Manie und krankheitsuneinsichtig - was tun?

Hallo zusammen,
vielleicht hat jemand Erfahrungen mit der Krankheit gemacht. Meine Mutter leidet darungter, Diagnose schon vor ueber 20 Jahren festgestellt.

Inzwischen habe ich aber den Eindruck, es wird schlimmer mit ihr, ich sehe sie auch nur noch alle ca. 3 Monate. Mein Vater und mein Bruder sehen sie taeglich (bzw. woechentlich) und haben keinen Abstand zu der Problematik.
Mein Vater hat schon resigniert und ist andererseits hilflos. Mein Bruder kriegt vieles nicht mit und sagt, ein bisschen anders war sie ja schon immer.
Sie hat typische Symptome (extrem aufgedreht, Ideenflucht, fuehlt sich allen ueberlegen, inzwischen auch Verfolgungswahn, denkt, alle anderen sind das Problem, sie nicht, ihr geht es gut etc.)
Kuerzlich rief sie mich an um mir mitzuteilen, dass sie verfolgt wird und diese Leute nun endlich aufgegeben haben, weil sie sich als Polizistin ausgegeben hat. Momentan trinkt sie auch wieder sehr viel Alkohol und ich weiss nicht, wie oft sie tatsaechlich alkoholisiert Auto faehrt, aber es kommt mit Sicherheit vor.
Mein Vater ist durch ihre Krankheit sozial total isoliert, wobei er vom Typ her auch schon eher jemand ist, der lieber zurueckgezogen lebt.
Sie ist ein Messie, durchsucht Muelltonnen nach etwaigen brauchbaren Gegenstaenden und bringt sie mit nach Hause, wenn mein Vater sie wegwerfen will tickt sie aus.
Sie bringt teilweise auch abgelaufene Lebensmittel aus Muelltonnen von Supermaerkten mit, obwohl meine Eltern keine finanzielle Not haben. Sie bringt diese auch zu ihrer eigenen Mutter, die schon ueber 86 Jahre alt ist und wegen der verdorbenen Lebensmittel schon oefter krank war.

Alles in allem leidet das Umfeld sehr unter ihrer Krankheit. Sie findet aber, es ist alles in Ordung, mein Vater sei ein furchtbarer Mensch der ihr immer nur Boeses will und ueberhaupt alle Menschen meinen es uebel mit ihr. Sie will keine Medikamente nehmen weil „sie dann nicht mehr die ist, die sie ist“. Der manische Zustand gefaellt ihr.
Eine Therapie hatte sie vor ca. 10 Jahren mal angefangen und nach 2-3 Sitzungen abgebrochen. Sie verliess weinend die Praxis und meinte, der Arzt sei ein A…, „Therapieresistent“ war das Urteil des Arztes.

Ich grueble nachts und ueberlege, was man tun kann, um meinem Vater zu helfen.
Mit faellt nichts ein.

Hat irgend jemand Tipps oder Erfahrungen die hilfreich sein koennen?

Hallo Zebra123,
ich kann mir vorstellen, wie sehr dich dieses Problem beschäftigt. Was du beschreibst geht meiner Ansicht nach teils über ein tolerierbares Maß hinaus.

… Momentan trinkt
sie auch wieder sehr viel Alkohol und ich weiss nicht, wie oft
sie tatsaechlich alkoholisiert Auto faehrt, aber es kommt mit
Sicherheit vor.

An erster Stelle muss dein Vater aktiv werden. Er bekommt zum einen alles hautnah mit, kennt also das ganze Ausmaß und hat evt. auch rechtlich noch die meisten Möglichkeiten.

Am Verhalten deiner Mutter kannst du gar nichts ändern. Auch dein Vater nicht.

Du kannst nur versuchen die Stellung deines Vaters zu stärken. Vielleicht kannst du ihn unterstützen, dass er sich Hilfe sucht. Hat deine Mutter einen Psychiater? Dann wäre das evt. die erste Anlaufstelle für ihn.
Ausserdem kann er sich an den BApK - den Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker wenden.
http://www.bapk.de/

Auf deren Seite gibt es viele Infos und die Möglichkeit sich beraten zu lassen.
Viel Kraft…lux