Mandelentzündung - eilt

Hallo,

unser Sohn, 15, hat seit mindestens 5 Tagen eine eitrige Mandelentzündung. Meine Frau mit meinem Sohn zum HNO-Arzt gegangen, um nach der Diagnosestellung wie üblich ihre Heilpraktikerin anzurufen. Die verschriebenen Antibiotika werden völlig ignoriert, es gibt mal diese, mal jene Globuli. Diese Kügelchen helfen überhaupt nicht. Heute morgen sagte mein Sohn mir, dass er seit zwei Tagen nur noch Schmerztabletten nimmt, um es mit seinem Hals überhaupt auszuhalten.

Fieber hat er nicht. Meine Frau ist zu keiner vernünftigen Diskussion fähig, sie ist absolut gegen Antibiotika. Nun habe ich Angst, dass sich eine Sepsis entwickelt, oder dass die Mandeln entfernt werden müssen.

Wer weiß Rat ?

Gruss

Andreas

Ich denke, in diesem Fall ist Antibiotika dringend angesagt.Ich kann Dich verstehen und sehe es genau so, irgendwo ist ein Ende mit „Kügelchen“. Alle bakteriellen Infektionen im Kopfbereich haben ein größeres Risiko, Spätfolgen und Komplikationen auszulösen. Mein Sohn hat eine Aortenklappenverengung und muß grundsätzlich bei bakteriellen Infekten Antibiotika nehmen, um eine Herzmuskelentzündung zu verhindern. So starke Halsschmerzen können auch Scharlach sein und mit den Spätfolgen ist auch nicht zu spaßen. Ich bin gelernte Kinderkrankenschwester und kenne genug solcher Fälle. Ich selbst bekam mal von meinem Sohn Scharlach, habe dummerweise zu kurz die Medikamente genommen, obwohl ich es wußte, daß dies so ist, wie nicht genommen. Mir gings gut und ich hatte so viel mit den Kindern zu tun, hoffte, daß es reicht. Das Ergebnis war, daß ich Spätfolgen bekam im Knie, das war mir eine Lehre. Sollten es Scharlacherreger sein, können Spätfolgen an Nieren, Herz und Gelenken auftreten. Dein Sohn muß das Antibiotika nehmen, oder will deine Frau ihn dem Risiko aussetzen, was relativ häufig ist? Das könnte sich wohl nie verzeihen. Da mußt Du Dich jetzt einfach mal durchsetzen. Bitte nach Ende der Gabe nochmals zum Arzt zur Kontrolle.

HAllo!
Es gibt auch bei Heilpraktikern so eine Art Grundsatz, so sie verantwortungsbewussz arbeiten:
Bei solchen Sachen mit drohenden Spätfolgen sowie gefährlichen Komplikationen macht man einen „zeitlich begrenzten Therapieversuch“.
Meist, und auch in Eurem Falle angebracht, sind das 2 Tage, maximal 3.
Wenn sich da nichts bessert oder gar verschlechtert ist die Grenze erreicht.
Alles andere ist sowohl rechtlich als auch medizinisch fahrlässig.

Blöde Lage, in der Du bist.Vielelicht ist es möglich, wenn Deine Frau nicht mitzieht die übliche Lösung in Partnerschaften, den Kompromiss zu erhandeln?
Maximal noch 2 Tage, dann Dein Weg?

Gruß,
Zahira

Hi,

das ist kein Spaß, da die Gefahr besteht, daß sich die Erreger aufs Herz legen. Mein Schwager ist an den Folgen eines verschleppten Grippevirus gestorben.

Die Heilpraktikerin handelt vollkommen verantwortungslos. Globuli können unterstützend genommen werden, aber nicht als alleiniges Therapiemittel.

Da wirst Du Dich gegen Deine Frau durchsetzen müssen.

Gruß
Tina

Servus Andreas,

ergänzend zu den Beiträgen, die Dir (und Deinem Sohn!)den Rücken stärken ein anderer Aspekt als Argumentationshilfe:

http://bundesrecht.juris.de/stgb/__225.html

Gruß

Kai Müller

sehr gut!!! das muß jetzt aber helfen!