Hallo zusammen,
der Mann meiner Schwägerin ist in der letzten Woche überraschend verstorben. Nun, er war sehr krank aber es kam dennoch überraschend da dann doch recht schnell und unerwartet.
Da wir (mein Mann = ihr Buder + ich) sie nicht alleine lassen wollten und sie auch nicht in ihr Haus zurück wollte haben wir die Arme zunächst mit zu uns genommen. Was absolut kein Problem darstellte. Ich war die ganze Zeit stark und hab viel mit ihr geredet und sie aufgefangen, aufgebaut. Am Wochenende waren wir beim Bestatter und haben da alles nötige geklärt. Es gab ein Riesentheater mit seiner Familie die ihn nun unbedingt nach Hause haben wollte (Bielefeld) und meine Schwägerin die ihn natürlich in HH begraben wollte. Sie hatte versprochen ihn nach Hause zu holen … Auch da war ich stark und hab verhandelt, diskutiert, eingelenkt und und und. Die Familie hatte dann letzen Endes ein Einsehen. Verstehen kann man ja auch beide Seiten…
Wie auch immer, seit gestern nachmittag ist meine Schwägerin mit einer ihrer Freundinnen wieder zu Hause und es geht auch wohl ganz gut.
Wem es nicht mehr gut geht das bin ich. Ich fühle mich total erschlagen, bin müde, kann mich nicht konzentrieren und die ganze Zeit kurz vom heulen.
Warum? Was ist passiert? Könnt Ihr Euch das erklären? Bin ich vielleicht doch nicht so starkt und nur Meister Verdrängung? Was kann ich tun um den Zustand der Erschöpfung los zu werden?
Danke für Rat, Cora
Hallo Cora,
Wem es nicht mehr gut geht das bin ich. Ich fühle mich total
erschlagen, bin müde, kann mich nicht konzentrieren und die
ganze Zeit kurz vom heulen.
Warum? Was ist passiert? Könnt Ihr Euch das erklären? Bin ich
vielleicht doch nicht so starkt und nur Meister Verdrängung?
Was kann ich tun um den Zustand der Erschöpfung los zu werden?
Du hast viel Energie freigesetzt, die „normalerweise“, nicht
zur Verfügung steht. Das kannst du dir ähnlich vorstellen,
wie Doping oder Aufputschmittel, nur eben natürlich.
Wenn man in Stresssituationen steckt, kann unser „System“
eigens für diesen Zweck reservierte Energien freisetzen.
Kommt man wieder zur Ruhe, ist man ersteinmal platt!
Man hat seine „normale“ Kraft überfordert.
Wie ein psychischer Muskelkater könnte man vielleicht sagen.
Und fällt in ein Loch, das ist völlig normal.
Du brauchst nur Zeit und Ruhe.
Außerdem geht uns jede Begegnung mit dem Tod an die Nieren.
Es wäre merkwürdig, hättest du da keine reflexiven Gefühle.
Gönne dir eine Auszeit, tue Dinge die du magst.
Gruß
Walden
Hallo Cora,
erstmal möchte ich dir mein herzliches Beileid ausdrücken.
Zu deiner Situation: Sie ist ganz natürlich! Nehm sie an! Du bist erschlagen und ausgelaugt. Die letzten Tage waren für dich der absolute Horror. Du hast nur gegeben, deine Gefühle verdrängt, um deiner Schwägerin Halt zu bieten. Das hast du toll gemacht. ABER jetzt bist du dran. Lass die Gefühle raus und sei müde und traurig. Wenn du weinen willst, weine. Was ist daran so schlimm? Das hat doch nichts mit Schwäche zu tun, sondern mit Stärke. Du bist ein Mensch in einer Extremsituation gewesen und jetzt wird dir das bewusst und dein Körper und Geist macht schlapp. Normal ist, was du für normal erachtest! Wer sagt, dass du jetzt nicht auch mal wieder an dich denken darfst? Wer sagt, dass du nicht weinen darfst? Wer gibt dir eine zeitliche Begrenzung, mit der Tragödie fertig zu werden??
Ich wünsche dir ganz viel Kraft, die Situation so anzunehmen und dich als Mensch zu akzeptieren, wie du bist.
Liebe Grüsse*Diana
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Hallo Cora,
mein herzlichstes Beileid.
In der Zeit in der du und dein Mann euch um die Formalitäten und Gefühle anderer gekümmert habt habt ihr eure eigenen Bedürfnisse nach hinten gestellt.
Walden hat es perfekt beschrieben: psychischer Muskelkater! Überhaupt ein sehr guter Beitrag.
Die ganze Zeit hast du deine uneingeschränkte Anteilnahme zur Verfügung gestellt und deine seelische Energie ausgeschöpft. Nur ohne Feedback. Weshalb dein Tank leer ist und du dich jetzt ausruhen solltest. Wie du dich ausruhen sollst kann ich dir leider nicht sagen. Jeder macht das auf seine Weise. Wenn dir nach weinen zumute ist dann weine. Wenn du eine gute Seele kennst der du deine Gefühle erzählen möchtest dann tu das auch.
Wünsche dir alles alles Gute
liebe Grüsse
Aicha
@all - Vielen Dank
Vielen Dank für die wertvollen Antworten. Ich werde versuchen etwas zur Ruhe zu kommen und Kraft zu tanken. Fürchte ich brauche noch einbißchen für die Beisetzung nächste Woche 
Lieben Dank!, Cora
Hallo zusammen,
der Mann meiner Schwägerin ist in der letzten Woche
überraschend verstorben. Nun, er war sehr krank aber es kam
dennoch überraschend da dann doch recht schnell und
unerwartet.
Da wir (mein Mann = ihr Buder + ich) sie nicht alleine lassen
wollten und sie auch nicht in ihr Haus zurück wollte haben wir
die Arme zunächst mit zu uns genommen. Was absolut kein
Problem darstellte. Ich war die ganze Zeit stark und hab viel
mit ihr geredet und sie aufgefangen, aufgebaut. Am Wochenende
waren wir beim Bestatter und haben da alles nötige geklärt. Es
gab ein Riesentheater mit seiner Familie die ihn nun unbedingt
nach Hause haben wollte (Bielefeld) und meine Schwägerin die
ihn natürlich in HH begraben wollte. Sie hatte versprochen ihn
nach Hause zu holen … Auch da war ich stark und hab
verhandelt, diskutiert, eingelenkt und und und. Die Familie
hatte dann letzen Endes ein Einsehen. Verstehen kann man ja
auch beide Seiten…
Wie auch immer, seit gestern nachmittag ist meine Schwägerin
mit einer ihrer Freundinnen wieder zu Hause und es geht auch
wohl ganz gut.
Wem es nicht mehr gut geht das bin ich. Ich fühle mich total
erschlagen, bin müde, kann mich nicht konzentrieren und die
ganze Zeit kurz vom heulen.
Warum? Was ist passiert? Könnt Ihr Euch das erklären? Bin ich
vielleicht doch nicht so starkt und nur Meister Verdrängung?
Was kann ich tun um den Zustand der Erschöpfung los zu werden?
Danke für Rat, Cora