Hallo Anja,
ich würde gern Brot mit Manitobamehl backen. Das soll
besonders eiweisshaltig sein
Das ist ein Werbegag, soviel ich weiß, von einer einzigen Mühle in Deutschland benutzt (Roland HB). Weizenmehl aus Manitoba ist halt Weizenmehl, das einmal über den Atlantik fahren durfte. Obs dadurch besser wird als solches aus Orléans? Einen geringfügig höheren Eiweißgehalt weist es im Vergleich zum europäischen Durchschnitt der üblichen Weichweizenmehle aus (12,5%), aber der brave Dinkel aus Old Europe schlägt es um Längen. Übrigens nicht bloß wegen des Eiweißgehaltes, sondern auch wegen der Eiweißstruktur und des Vitamin- und Mineralstoffgehaltes.
und für sehr lockeres Brot, z.B.
Ciabatta, geeignet sein.
Hmmm… Also besonders eiweißhaltig, aber insgesamt physiologisch möglichst arm? Je geringer der Aschegehalt eines Mehles (höherer Ausmahlungsgrad), desto heller und „lockerer“ das Brot. Unter Verzicht auf Rohfaser, Mineralstoffe, Vitamine. Die hocken praktisch alle im „Abfall“.
Weiss jemand, wo ich sowas bekommen kann?
Für „Manitoba-Mehl“ hilft die Roland-Mühle sicher weiter - für Einzelheiten darf ich Dich an Google verweisen.
PS: Ich wäre auch an Hartweizenmehl interessiert.
Hartweizenmehl gibt es, genau wie Dinkelmehl, von den verschiedensten Mühlen. Der bekannteste Anbieter von Durumweizenmehl (ist das gleiche, aber der Name wird öfter mal verwendet) ist De Cecco (macht auch super Pasta!). Generell wird man beim Italienerladen, wohl auch Portugiesen und Spanier, eher Durumweizenmehl finden als Weichweizenmehl. Ordentliche Pasta geht bloß damit (oder mit Dinkel, rondo con variazioni…).
Kurzer Sinn:
- Manitobamehl: Bezugsquellen bei der Mühle, die damit Reklame macht
- Durumweizenmehl: Beim Italiano
- Dinkelmehl: Überall wo es Nahrungsmittel für Müslis und Körnerpicker gibt, aber auch sonst im Lebensmittelhandel
- ganz allgemein: Weißbrot und anderes sehr helles Brot mag lecker sein, aber es ist ziemlich sinnlos, dabei auf den Gehalt an Eiweiß oder sonst „wertvollen“ Bestandteilen zu achten. Sehr helles Mehl, welches dafür verwendet wird (in Italien und Frankreich gibts sogar solches mit einem nicht mehr nachweisbaren Ascheanteil, da macht unser banales 405er schon regelrecht Pumpernickel), hat bereits fast alles eingebüßt, was an Mehl „gesund“ sein kann.
Noch ein Hinweis: Wenn man reguläres Weizenmehl eiweißtechnisch aufpeppen will, geht das am einfachsten mit Sojaschrot.
Schöne Grüße
MM