Mandeln raus - ja oder nein? Wie Abwehr steigern?

Hallo Forum!

Mich interessiert ganz allgemein Eure Erfahrung mit wiederkehrenden Mandelentzündungen.

Circa im Abstand von 4-6-8 Wochen.
Nicht mit Fieber dabei, aber immer mit ordentlichen Schluckbeschwerden.

Nicht jedes Mal mit Antibiotika, aber doch mehrmals im Jahr, und bei den Schluckbeschwerden öfter auch die Benutzung eines lokalen Antibiotikums als Halsspray.

Der HNO sagt, solange nicht „zu oft“ eine Angina vorliege, würde er keine Indikation für eine OP sehen.
Der junge Mensch, um den es geht, fühlt sich aber schon gesundheitlich ziemlich beeinträchtigt und würde eine OP gern schnell (Semesterferien) hinter sich bringen.

Ich befürchte aber, dass die Infekte dennoch stattfinden, nur eben eine Etage tiefer.

Gesund leben mit viel Obst und Gemüse (ohne jegliche tierische Produkte) sowie Bewegung im Freien findet auch genügend statt.

Wer hat ähnliche Erfahrungen mit Mandelentzündungen, und was kann man (bitte realistisch) für die Steigerung der körpereigenen Abwehr tun?

Danke,
Angelika

Hallo Angelika,

ich habe mich selbst 6 Jahre lang mit immer wiederkehrenden Mandelentzündungen gequält. Regelmäßige Antibiotikaeinnahmen inklusive. Aus meiner Erfahrung kann ich dir zwei Denkanstöße geben:

  1. Bei mir war das Gewebe durch die vielen Infekte und auch einzelne Abszesse so vernarbt, dass es seine eigentliche Funktion als Abwehrorgan nicht mehr erfüllt hat, sondern durch die vielen Infekte wurde mein Körper nur noch zusätzlich geschwächt.
  2. Es stimmt, danach bekommt man sogenannte Seitenstrangangina’s. Die waren und sind aber zumindest bei mir wesentlich weniger oft und verlaufen weniger dramatisch. Kann aber natürlich bei jedem anders ausfallen.

Alles Gute für euch und gute Besserung,
Sabine

Guten Tag,

eine klare Indikation für eine Tonsillektomie ist natürlich immer vom Einzelfall bzw. dem persönlichen Empfinden abhängig, da der Patientenwille bzw. -unwille wie immer eine absolute Kontraindikation ist.

Eine Indikation für eine Tonsillektomie stellt auf jeden Fall die chronische Infektion, rezidivierende Infektion u.a. dar. Das Alter des Patienten spielt keine Rolle, jedoch sollten Kinder unter 4 Jahren unter strenger Indikation behandelt werden, da das Immunsystem vor diesem Zeitpunkt noch unzureichend entwickelt ist. Danach sind durch eine Tonsillektomie keine wesentlichen Einschränkungen zu erwarten, wenn sonst keine funktionsbeeinträchtigenden Zustände vorhanden sind (z.B. Leukämie, Agranulozytose).

Eine Steigerung der körperlichen Abwehr vom Status eines gesunden Immunsystems ist so gesehen eigentlich nicht erreichbar, aber durch die Meidung von Gefahrstoffen (z.B. Rauchen, überm. UV-Strahlung), die zur Einschränkung der Funktionsweise des Immunsystems führen und eine aktive, abwechslungsreiche Lebensweise erhaltbar(Ernährung, Sport).
Insgesamt werden wir mit vielen Faktoren fertig, die uns belasten, aber man sollte es einfach nicht übertreiben.

Herzliche Grüße
sunconure

Moin!

Habe hier zufällig hinein geklickt und möchte vorweg schicken, dass ich kein Mediziner bin.

Als Kind der 70er habe ich im Alter von ca. 8 Jahren die Mandeln entfernt bekommen (heute bin ich 36).
Zwischen meinem 15. und 28. sowie 34. und 37. Lebensjahr habe ich sehr viel geraucht. Ein Kostverächter in Bezug auf Alkohol war ich auch nie, wenngleich kein Trinker.
Meine Ernährung ist eher normal bis fleischlastig, also sicherlich nicht extrem gesund.
Sport mache ich eher wenig. Bin trotzdem viel draussen spazieren oder im offenen Auto, bis vor Kurzem Motorrad, und habe einen überdurchschnittlichen anstrengenden beruflichen Alltag.

Dennoch habe ich nicht überdurchschnittlich häufig Probleme mit Erkältungen, Anginas u.s.w. Einmal im Jahr eine Erkältung, vielleicht mal 2 Tage im Bett.

Somit scheint es noch zahlreiche andere Faktoren als nur die Mandeln zu geben.
Wenn man unter häufigen Entzündungen leidet, sollte man sie m.E herausnehmen. Bei mir jedenfalls machte es wohl Sinn.

Gruß,
M.

Hallo Angelika,

mir wurden die Mandeln im Alter von 13 Jahren nach einem Abszess entfernt, damals hieß es, der kommt immer wieder und es wurde nicht lange gefackelt.

Seitdem hatte ich ganze 2mal Fieber…sicher, mal ne Erkältung, wer hat die nicht, aber die verliefen immer leicht.
Wenn Fieber dazu kam, war ich total platt, aber wie gesagt, das passiert mir so gut wie nie.
Meine Abwehr funktioniert also bestens.
Mit dem Rauchen hab ich vor 2 Jahren aufgehört, bin auch viel an der frischen Luft… aber sonst leb ich total normal.

Angst ist meiner Meinung nach überflüssig.

Ich wünsche dem Patienten alles Gute!
Uta

Danke an alle und Sternchen, o.w.T.
nee, hier steht nix :wink:

Hallo Angelika,

ich mag aber trotzdem noch was dazu sagen.

Ich unterstütze grundsätzlich das rausnehmen, beovr es z.b. gefährlich wird, wie vielleicht für den Herzmuskel.

Mir wurden sie rausgenommen, als ich schon 20 war.

Mir hat es viel Kummer bereitet.
Ich kann Dir nicht sagen, wie häufig das vorkommt.
Eine Sache ist, das mir bei der OP ein Nerv verletzt wurde, was dazu geführt, das ich mich sehr häufig verschlucke, meine Stimme sich verändert hat und die Narbe wehtut und dauernd juckt, als hätte ich ein Haar am Gaumen. Seit 13 Jahren.
Außerdem begann für mich direkt nach der OP das eigentliche krank sein. Mein Immunsystem hat sich nicht erholt.

Heute kenne ich einen Arzt, der genau austesten kann, ob die Mandeln wirklich raus müssen oder eben ob er mir noch mit was anderem helfen kann. Den würde ich zuerst fragen, wenn mich so was noch mal betrifft, auch weil ich weiß, das er mit nötigen Operationen nicht lange fackelt.

Über die Art und Weise, wie ich danach krank war, mag ich Dir gerne per Mail Auskunft geben.

So eine Mandel-OP kann ein Segen sein und komplikationslos sein, aber Skepsis halte ich für angebracht.

Gruß
Kathy

Hallo,

Mich interessiert ganz allgemein Eure Erfahrung mit
wiederkehrenden Mandelentzündungen.

Mir wurden die Mandeln mit 15 entfernt, weil sie fast chronisch entzündet waren. Beide Mandeln hatten fast ständig Eiterpocken im gesamten Bereich. Da dieser Herd mein Immunsystem stark belastete, ganz abgesehen von Halsschmerzen, Übelkeit usw., empfahl der Arzt die OP. Die häufig erforderliche Behandlung mit Antibiotika erachtete er ebenfalls als Problem, weil sie letztlich ebenfalls zur Schwächung des Immunsystems beitrugen.

Danach fühlte ich mich wie erlöst, hatte nicht öfter als andere Erkältungen, fühlte mich aber insgesamt erheblich besser und fitter.

Gruß,
Cantate

Hallo Angelika,
mit Enzymen (z.B. Wobenzym Drag. oder Phlogenzym Filmtabl.) das Immunsystem stärken und bei der Halsentzündung ebenfalls einnehmen.
Außerdem kann man sich Eigenblutbehandlungen geben lassen z.B. auch von einem Heilpraktiker mit Fachgebiet Neuraltherapie. Infos findest Du im Netz jeweils dazu.

Gruß Rosa

Hallo,

ich habe vor ca. 2 Monaten die Mandeln rausbekommen. Ich hatte ca. 6-7 mal Mandelentzündung im Jahr, mal schlimmer, mal weniger schlimm.
Leider waren die Schmerzen der OP verdammt übelst. Ein grosser Teil der Erwachsenen auf Station hatten sehr starke Schmerzen, trotz starker Schmerzmittel. Und nun auch die Folgen, ständig das Gefühl, etwas im Hals hängen zu haben und auch einen seltsamen metallisch-bitteren Geschmack im Mund finde ich weniger lustig.
Wenn ich mit dem Wissen von davor entscheiden müsste: ich würde es nicht nochmal machen, eher würde ich versuchen, dass das irgendwie besser wird (keine Ahnung, wie).

Ich als Laie denke halt auch, dass wenn die Mandeln nicht mehr entzündet sind, kommt es irgendwo anders zum Vorschein. Die sind ja nicht ohne Grund entzündet.

Naja, nun ist es passiert… :wink:

Kannst ja sagen, wie du dich entschieden hast.

Gabi