Hallo! Ein guter Freund von mir muss wegen einer angeborenen Blutgerinnungsstörung Marcumar nehmen. Allerdings hörte ich, dass das ganz schön übel für die Zellwände ist und bei längerer Einnahme zu inneren Blutungen führen kann - stimmt das in diesem Ausmaß oder ist das übertrieben? Gibt es denn keine harmlosere und schonendere Alternative? Danke für Aufklärung
Hallo,
so eine Frage kann man nicht so pauschal beantworten. Ihr Freund hat wahrscheinlich einen guten Grund, warum er Marcumar bekommen hat. Würde er es nicht nehmen, müsste er vielleicht schwere Komplikationen befürchten (Thrombose, Embolie, Schlaganfall usw.)
Marcumar kann vor solchen Gefahren schützen. Natürlich kann es auch selbst Komplikationen verursachen, vor allem Blutungen (für die Zellwände ist es übrigens nicht schädlich). Deshalb muss man abwägen, das tut ein Arzt, der Marcumar verschreibt, in der Regel schon.
Alternativen wären z.B. tägliche Spritzen in den Bauch (Heparin u.ä.) oder ein neues Medikament, über dessen Nebenwirkungen noch nicht so viel bekannt ist.
Ich denke, dass der Arzt Ihres Freundes mit ihm darüber spricht.
Gruß, Johannes
Hallo Facette,
Marcumar ist Segen und Fluch gleichermaßen. Einerseits hilft es, die Gefahr von Thromben zu verhindern, die zu Schlaganfällen oder Herzinfarkten oder Lungenembolien führen können. Andererseits aber kann es zu massiven Blutungen in (fast) allen Organsystemen führen. Daher muß, wer Marcumar einnimmt, sehr sorgfältig beobachtet werden - mit Hilfe von Bluttests, die anzeigen, wie stark die Blutgerinnung gehemmt wird. Aufgrund von diesen Untersuchungen wird dann die Dosis verringert oder erhöht.
Eine Alternative für die Langzeitbehandlung gibt es leider nicht, Heparin, ebenfalls ein Gerinnungshemmer, z.B. greift in den Gerinnungsmechanismus nicht da ein, wo Marcumar greift.
Aber - je nach Art der Gerinnungsstörung gibt es heute Möglichkeiten, die gestörte Gerinnung einigermaßen zu behandeln. Ihr Freund sollte das mit seinem Arzt besprechen.
Viel Erfolg und viele Grüüße
Ingeborg Steffes-Tremer
Hallo,
Marcumar hat viele Nebenwirkungen.
Als ich im September letzen Jahres mit einer tiefen Oberschenkelthrombose im KH lag, habe ich einen Aufklärungsbogen über Marcumar unterschreiben müssen. Die geläufigsten Nebenwirkungen sind Zahnfleischbluten, Blut im Harn,Nasenbluten,Blutergüsse. Gelegentlich treten wohl auch schlimmere Dinge über die ich mir erstmal keine Gedanken machen will auf. Von der Schädigung der Zellwände habe ich jedoch noch nichts gehört und hab grad nochmal die Nebenwirkungen angeschaut, wobei dort auch nichts in der Richting erwähnt wird. Innere Blutungen können eine Folge sein wobei diese wohl meist im Bauchraum auftreten und sich durch schwarzen Stuhlgang äußern. Ich hatte damals einen Tag Bedenkzeit(habe parallel dreimal Heparin gespritzt bekommen), weil mein Cousin und mein Opa durch Hirnblutungen(können durch marcumar ausgelöst werden) behindert geworden sind. Die alternative für mich wäre halt Heparin spritzen gewesen. Die Ärzte legten mir damals nochmal nahe das Heparin ebensolche Nebenwirkungen auslösen kann und ich habe mich dann für die Marcumartabletten entschieden.
Ich nehme es jetzt ein halbes Jahr und es hat bis vor drei Wochen gedauert mich richtig einzustellen -.- ich nehme 6 Tabletten die woche und bin damit immer konstant um die 25%. Ich bin ein wenig launisch geworden(musste aber auch gleichzeitig noch die Pille absetzten, ansonsten komme ich gut mit klar. Im Moment wird noch nach der Ursache geforscht (wahrscheinlich eine autoimmunerkrnakung) wenn sich das bestätigt muss ich marcumar lebenslänglich nehmen (ich bin 20) .Aber im endeffekt denke ich, muss ich es halt nehmen und Blutverdünner haben alle hammerharte Nebenwirkungen.
Soviel zu meinen Erfahrungen, alternativ ist glaub ich halt Heparin am geläufigsten(wenn man sich selbst spritzen kann).
Ich hoffe das hilft
Alles Gute
Dass kann man leider nicht pauschal beantworten. Es gibt Fälle wo Marcumar Sinn macht, andere wo dass Risiko einer Blutung höher als die anderen Risiken. Dass muss man in jeder Situation einzeln beurteilen - vom behandelnden Arzt. viel Erfolg!
BZ