Lieber Frank,
allen (
) Namen wurden einst gebeugt (Beugung oder Deklination) bzw. dekliniert.
Das ist inzwischen unüblich. Wie ja auch die alten Dativ- und fast alle Genitivendungen der Maskulina verschwunden sind.
Aber in der älteren Literatur ist es noch fast überall zu finden, so bis 1900.
Viele solche deklinierten Namen findet man bei Wilhelm Busch:
Z. B. Akkusative:
Hier sieht man Bruder Franz und Fritzen
zu zweit in einer Wanne sitzen.
Helenen ihre Uhr ist zehn.
Auch Nachnamen:
Mit einem Satze saß
Der Frosch an Nolten seiner Nas.
Also wie bereits besprochen:
Madame Knoppen ist in Wochen. (hier dürfte eigentlich kein Akkusativ stehen)
Oder Genitive:
Adelens Spaziergang
Auf seine Hörner nimmt der Bock
Adelens Krinolinenrock
Fort damit und in die Ecke
Unter Onkel Fritzens Decke!
Schon faßt einer, der voran,
Onkel Fritzens Nase an.
Und auch Dativ:
Allgemein von Mund zu Munde (auch das ist ein Dativ)
Geht die ahnungsvolle Kunde,
sozusagen ein Gemunkel,
Daß im Garten, wenn es dunkel
Julchen Knopp, mit Försters Fritze (Dativ)
Heimlich wandle oder sitze.
Wobei man bei Busch oft den Verdacht hat, dass es das als Stilmittel einsetzt, siehe die falsche Form „Knoppen“.
Aber auch bei Goethe gibt es das:
Man fürchtete um Lottens Leben uvam.
Wir hatten also die Endungen:
Akkusativ: -n
Dativ: -e
Genitiv: -ns
So, das ist Fritzens Beitrag.