Mar

Seid gegrüßt!
Ich gedachte einen Artikel zu schreiben und darin das Wort „Mar“ zu verwenden.
Nun wollte ich mich aber vergewissern, dass ich es richtig verwende (meines Wissens ist eine Mar ein Qual, eine Folter).
Nach ausführlicher recherche bin ich zu keinem Ergebnis gekommen, dass mich befriedigt.
Nun frage ich mich, ob dieses Wort nun ein Okkasionalismus meinerseits oder ein archaisches Wort, dass sich wahrlich schwer finden lässt?
Wie immer schon reichlich Dank im Voraus,
Oliver

Nun wollte ich mich aber vergewissern, dass ich es richtig
verwende (meines Wissens ist eine Mar ein Qual, eine Folter).

Hallo, Oliver!
Es gibt die „Marter“. Ein Maar ist ein mit Wasser gefüllter Vulkankrater, dann gibt es noch den Nachtmahr = einen nächtlich Druckgeist, Alp. Zu „Mar“ als Qual, Folter hat das Grimm’sche Wörterbuch nichts, Meyers Konversationslexikon wäre noch eine Möglichkeit, da hat mir grade das Laden zu lange gedauert :smile:

Grüße,
Eva

Hallo, Oliver,

Ich gedachte einen Artikel zu schreiben und darin das Wort
„Mar“ zu verwenden.

(meines Wissens ist eine Mar ein Qual, eine Folter).

worauf basiert denn dieses Wissen?

ein archaisches Wort, dass sich wahrlich
schwer finden lässt?

Finden lässt sich relativ problemlos

mar, mare mf. quälendes nachtgespenst, nachtalp.
http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbu…
http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbu…

Oder ist Dir ein -ter abhanden gekommen?

Gruß
Kreszenz

Die Marter meine ich selbstverständlich nicht.
Ein Maar ist mir auch ein Begriff.
Das Wissen basiert jediglich auf dem, was ich zu wissen glaube und irgendwo, irgendwann gelesen zu haben meine.
Im „Kluge Ethymologisches Wörterbuch“ fand sich nichts Treffendes.
Auch das Grimm´sche Wörterbuch liess mich im Stich.
Aber einer sehr gebildeten Freundin ist die „Mar“ im Sinne einer Qual o.Ä. auch zumindest schon einmal irgendwie untergekommen.
Falls also doch jemand Rat weiss, möge sie/er sich bitte bei mir melden.
MfG und danke für eure Bemühungen,
Oliver

Aber einer sehr gebildeten Freundin ist die „Mar“ im Sinne
einer Qual o.Ä. auch zumindest schon einmal irgendwie
untergekommen.

Hallo nochmal!
Ich habe mal im Herkunfts-Duden geblättert und etwas gefunden, was Dir evtl. einen kleinen Anstoß gibt:
„Mahr: Ursprung … nicht sicher geklärt … MhD. mar[e], ahd. mara, niederl. (volksetymologisch umgestaltet) nacht-merrie, engl. in nightmare, schwed. mara sind verwandt mit der slaw. Sippe von russ. mora in kikimora, ‚Nachtgespenst‘ und mit air. mor-[r]-igain ‚Vampir, weiblicher Unhold‘ (eigentlich ‚Alpkönigin‘). Das den Kelten, Germanen und Slawen gemeinsame Wort gehört vielleicht im Sinne von ‚Zermalmerin‘ zu der unter ‚mürbe‘ dargestellten Wurzel.“

Wenn man „Zermalmerin“ bedenkt, und dass ein Alp ja auch etwas ist, das einen „be/zerdrückt“ kann man vielleicht von ganz weit her eine Brücke zu „Folter, Qual“ schlagen. Es gab auch eine Foltermethode, wo den Leuten Steine auf die Brust gehäuft wurden.

Vielleicht ist das der Anfang eines roten Fadens :smile:

Grüße,
Eva

Hallo Eva

Sippe von russ. mora in kikimora,
‚Nachtgespenst‘ und mit air. mor-[r]-igain
‚Vampir, weiblicher Unhold‘ (eigentlich ‚Alpkönigin‘). Das den
Kelten, Germanen und Slawen gemeinsame Wort gehört vielleicht
im Sinne von ‚Zermalmerin‘ zu der unter ‚mürbe‘ dargestellten
Wurzel."

Wenn man „Zermalmerin“ bedenkt, und dass ein Alp ja auch etwas
ist, das einen „be/zerdrückt“ kann man vielleicht von ganz

Schon weiter oben hast Du Falsches angeführt und abgeleitet.
Auch wenn der Duden Alp zulässt und wenn es eine ganze Weile so geschrieben wurde, es hieß Alb von Alben oder Elfen und heißt es weiterhin. Das hat nicht mit den Bergen oder Quetschen zu tun. Ein Albtraum kann bedrückend sein, es wir aber niemand zermalmt.
Recherchiere bitte genauer und leite nicht willkürlich ab.
Gruß
Rochus

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Hallo, Rochus!
Weshalb dieser oberlehrerhaft zurechtweisende Ton? Ich habe nur versucht, Anhaltspunkte zu geben; diesen Informationen weiter nachzugehen oder sie zu verwerfen, ist dann Sache des UP. Außerdem habe ich geschrieben, dass ein Alptraum bedrückt, hingegen das Wort „ma(h)r“ mit „Zermalmerin“ in Verbindung zu bringen ist! Des weiteren habe ich betont, dass man „von ganz weit her eine Brücke schlagen muss“ um eine Verbindung zu vom UP gesuchten „Mar“ = „Qual, Folter“ herzustellen.
Mein Herkunftsduden, aus dem ich zitiert habe, ist leider schon etwas älter, und ich habe beim Abschreiben das dort verwendete „Alp“ übernommen.

Hier vielleicht interessehalber aus dem „Kleinen Lexikon der Dämonen und Elementargeister“:
„Alb (m., n.; Alp , Ephialtes). Das Wort ist von dem ags. und nddt. „al f“, „elf“ abgeleitet, meint also ursprünglich die mythischen Elfen der angelsächsischen und altnordischen Überlieferung. … Aus der zunächst freundlichen Gestalt entwickelte sich schon früh die Vorstellung eines heimtückischen, bedrückenden Wesens, das unter den verschiedensten Bezeichnungen in den einzelnen Landschaften bekannt ist: in Hessen, Franken, Thüringen als „Alb“, im Oberdeutschen (Bayerisch-Österreichischen) als Trut (>Drud), in der Schweiz als „Toggeli“ oder „Doggi“, im Nddt. als > „Mahr“ , im schwäbischen und alemannischen Raum als „Schrattele“, „Schratt“ (daneben auch schwäbisch „Druckerle“), und im ostfriesischen und oldenburgischen Raum als >Walrider“, „Walriderske“. Daneben gibt es eine große Zahl regionaler Bezeichnungen.
Der Alb ist ein nächtlicher Druckgeist, der den sogenannten Alpdruck (Alptraum) erzeugt. Er legt sich dem Schlafenden auf die Brust und drückt ihn fast bis zum Ersticken. Dabei werden oft erotische Träume erlebt, die zur Identifizierung des Alb als weiblicher Dämon führen. … "

Es wäre also nicht gänzlich undenkbar, dass man diesen „Alb- oder Alpdruck“ als Bezeichnung für die von mir erwähnte Foltermethode herangezogen haben könnte (dies ist reine Spekulation!!!). Dazu müsste man „die sehr gebildete Freundin“ des UP mal befragen, die weiß ja evtl. mehr als wir. Ich werde mir die Idee jedenfalls notieren, für den Fall, dass ich je dazu komme, meinen angefangenen Fantasy-Roman zu beenden :wink:

Grüße,
Eva

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