Maracuyá wirft langsam aber kontininuierlich Blätter ab

Hallo alle,

vielleicht kennt sich hier jemand mit Maracuyá-Pflanzen aus.

Symptom ist: Blätter werden langsam aber kontinuierlich gelb und werden abgeworfen (also ca 1 bis 2 Blätter die Woche). Solange sie schneller vorne an der Ranke wächst als sie hinten abwirft, geht es noch, aber so ganz normal wirkte das nie. Vor ein paar Wochen hörte sie mal auf zu wachsen und es beschleunigte sich mit dem Abwerfen. Sie ist dann fast kahl. Jetzt wächst sie zumindest wieder.

Pflanze stammt aus dem Samen einer Supermarktmaracuya. Ist 2 Jahre alt und ich habe Aussaterde mit 20% oder 30 % Sand gemischt. Ich versuche darauf zu achten, dass ich sie ab und an intensiv gieße aber Zeit lasse, dass die Erde auch wieder an der Oberfläche gut trocken wird. Das hat aber fast 2 Wochen gedauert als sie nicht wuchs (deshalb dachte ich schon die sei tot). Ich glaube also nicht, dass ich sie ertränke, aber tendenziell achte ich schon darauf, dass die Erde nicht komplett trocken wird (mehr als bei meinen Orangen). In letzter Zeit habe ich ihr mehr Dünger für Zitruspflanzen (habe ich halt hier für meine Orangen) gegeben. Mehr in der Hoffnung, dass da vielleicht auch irgendwelche Puffer zur Stabilisierung des pH-Wertes drin sind, falls da mein Problem liegt. Ich kenne den pH-Wert aber nicht. Die Pflanze ist drinnen. Dieses schnelle Blätterabwerfen fing im März an, als ich sie an die Sonne gewöhnen wollte. Vermutlich kein Zusammenhang, aber danach wollte ich sie nicht mehr bewegen oder anderem Stress aussetzen danach. Platz ist im Schatten die meiste Zeit, wenn auch direkt am Fenster. Ich habe bisher noch nie etwas beschnitten. Sie wächst meist sehr linear. Habe schon überlegt, ob man die Ranken abschneiden sollte, um vielleicht mehr Verzweigungen zu erzwingen als sie momentan hat (langsam sind die Wege bis zum ersten Blatt durchaus weit. Ob das Gesund ist…). Nur dann hat sie ja gar keine Blätter mehr :wink: Achja, keine Pflanzenlampe oder so benutzt, um zu gucken, ob sie nur seeeeehr viel Licht braucht und dann besser wäre. Dauert halt auch immer sehr lange bis man weiß, ob etwas Erfolg hat.

Bin etwas ratlos. Ich bin jetzt kein total erfahrener Gärtner, aber zumindest leben bei mir Bitterorangen, Avocado, Palmen, Granatapfel, Zitronengras und eine süße Zitrone und keiner gibt mir solche Probleme. Also ein paar Anfängerfehler weniger mache ich hoffentlich. Nur ist jede Pflanze anders.

Wäre super, wenn jemand eine Idee hätte.

Malte

Meine Idee: Du hast sie jetzt schon 2 Jahre lang und hast sie immer gegossen. Es kann sein, dass das Substrat jetzt zu hohen Salzgehalt hat, weil die Verdunstung das Salz im Substrat zurück lässt. In der Heimat der Maracuja ist das Substrat durch den vielen Regen salzarm. Meine Empfehlung: Den Topf für einige Stunden in warmes Regenwasser untertauchen und dann normal weiter pflegen. Dass das Substrat nie auch mal kurze Zeit trocken wird, halte ich für falsch. Lieber warten bis das Substrat trocken ist und dann aber so gießen, dass das meiste Wasser unten rausläuft usw.
Udo Becker

Hallo Udo,
danke für die Antwort. Das klingt nach einer guten Idee (jetzt muss es nur noch regnen :wink: ). wenn ich Salze weghaben will, ist es vielleicht sogar sinnig das Wasser ein paar Mal durchlaufen zu lassen?

Und ich probiere auch mal wie sie reagiert, wenn ich die Gießintervalle verlängere.

Super, dann habe ich jetzt für die nächsten Wochen einen Plan.
Malte

Natürlich geht auch Leitungswasser oder Flusswasser. Entscheidend ist, dass das Wässern Salze aus dem Substrat heraus löst. Am besten enige Stunden in einem Eimer eintauchen, oder auch mehrmals den Topf auffüllen und das überschüssige Wasser unten raustropfen lassen. Regenwasser ist insgesamt für Pflanzen günstig die gegen Salzkonzentrationen empfindlich sind. Pflanzen, die geringste Spuren von Mineralien aus mineralarmen Böden oder aus Regenwasser herausholen müssen (typischerweise Orchideen und Pflanzen in regenreichen Zonen und mineralarmen Böden) sind gleichzeitig empfindlich gegen Salze.
Udo Becker
Udo Becker

Hallo Udo,
danke für die zusätzlichen Hintergrundinformationen. Jetzt habe ich die Logik noch etwas besser verstanden (auch warum ich das Problem nicht bei allen Pflanzen habe).
Gruß,
Malte