Maria Magdalena- Regeneration?

Hallo,

ich habe ne Frage zu Hebbels’ Maria Magdalena:
Wir haben zu dem Roman folgende Überschrift verfasst: „M.M. - Regeneration des Bürgerlichen Trauerspiels“. Ich hab allerdings nicht die geringste Ahnung, warum „Regneration“…also inwiefern ist M.M. eine Regneration des Bürgerlichen Trauerspiels?

Ich wäre euch wirklich überaus dankbar,wenn ihr mir helfen könntet. Ich sollte das im Abi erklären können :wink:

Vielen Dank

Hallo,

ich habe ne Frage zu Hebbels’ Maria Magdalena:
Wir haben zu dem Roman folgende Überschrift verfasst:

mit „Roman“ meinst Du „Drama“, nehme ich an?

„M.M. - Regeneration des Bürgerlichen Trauerspiels“. Ich hab
allerdings nicht die geringste Ahnung, warum
„Regneration“…also inwiefern ist M.M. eine Regneration des
Bürgerlichen Trauerspiels?

Das „bürgerliche Trauerspiel“ entstand in Deutschland im 18. Jahrhundert (Lessing, Miss Sara Sampson). Erstmals spielt sich Tragik nicht mehr ausschließlich in der Welt des Adels ab, sondern entsteht u.a. durch Konflikte zwischen Bürgertum und Adel.

Knapp 100 Jahre später (als das bürgerliche Trauerspiel eigentlich als nicht mehr zeitgemäß galt) schrieb Hebbel mit „Maria Magdalena“ ein Drama, in dem ausschließlich das typische Verhalten des Bürgerstandes die Ursache des tragischen Konflikts ist.
Insofern kann man wohl von einer Neubelebung (Regeneration) oder Entwicklung des bürgerlichen Trauerspiels sprechen.

Gruß
Kreszenz

natürlich…das Drama :smile:

Vielen,vielen Dank. Das ist absolut einleuchtend und verständlich!

Hallo Ella,

ich habe ne Frage zu Hebbels’ Maria Magdalena:
Wir haben zu dem Roman

Bitte - es handelt sich um ein Drama, genauer: um eine Tragödie. Zu Deutsch ‚Trauerspiel‘. Nicht um einen „Roman“. Und bitte - der Mann heisst Hebbel, nicht Hebbels - also braucht man bei „Hebbels’ Maria Magdalena“ keinen Deppenapostroph setzen …

Ganz in Kürze - das deutsche bürgerliche Trauerspiel wurde durch G.E. Lesing begründet (Miss Sara Sampson, Emilia Galotti). Für die folgende Generation steht vor allem der Name Schiller, der dieses Genre in seinem Frühwerk ‚Kabale und Liebe‘ aufgriff - worauf dann erst einmal Pause war. Hebbel griff dann mit seiner ‚Maria Magdalena‘ die Konzeption des bürgerlichen Trauerspiels wieder auf. Zwischen ‚Kabale und Liebe‘ und ‚Maria Magdalena‘ liegen ca. 60 Jahre, in denen das Genre nichts von bleibendem Wert hervorbrachte.

Freundliche Grüße,
Ralf

Wenngleich ich dir sehr dankbar(wirklich!) um deine -zweifellos sehr gute- Antwort bin, versuch doch einfach mal Fehler in der Interpunktion zu ignorieren. Ich weiß, es zerfrisst einen innerlich wenn man solch rücksichtslosen Missbrauch mit der deutschen Sprache mitansehen muss.
Versteh mich nich falsch, du bist bestimmt sehr bewandert was Literatur, Sprache,etc. angeht (und für deinen Rat bin ich dir,wie gesagt, sehr dankbar) aber siehs doch einfach mal so: Wenn ich genauso bewandert wäre, hätte ich solch eine Frage wohl nicht gestellt. Und wahrscheinlich hast du jetzt einfach mein Ego gekränkt und ich muss versuchen, diese Kränkung in Grenzen zu halten :wink: Nicht nur wahrscheinlich…es ist so.
Und auch wenn eine Rechtfertigung eigentlich Zweitverschwendung ist, ich kanns nicht lassen: „Roman“ war ein Flüchtigkeitsfehler. :wink:

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inwiefern ist M.M. eine Regneration des
Bürgerlichen Trauerspiels?

Hallo!
Die beste Antwort auf deine Frage gibt Hebbel selbst in seinem
Vorwort zur „Maria Magdalena“.
Er sieht Tragik entstehen dort, wo zwei geschichtliche Welten
aufeinandertreffen: eine alte, vergehende, und eine neue mit
neuen Ansprüchen.

  1. Weil in unserem Fall eine dieser Welten die bürgerliche ist
    und das Verhaftetsein in ihr zur tragischen Katastrophe führt,
    handelt es sich um ein bürgerliches Trauerspiel.
  2. Weil nach der Klassik mit dem Begriff der tragischen Schuld
    herumexperimentiert wurde, ohne dass dabei viel ordentliches
    bürgerliches Trauerspiel herauskam*, bis eben dann wieder bei
    Hebbel, kann man von einer „Regeneration“ sprechen.
    * Über zeitgenössische Dramatiker urteilt Hebbel selbst in
    seinem Essay „Mein Wort über das Drama“.
    Schöne Grüße"
    Hannes

Hallo Ella,
zunächst - wenn Du Dich durch meine Antwort persönlich gekränkt gefühlt hast, tut mir das leid; das war nicht meine Absicht. Ich fühle mich durch nachlässigen Sprachgebrauch Anderer auch durchaus nicht „innerlich zerfressen“ - ich habe mir lediglich die Reaktion vorgestellt, wenn Du in der Abiturprüfung die ‚Maria Magdalena‘ als Roman bezeichnen würdest. Das wäre sicherlich peinlicher geworden als mein Hinweis hier. Gut, es war nur ein Flüchtigkeitsfehler. Um so besser.

Was den Apostroph angeht - sieh es von der positiven Seite. Durch meinen Hinweis wird es Dir sicher so schnell nicht wieder passieren, ein den Possesivgenitiv anzeigendes ‚s‘ ohne Not mit einem zusätzlichen Apostroph zu verzieren. Auch ein solcher Lapsus würde sich etwa in einer Deutsch-Abiturarbeit nicht sonderlich gut ausnehmen. Ein Apostroph ist im Genitiv eben nur bei Eigennamen mit auslautendem ‚s‘ angebracht (z.B. Goebbels’ Rede) - wo der Apostroph ein zur Vermeidung der Lautverdopplung ausfallendes ‚s‘ anzeigt. Hebbel darf man einen Apostroph allenfalls beim sog. sächsischen Genitiv zumuten, der allerdings seit der ersten Rechtschreibreform (der von 1901!) verpönt ist (Hebbel’s Werke). „Hebbels’“ ist hingegen völlig daneben.

Ich bitte um Nachsicht für den kleinen Exkurs - ich hoffe, er erweist sich als hilfreich.

Freundliche Grüße,
Ralf