Mandelmühe

[email protected]> (21.10.1999 18:44 Uhr)
Hallo, besonders Backfans!
Anläßlich der in einem Monat bei mir fälligen intensiven Weihnachtsbäckerei habe ich ein Problem, und zwar benötige ich für eine Plätzchensorte, von der ich leider wegen ihres hohen Beliebtheitsgrades in meinem Freundeskreis diverse Ladungen backen muß bzw. will, jede Menge halbe geschälte Mandeln. Wenn man ungeschälte Mandeln kauft, die überbrüht und dann schält, lassen sie sich ganz einfach in zwei Hälften teilen, aber letztes Jahr habe ich, um mir - Faulpelz, ich - diese Brüh-Arie zu sparen, einfach ganze geschälte Mandeln gekauft. Leider haben diese nun die Eigenschaft, massiv unter Trennungsangst zu leiden, anders kann ich es mir nicht erklären, daß die so schwer auseinandergingen, und mit einem dünnen Messer in die „Perforation“ hatte auch nur teilweise den gewünschten Erfolg, meistens passierte entweder gar nichts, oder ich mußte mit solcher Brachialgewalt ran, daß die Mandelhälften in Stücke gingen.
Ich weiß, zur Not muß ich halt wieder die Ochsentour machen, aber vielleicht hat jemand von Euch einen Tip??
Genäschige Grüße,
Cajun

Hallo Cajun,

ich hätte da eine unkonventionelle Lösung: kannst Du nicht einfach genze Mandeln nehmen?

Tschüß,
die Katz

Na, wenn du die geschälten Mandeln einweichst (also z.B. überbrühst), dann quellen sie und lassen sich auch leicht trennen!

Reinhard

Würd’ ich gerne …
, geht aber nicht, es handelt sich bei diesem Rezept um - ich zitiere wörtlich - „kirschgroße Kügelchen“, die man aus dem nicht sehr aufgehenden, weil sehr massiven und sehr gemahlenemandelnhaltigen Teig, formen und mit drei Mandelhälften verzieren muß. Ganze Mandeln würden das Ganze einfach zu mandelig machen, dann könnte man die auch pur essen, und dann wär’s ja keine Weihnachtsbäckerei mehr, gell? :wink:Und ehe Du jetzt einwendest, dann solle ich doch nicht so unflexibel sein und mich von dieser DIN mit dem kirschgroß trennen - sehr weit sollte man davon im Interesse eines optisch und vom geschmacklichen Gesamtbild her gelungenen sogenannten Bethmännchens nicht abweichen, das hat’s dann nicht mehr. Das wäre, als wenn Gummiteddies plötzlich nicht mehr in mehr oder weniger kleiner Teddyform angeboten würden, sondern die Masse in frikadellengroßen Klumpen einherkäme, von denen man runterbeißen muß - WÜRG!, oder?
Verfrühte vorweihnachtliche Grüße,
Cajun

Hallo,
hast jetzt aber mich und vielleicht auch andere neugierig gemacht. Würdest Du mir vielleicht das Rezept verraten??
Liebe Grüße
Helga

Bethmännchen = Mandelmühe …
Hallo Helga und alle, die jetzt neugierig geworden sind - hier das Rezept:

Zutaten:
100g gemahlene geschälte Mandeln
120 g halbierte geschälte Mandeln
200g Marzipanrohmasse
80 g Puderzucker
1 kleines Ei
2 gehäufte Eßlöffel Mehl
2 Eßl. Rosenwasser

Zum Bestreichen: 2 Eigelb, 1 Eiweiß

Zubereitung:
Marzipanrohmasse (gewürfelt), Puderzucker, das eine Ei, Mehl, Rosenwasser und gemahlene Mandeln gut zu einem glatten Teig verkneten. Aus dem Teig „etwa kirschgroße Kugeln“ (sagte ich ja!) formen. Tip: Hände mit Wasser feucht halten, es rollt sich besser, weil der Teig wahnsinnig klebrig ist. An jede Kugel „seitlich behutsam“ je 3 Mandelhälften drücken, „so daß sich die Spitzen der Mandeln in der oberen Mitte fast berühren“ (wer’s akribisch mag). Die 2 Eigelbe mit dem Eiweiß verquirlen, die Bethmännchen damit bestreichen, auf Backblech (mit Backpapier auslegen) setzen und im vorgeheizten Ofen bei 150°C auf mittlerer Schiene in etwa 12 Minuten hellgelb backen. Du kannst nach 12 Minuten ja mal ein Testmännchen opfern, aber meine Erfahrung sagt, daß 12 Minuten eher wenig sind. Allerdings nicht darauf warten, daß der Teig fluffig wird, wegen des vielen Marzipans sind die Bethmännchen recht kompakt. Aber oberlecker!
Guten Appetit wünscht
Cajun!