Mann oder Memme

Hallo,

ich war vor zwei Wochen richtig übelst krank. Hatte Fieber, dicke Mandeln und wollte gar nicht aufstehen. Dazu war mein kleiner Sohn auch krank und wollte natürlich viel getragen werden. Zu allem war mein Mann zu dem Zeitpunkt aus beruflichen Gründen im Ausland. Jetzt ist er wieder da und hat sich natürlich auch gleich eine schwere Erkältung eingefangen.

Vor ca. 20 Minuten frage er mich ob ich seine Mutter schon angerufen hätte. Ich frag „warum?“. Er, " ich möchte Mitleid".

Bis dahin habe ich ihm Suppe gemacht, weil der Hals ja so weh tut und er nicht schlucken kann, ihm mehrmals Tee gemacht und ihn mit Bronchobalsam eingerieben. Außerdem musste ich „Symptome Schweinegrippe“ googeln, weil er ja am Flughafen war.

Deswegen kam ich nicht umhin mich zu fragen:

Sind Männer wiklich wehleidiger als Frauen?
Er ist ja auch so sterbenskrank wenn ich mich nicht um ihn kümmere.
Es liegt also nicht nur daran, dass ich auch darauf eingehe…
aber warum ist er so, wenn er krank ist?

Gruß und ganz gespannt…

Hallo,
nun ja, Mann UND Memme, würde ich sagen. Mann, weil er ein Papa, Ehemann und wahrscheinlich finanzielle Verantwortung für seine Sippe trägt.
Und Memme, nicht weil er wenn er krank ist eine Suppe, Tee und Wärmflasche haben will, sondern weil er Dich nicht bewundert, dass Du mit Deinem Sohn gleichzeitig krank warst (und funktionieren musstest) und weil er sein Wehleid anscheinend übertreibt. Es ist anstrengend wenn einer jammert, keine Frage. Rede mit ihm darüber wenn ihr beide gesund und entspannt seid.

Viele Grüße und Gesundheit!

Hallo,

pauschal kann man nicht sagen, dass Männer wehleidiger als Frauen sind. Es kommt immer darauf an, was passiert. Mal übertrieben gesagt können sich Männer beim Heimwerkern einen Finger abhacken und werden es als kleinen Kratzer abtun, dafür schmeißt sie zweimal Niesen aus der Bahn.
Bei Frauen ist es eher umgekehrt.

Ob das aber bereits wissenschaftlich belegt ist, weiß ich nicht.

Gruß, Niels

Moin,

Sind Männer wiklich wehleidiger als Frauen?

nach meiner Erfahrung: Ja :smile:

aber warum ist er so, wenn er krank ist?

das frage ich mich auch immer wieder. Manchmal neige ich dazu, das Mitleid dann etwas dick aufzutragen :wink: das hilft kurzzeitig.

Gruß
Demenzia

Moin,

pauschal kann man nicht sagen, dass Männer wehleidiger als
Frauen sind. Es kommt immer darauf an, was passiert.

da habe ich andere Erfahrungswerte… ich kenne lediglich EINE Frau, die bei der geringsten Unpässlichkeit im Grunde - aufgrund ihrer Stimmung und Wehleidigkeit - in Quarantäne gehört. Da möchte ich gar nicht wissen, was in einem Ernstfall passiert.

Alle anderen Frauen, die ich kenne, gehen arbeiten mit übelsten Schmerzen, wenn es sein muss, legen sie sich halt mal ein Stündchen hin, wenn die Nebenhöhlen zu sehr drücken etc. pp. Ansonsten stehen sie aber weiterhin ihren „Mann“ (wie passend) im Leben.

Aber das, was ich bei fast allen Männern in meiner Umgebung feststelle (egal ob Lapalie oder Finger ab), passiert da nicht.

Aber vielleicht hab ich einfach alle Memmen um mich versammelt :wink:

Gruß
Demenzia

Hi,

da habe ich andere Erfahrungswerte…

Alle anderen Frauen, … stehen sie aber weiterhin ihren „Mann“ im :Leben.

Aber das, was ich bei fast allen Männern in meiner Umgebung
feststelle (egal ob Lapalie oder Finger ab), passiert da
nicht.

Aber vielleicht hab ich einfach alle Memmen um mich versammelt
:wink:

So würde ich das sehen. Starke Frauen ziehen eben Memmen an :wink:.

Gruß,
Sax

Hi,

Sind Männer wiklich wehleidiger als Frauen?

Wissenschaftlich gesehen „Nein“.

Zumindest was das Schmerzempfinden betrifft, sind Männer schmerzunempfindlicher. So gab es z.B. eine Studie, nach der Männer um ein Drittel weniger Schmerzmittel (umgerechnet auf die Körpergröße) bei einer Nierenkolik brauchten, als Frauen. Auch das Kälteempfinden ist bei Frauen empfindlicher.

(siehe z.B. auch hier: http://www.focus.de/gesundheit/news/schmerzempfinden…)

Allerdings kann das Umfeld (Erziehung etc.) natürlich dazu führen, dass manche Männer (wie auch manche Frauen) unverhältnismäßig stark auf den gleichen Schmerzreiz reagieren, der andere Personen kalt lässt.

Das 68er Männerbild, dass heute zahlreiche 30-50jährige Männer prägt, versuchte ja eine Erziehung weg von „ein Mann kennt keinen Schmerz“ hin zu „du musst Deine Gefühle zulassen“. Dass dann manche Männer übertreiben müssen, ist natürlich abzusehen.

Gruß,
Sax

Der sich schon denken kann, wie die Diskussion jetzt weiter geht…

Heilung durch Jammerei?

Das 68er Männerbild, dass heute zahlreiche 30-50jährige Männer
prägt, versuchte ja eine Erziehung weg von „ein Mann kennt
keinen Schmerz“ hin zu „du musst Deine Gefühle zulassen“. Dass
dann manche Männer übertreiben müssen, ist natürlich
abzusehen.

wobei - gibt es denn irgendwelche Studien, die vielleicht belegen, dass „Männer“ (oder halt die Wesen, die mehr jammern :wink:) schneller wieder gesund werden?

Vielleicht ist es gar nicht gesund, dass „Frauen“ (oder all die nicht jammernden Wesen) das Leid/den Schmerz mit zusammengebissenen Zähnen still ertragen…

DAS wäre doch mal interessant, dann würd ich auch ganz ganz viel jammern :smile:

Gruß
Demenzia

Hallo Annna,

Sind Männer wiklich wehleidiger als Frauen?

sagen wir mal so.
Es gibt wehleidige Männer, genauso wie es welche gibt, bei denen Wasser anbrennt.
Es gibt aber auch Frauen, die arg wehleidig sind und welche, bei denen Wasser anbrennt.

Das jeweilige Gegenteil gibt es natürlich auch.

Was ich allerdings bestätigen kann ist, daß Muttersöhnchensein und Wehleidigkeit zusammengehen.

Somit ist meine Wahrnehmung von Wehleidigkeit bei Männern wohl selektiv, denn ich gebe mich weniger mit Muttersöhnchen ab.
Aber auch nicht mit diesen ‚Indianerweinennichttypen‘

Bei Frauen gibt es andererseits diese Püppietypen, die auch extrem weinerlich sind und das Gegenstück des Muttersöhnchens darstellen.

Und auch wenn Du es nicht hören magst, standardisierte Tersts haben gezeigt, daß Männer Schmerzen besser abkönnen als Frauen. Der immer wieder gerne zitierte Fall ‚Geburt‘ scheint wohl ein homonell gut gepufferter Sonderfall zu sein.

Gandalf

Hallo Gandalf,

mir ging es ja gar nicht darum „wer hält mehr aus“, sondern warum er so unheimlich leidet wenn er mal krank ist :smile:
Klar würde ein Mann die Geburt echt nicht überleben, trotzdem ist mir schneller kalt und ich kann auch nicht so schwer tragen wie er.
Nur wenn ich krank bin, mach ich mir einen Tee, hol mir was zu lesen und leg mich ins Bett. Er hingegen, informiert erst mal alle über seine Erkrankung, läuft jammernd durch die Wohung (damit ich mich überzeugen kann wie schlecht es ihm geht) und fällt dann in eine Erdulgungsstrarre, die sich nur auflösst wenn es Essen gibt oder seine Mama anruft. :smile:
Verstehst du den Unterschied :wink:

Gruß

Aber das ist doch das Interessante…
Ich hab bis zur Elternzeit als Krankenschwester gearbeitet. Und war u. a. auf der Onkologie. Da sind Frauen mit Krebs im Endstadium und sie machen sich Sorgen wie ihr Mann ohne sie alleine zurecht kommt. Frauen sind nicht so, dass sie jammern…
dabei würde ich auch so gerne betüddelt werden *seuftz*

Gruß

Moin Annna,

Verstehst du den Unterschied :wink:

klar.
Du hast ein Muttersöhnchen erwischt.

Ich war mal mit einem Püppi näher bekannt. Die war genauso drauf. Also nichts geschlechtsspezifisches :wink:

Gandalf

Hi,

vorhin hast du ja was von schmerzempfinden erzählt. Das habe ich auch schon gehört, und es scheint zu stimmen: Einen Schmerz (nehmen wir an, er wäre objektiv betrachtet gleich stark) bewerten Frauen mit, sagen wir, 4 auf einer Skala von 1 - 10 und Männer mit 3… das Problem ist, dass viele Männer schon bei 1 schreien und jammern und sterben, viele Frauen dagegen erst bei 3 … oder so.
Muttersöhnchen oder nicht kann das Kriterium nicht sein. Mein Brufer passt rein: kein Muttersöhnchen, jammert kaum. Mein Ex passt nicht: kein Muttersöhnchen, schneidet sich an Papier und verlangt energisch ein Pflaster, obwohl ich nciht mal den Schnitt sehe.
ich denke, hier geht es auch nciht darum, wie intensi man den Schmerz empfindet oder wie weh es wirklich tut - es geht darum, wie gut man den Schmerz tolerieren kann.

Siehe http://www.curado.de/Krebs-allgemein/Maenner-und-Fra…

Interessant finde ich aber auch http://www.geschlechterstudien.de/pageID_3945635.html - kurz zusammengefasst, Männer fallen als wehleidig auf, weil man eigentllich davon ausgeht, dass sie nciht wehleidig sein sollten. Frauen dürfen wehleidig sein, wenn da also eine jammert, fällt das nciht besonders auf.

Die Franzi

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auf dem Weg der Besserung (von Keksen)
Hallo,

Vor ca. 20 Minuten frage er mich ob ich seine Mutter schon angerufen hätte. Ich frag „warum?“. Er, " ich möchte Mitleid".

Keine Sorge, der Mann befindet sich auf dem Weg der Besserung, denn das ist ein klares Zeichen eines ganz speziellen Humors. Er nimmt sich selbst nicht ganz so ernst. Ich mag das.

Ansonsten, nach seiner Genesung, melde Sissy hier an:
http://www.mancademy.de

Nimm leicht oder einen Keks :smile:)

erheitert grüsst
Ray