokabeln lernen… :S
Viele Grüße,