Mann schlägt Frau, Frau geht zu ihm zurück

Hallo,

hab gestern in einer Fernsehserie mal wieder gesehen, dass eine Frau von einem Mann geschlagen wird und sie sich selber dafür die Schuld gibt und zu ihm zurück kehrt.

Ich nehme mal an dies wurde schon ausgiebig in der Fachliteratur behandelt. Wenn ich aber danach google finde ich nur Pornoseiten mit BDSM oder ähnlichem.

Habt ihr vielleicht einen Fachbegriff nachdem ich googlen kann?

Oder wenn ihr zu viel Freizeit habt einen kurzen Abriss geben warum Frauen so reagieren? Gibt es Statistiken darüber? Oder wären solche wegen möglicher Dunkelziffern nicht aussagekräftig?

MFG

Präferenzen bei der Partnerwahl
In der Tat, allgegenwärtiges Thema.
Die menschlichen individuellen Verhaltensmuster werden früh geprägt und sind dann nur noch schwer oder gering zu ändern. Manche Frauen heiraten den Mann, der ihrem im Grunde verhassten Vater ähnelt. Hass ist auch eine Bindung.
Das selbe gilt auch phylogenetisch. Die allgemeinste These ist die, dass Frauen auf den Männertyp reagieren, der in der Lage ist, Beute zu machen und das Revier zu verteidigen. Das ist der böse, gewalttätige. Wenn sich eine Frau also noch so sehr nach einem lieben Mann sehnt, verlieben tut sie sich in den bösen. Das geht so weit, dass die Eizelle nur den bösen Samen reinlässt.
Dazu kommt natürlich, dass Schlüsselreize nicht durch intellektuelle Aktivitäten zu beseitigen sind. Das Verhalten wird vom Gefühlshirn (limbisches System) aus gesteuert.

Stichwort zum Suchen:

Zyklus der Gewalt

http://www.frauennottelefon.ch/themen/Gewalt%20gegen…

Moin,

Habt ihr vielleicht einen Fachbegriff nachdem ich googlen
kann?

zwar nicht exakt das was Du suchst, aber das Stockholm-Syndrom ist diesem Phänomen verwandt.

Gandalf

Hallo,

irgendwann habe ich gelesen, dass manche Frauen eine Art masochistisches Bedürfnis nach Schlägen entwickeln. Und eine Erinnerung aus meiner Jugend in den 60er Jahren:
In unserem Dorf kam meiner Mutter eine Frau mit blauem Auge entgegen. Als meine Mutter fragte, was denn passiert sei, antwortete sie:
„Ich weiß ja, dass ich manchmal Schläge bekommen muss. Aber manchmal schlägt er (ihr Mann) mich so ungeschickt.“

Schlimm, nicht wahr? Aber es ist lange her, und wir lebten auf dem Land.

Pit

Das:

In unserem Dorf kam meiner Mutter eine Frau mit blauem Auge
entgegen. Als meine Mutter fragte, was denn passiert sei,
antwortete sie:
„Ich weiß ja, dass ich manchmal Schläge bekommen muss. Aber
manchmal schlägt er (ihr Mann) mich so ungeschickt.“

hat aber damit:

irgendwann habe ich gelesen, dass manche Frauen eine Art
masochistisches Bedürfnis nach Schlägen entwickeln.

gar nichts zu tun! Der Grund, warum das Opfer die Schuld bei sich sucht und den Täter sogar noch entschuldigt, ist ein ganz anderer. Siehe dazu mein Link unten unter dem Stichwort „Zyklus der Gewalt“.

Schlimm, nicht wahr? Aber es ist lange her, und wir lebten auf
dem Land.

Und das heißt was? Das es das heute nicht mehr gibt?

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Hallo!

hab gestern in einer Fernsehserie mal wieder gesehen, dass
eine Frau von einem Mann geschlagen wird und sie sich selber
dafür die Schuld gibt und zu ihm zurück kehrt.

Oder wenn ihr zu viel Freizeit habt einen kurzen Abriss geben
warum Frauen so reagieren?

Nicht nur Frauen reagieren so. Es ist ein psychologisches Phänomen, das immer auftreten kann, wenn zwischen Täter und Opfer eine intensive Beziehung besteht. Das kann auch die Beziehung zwischen einem misshandelten Kind und seiner Mutter oder eine Freundschaft zwischen Männern sein.

Das Opfer erlebt sich als hilflos und schwach, darunter leider das Selbstwertgefühl. Um sich wieder „wertvoll“ fühlen zu können, sehnt sich das Opfer nach Anerkennung und Liebe. Es wendet sich intensiv den Menschen zu, die ihm am nächsten stehen und von denen es bisher Formen von Anerkennung und Liebe bekommen hat.

Das ist in der Regel aber der Lebensgefährte, die Mutter, der beste Freund - also genau der Täter bzw. die Täterin. Um aber die kognitive Dissonanz überwinden zu können, daß der böse Mensch auch gleichzeitig der gute Mensch ist, muss der Täter „entschuldigt“ werden - das Opfer gibt sich selbst die Schuld.

Gruß,
Max

und wendet sich deshalb dem Menschen zu, von dem ews bisher im Leben genau das

Mann beißt Hund, Hund geht zu ihm zurück
Moin
Das ließe sich beliebig variieren. Projektive Identifikation scheint hierbei häufiger im Spiel zu sein als bloßer Masochismus.
Gruß,
Branden

Gebissene Hunde
Hallo Branden,

… Projektive Identifikation scheint hierbei häufiger im Spiel zu sein als bloßer Masochismus.

Was den Hund angeht, trifft das nicht zu. Der bleibt beim Mann, weil er

  • mangels Möglichkeit (Leine) nicht weglaufen kann
    oder
  • das Gebissenwerden als rangniederes Tier als Antwort auf ein Fehlverhalten seinerseits versteht
    oder
  • die regelmäßig gefüllte Futterschüssel einer ungewissen Freiheit ohne diesen Mann vorzieht.

Hunde mit Menschen zu vergleichen, haut meistens nicht hin. Umgekehrt allerdings… :smile:.

Schöne Grüße,
Jule

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Fehlinterpretation
Hallo,

ich habe nicht behauptet, dass das von mir erwähnte masochistische Bedürfnis (das ich nur mal gelesen habe) und die geprügelte Frau aus meinem Dorf etwas miteinander zu tun haben - das hast Du mir interpretatorisch untergeschoben.
Ich wollte lediglich zwei Aspekte erwähnen, mit denen die Diskutanten eventuell etwas anfangen können.

Der Grund, warum das Opfer die Schuld bei
sich sucht und den Täter sogar noch entschuldigt, ist ein ganz
anderer. Siehe dazu mein Link unten unter dem Stichwort
„Zyklus der Gewalt“.

Deinen Link werde ich nicht lesen, weil ich Schwierigkeiten beim Lesen langer Texte am Bildschirm habe. Wahrscheinlich verstehe ich auch zu wenig von Psychologie, um ihn richtig zu verstehen.

Schlimm, nicht wahr? Aber es ist lange her, und wir lebten auf
dem Land.

Und das heißt was? Das es das heute nicht mehr gibt?

Das habe ich ebenfalls nicht behauptet. Aber ich glaube, dass vor fast 50 Jahren, noch dazu auf dem Land, geprügelte Frauen weniger professionelle Hilfe fanden als heute.

Pit