Marcumar Nebenwirkungen - lieber absetzen?

Ich grüße Sie herzlich!

Seit einer Thrombose nehme ich Marcumar, seit ca. 6 Monaten. Allerdings klingt die Liste der Nebenwirkungen ja drastisch. Ich bilde mir auch ein, schneller und stärkere Blutergüsse zu bekommen. Wie riskant ist es, das Medikament abzusetzen? Reicht das regelmäßige Tragen von Stützstrümpfen nicht aus?

Danke für den medizinischen Rat!

Hallo,
Ihre Beobachtung ist vollkommen richtig. Durch die geringere Gerinnungsneigung werden Blutergüsse unter Marcumar größer. Dennoch ist dies keine Nebenwirkung (im Grunde ist es die Wirkung, denn genau das soll das Mittel ja machen), wegen der man das Mittel absetzen sollte. Die Entscheidung zum Absetzen kann ausschließlich der behandelnde Arzt treffen, da hier eine Abwägung der Risikofaktoren notwendig ist. Bspw. die Frage, wie es zur Thrombose gekommen ist. Sie sollten immer bedenken, dass eine nächste Thrombose letztlich auch zum Herzinfarkt oder Schlaganfall führen kann. Dagegen sind größere Blutergüsse doch recht erträglich.

Herzliche Grüße

Dr. Daniel Hölzle

In keinem Fall Marcumar selber absetzen!!! Ausschliesslich Ihr Arzt kann Ihnen dazu was sagen. Er ist der Verantwortliche für Ihre Gesundheit!

Hallo,

ich würde nicht raten Marcumar abzusetzen; Marcumar wirkt blutverdünnend und soll verhindern dass eine Thrombose wieder eintritt, denn Thrombosen können verursachen dass die Arterien verstopfen und daraufhin ein Herz-Infarkt oder Hirn-Infarkt auftritt, allein Kompressions-Strümpfe reichen nicht unbedingt,wenn es schon eine Thrombose gab.

Alles Gute,
Conny

Absetzen oder nicht kann immer nur der Arzt entscheiden. Aber es scheint ja keine normale Thrombose gewesen zu sein, sonst würden die Ärzte Marcumar nur ein halbes Jahr geben und es dann absetzen oder gegebenfalls gegen ein leichteres wie ASS austauschen. Unbedingt das Gespräch mit dem behandelnden Mediziner suchen. Wenn einem nicht ganz wohl ist vielleicht auch nach den Allernativen fragen.
Ich kann nur soviel sagen, das ich aufgrund eines Gendefektes und dadurch resultierender Thrombosen seit fast 9 Jahren Marcumar nehme. Ich messe den INR Wert bereits selber und stelle ihn selber ein, so das er immer optimal ist und ich habe noch nie Probleme gehabt weder mit Blutergüssen noch mit einer der anderen angegebenen Nebenwirkungen bis auf Haarausfall vielleicht. Es wäre glaube ich auch schlimmer wenn man eine TFhrombose oder eine Embolie bekommt oder und bei richtiger Einstellung sind die Probleme gering. Die Firmen sind rechtlich nur verpflichtet jede mögliche Nebenwirkung aufzuschreiben die jemals im zusammenhang mit dem Mittel aufgetaucht ist, und wenn es nur bei einem von 1000 Patienten war. Man muss auch mit freiverkäuflichen Arzneimitteln und mit Vitamin k haltigen Gemüse aufpassen, da diese den INR Wert stark beeinflussen können, ebenso wie einige akute Erkrankungen, wenn man aber dies alles beachtet, ist es auch nicht gefährlicher als ein Blutdrucksenker.
Sind bei ihnen Herzerkrankungen wie Vorhofflimmern Gendefekte etc. ausgeschlossen worden? Sprich ist die Ursache der Thrombose geklärt?
Wenn nicht wäre das noch ein wichtiger Schritt vor dem Absetzen. Was die blauen Flecken angeht, es ist gut möglich, das es durch die Blutverdünner passiert. Aber sind ihre Werte immer in Ordnung? Wie oft gehen sie zur Kontrolle des INR -Wertes? Achten sie auf die Vitamin -K haltigen Lebensmittel? Wenn nicht kann auch einfach sein das sie zu starken Schwankungen ausgesetzt sind. Ich nehme bereits 2 Gerinnungshemmer, habe zum Glück kein Problem mit blauen Flecken. Aber mir fällt auf das ältere Patienten dieses Problem häufiger haben, aber meist, da ihre Kapillaren einfach schon brüchiger sind, und die Gerinnungszeit durch Marcumar und Co. verlängert wird, so das mehr Blut aus den Kapillaren austritt, bevor sie verschlossen werden können. Deshalb wirklich mit dem Arzt reden, wenn es zu störend ist und kein Einstell- Einnahmefehler, ob nicht ein anderes ausreichen würde. Ich kenne sie eben nicht, auch das ganze Krankheitsbild nicht, da wäre es eine Anmaßung, zu sagen, MArcumar kann abgesetzt werden. Was die Strümpfe angeht, die geben den Venen einen Gegendruck, damit das Blut besser fließen kann. Besonders auch da durch Thrombosen oft Venenklappen kaputt gehen, und dadurch der Blutfluss gestört wird. Außerdem werden entstehende Ödeme verhindert, Schwellungen gehen besser zurück. Aber mehr kann ein Strumpf auch nicht. Wenn irgendwo durch eine Venenentzündung ein Blutpropf sitzt oder man hat eine Herzrhytmusstörung und durch die Verwirbelung im Herzen entstehen Thromben, die können durch die Strümpfe nicht gelöst werden. Aber sobald sie sich lösen oder bei der Herzrhytmusgeschichte entstehen und im Körper wandern verstopfen sie das nächst kleinere Gefäss und das ist meist im Gehirn oder Herz und es kommt dann zu HErzinfarkt oder Schlaganfall, manchmal zur Lungenembolie. Deshalb werden Blutverdünner gegeben, diese verhindern die Bildung dieser Thromben. Ihr Arzt ist der Meinung, das in ihrem Fall beide Methoden notwendig sind. Also wieder ist es notwendig Rücksprache zu halten. Wenn sie noch Fragen haben, melden sie sich einfach. Abends bin ich von der Arbeit zurück. LG GibbsTony

Hallo,

das mit den schnelleren/ stärkeren Blutergüssen ist durchaus möglich. Das Medikament eigenmächtig abzusetzen, würde ich auf keinen Fall machen, aber die Alternative zu Stützstrümpfen würde ich auf jeden Fall aufnehmen und mit dem Arzt diskutieren. Je nach persönlicher Risiko-Konstellation (Raucher, Übergewicht, Umfang der Thrombose, Alter, Bewegung …) könnte ich mir das durchaus vorstellen - aber wie gesagt, diese Frage ist unbedingt an den Arzt zu richten.

Gruß Dirk Häfner

Guten Tag Herr Hinrichs

Es tut mir leid, dass ich erst so spät antworte, aber ich eben erst
aus den Ferien zurückgekommen.

Meistens ist es tatsächlich besser, sich die Nebenwirkungen gar nicht erst durchzulesen. Hier müssen alle gemeldeten aufgeführt werden, auch wenn
sie nur sehr selten vorkommen.

Das mit den Blutergüssen ist auf jeden Fall auf das Marcumar zurückzuführen, aber nicht wirklich dramatisch oder bedenklich.

Da ich ihr Vorgeschichte und andere Medikation nicht kenne, kann ich keine Empfehlung geben, ob das Tragen von Stützstrümpfen ausreichend ist.
Das muss alleine ihr behandelnder Arzt entscheiden. Sie sollten aber auf keinen Fall ohne Rücksprache das Marcumar absetzen!

Viele Grüsse,
S.Sommer

Hallo!

Dass Sie schneller Blutergüsse bekommen ist ganz normal und dass diese stärker sind auch. Marcumar ist ein Blutverdünner, der verhindern soll, dass ein erneutes Blutgerinnsel auftritt. Ihr Blut ist quasi in den Adern geronnen und um es flüssig zu halten, bekommen Sie Marcumar. Sie werden ja regelmäßig vom Arzt kontrolliert, damit das Blut nicht zu dünn und nicht zu dick ist. An Ihrer Stelle würde ich es mit dem Marcumar versuchen und falls Nebenwirkungen auftreten, dann würde ich mit Ihrem Arzt reden. Alternativen zu Marcumar sind z.B. Warfarin (das wurde früher als Rattengift benutzt, damit diese von Innen verbluteten, wird aber eher in Angloamerikanischen Ländern verwendet und in der Regel kennt man sich mit diesem Medinkament in Deutschland nicht sehr gut aus) oder ASS (das ist Aspirin, denn Aspirin hat auch eine blutverdünnende Wirkung, was viele Menschen nicht wissen. Aspirin ist aber auch in Deutschland ein gängiger Blutverdünner, eben für solche Menschen, die Marcumar nicht vertragen) Aber die Bildung von Blutergüssen ist auch bei diesen Medikamenten zu erwarten, da sie alle das Blut verdünnen.
Letzendlich bleibt Ihnen aber nichts anderes übrig als einen Blutverdünner zu nehmen. Die Alternative ist Thrombose und somit eventuell der Tod und das möchten Sie bestimmt nicht.
Mit freundlichen Grüßen,
irgendwas_0815