Hallo zusammen
Leicht verwundert (gelegentlich auch verstimmt) registirere ich immer wieder - hier im Motorradforum, wie auch im Autoforum - dass es Leute (gar nicht wenige) gibt, welche sich - wohlbemerkt: als Benutzer - mit Marken bzw. deren Produkten identifizieren?!??
Tz tz tz
Ich kann das ja nachvollziehen wenn jemand bei einem Hersteller in der Produktion beschäftigt ist (ich arbeitete Ende der 70-er Jahre bei Henke - das ist jener, welcher, nach der Trennung von Herrn Münch, die Motorräder „MÜNCH“ herstellte). Aber als Nutzer…
Nun, wie dem auch sei.
Insgesamt habe ich als Fahrzeuglenker bisher so etwa 1.500.000 Km zurückgelegt und davon etwa ziemlich genau 250.000 Km auf Motorrädern.
Ich durfte auf den verschiedensten Produkten meine Erfahrungen sammeln. Einige dieser Produkte erscheinen mir erwähnenswert, z.B.:
BMW 50/5 (die sogenannte „Gummikuh“). Das war ein wirklich hervorragend verarbeitet Motorrad. Mein Exemplar wies aber einen nicht in den Griff zu bekommendes Vergaserproblem auf weshalb ich die Maschine dann auch wieder verkaufte. Die Fahrleistungen waren „gemütlich“.
Maico 250. Das war ein 1-Zylinder 2-Takter und das Teil machte irrsinnig Spaß. Sie war ausserordentlich niedrig gebaut und dabei sehr handlich. Gerade richtig zum Kurvenheizen im Taunus. Der Motor war etwas rauh und sie vibrierte stark.
Ducati 500 Desmo. Italienisch schlampig verarbeitet und sehr schwierig zum Einstellen. Machte sehr viel Spaß und die Leistungsabgabe war faszinierend (keine Verzögerung - sehr sehr spontan und toller Klang). Bretthart.
Honda CB 125 2-Zylinder 4-Takter (noch jene mit dem eckigen Tank). Jubelmotor mit tollem Klang und, für den kleinen Motor, wirklich flink. Ein Volltreffer.
Honda CB 900 Bol D`Or. Klasse aber optisch schlimm diese komischen Räder.
Harley Davidson Sportster (die hatten damals mal 750 ccm). Unwilliger Motor, katastrophales Fahrwerk, alptraumartige Verarbeitung, miserabelste Materialqualität, absoluter Superklang.
Münch 1200 TTS. Mit kaltem Motor unfahrbar (glatte 5 Minuten Vorwärmzeit im Stand), dann überraschend „leichtfüssig“, extrem durstig (ein Punkt welcher sonst bei Motorrädern nie eine Rolle spielt aber wenn man mit einem 20 Litertank nur knapp über 100 Km weit kommt…). Enormes Leergewicht, katapultartige Beschleunigung (so in der Art wie beim Rodeoreiten)
Yamaha XS 650 mit 805 ccm Satz (wird bei Geländegespannfahrern gerne verwendet). so muss es sein. Noch handlich und mit mächtigem Hammer und ordentlich Vibrationen (dass die Zahnplomben rausfallen und der Reissverschluss der Jacke immer auf geht). Sehr sehr gut verarbeitet und ein Muster an Zuverlässigkeit.
Diverse Honda, Yamaha, Kawasaki und Suzuki, usw. usw.
Heute, d.h. seit vielen Jahren fahre ich eine MZ von 1962 mit Beiwagen und das ist der Ritt auf der Kanonenkugel und macht unbeschreiblich viel Spaß (Frau Gisela im Boot und Hund mit Kopftuch auf dem Schoss:smile:
Mann/Frau sieht schnell, dass die erwähnten Produkte wohl unterschiedlicher nicht sein könnten.
Fazit: Es gibt bei allen Herstellern gute und auch weniger gute (bis richtig schlechte) Produkte. Ich konnte mich nie mit einem Produkt identifizieren - es sind einfach nur Maschinen. Ich identifiziere mich ja auch nicht mit einer Kaffeemschine nur weil mir der Kaffee schmeckt welcher aus dieser Maschine kommt.
Weshalb ich das jetzt hier von mir gebe?
Seht mal in ein paar andere Postings hier…
Ich hoffe das war hilfreich und wünsch Euch eine Gute Fahrt.
Anonym
PS: An Dotore: Was is` nu? Was machst Du nun? Harley ja oder doch Enfield oder Triumph oder gar die Königswelle von Kawa??? Halt uns auf dem Laufenden.
