Markenwerterfassung-Diskontierung

hallo,ich hoffe ihr könnt mir hier etwas helfen!ich bin ein wirtschaftslaie,muss mich aber dennoch mit einem text über markenwertberechnung auseinandersetzten,da kommen dann natürlich so einige fragen auf.
es heisst,um einen markenwert zu erfassen,sei es wichtig die künftigen ergebnisbeiträge zu diskontieren,da die jetztigen ergebnisbeiträge einer marke mehr wert sind,als die in späteren perioden zufließenden erträge.

wieso ist das so,dass die jetztigen ergebnisbeiträge höher sind und was bringt dann die diskontierung?
sorry,das sind jetzt vielleicht alles etwas doofe fragen,aber jeder fängt ja mal bekanntlich klein an.ich bedanke mich jedenfalls jetzt schonb für jegliche hilfestellungen.

beste grüße mik

Hallo,

es heisst,um einen markenwert zu erfassen,sei es wichtig die
künftigen ergebnisbeiträge zu diskontieren,da die jetztigen
ergebnisbeiträge einer marke mehr wert sind,als die in
späteren perioden zufließenden erträge.

Na ja, etwas irreführend formuliert. Ich gehe unten nochmal drauf ein.

wieso ist das so,dass die jetztigen ergebnisbeiträge höher
sind und was bringt dann die diskontierung?

Das Prinzip hier heisst: The Time Value of Money , zu deutsch, der Zeitwert des Geldes. Was steht dahinter ?

Die Aussage ist folgende: Ein Euro, den wir heute bekommen können, ist für uns mehr wert, als der Euro den wir heute in einem Jahr (!) bekommen. Denn: Mit dem Euro heute, können wir schon etwas machen. Damit arbeiten. Auf den Euro in einem Jahr müssen wir ja eben ein Jahr warten :smile:

Etwas theoretischer formuliert: Der Nutzen nimmt für uns ab, wenn die Zahlung immer weiter in der Zukunft liegt. Daher diskontiert man Zahlungen in der Zukunft auf den heutigen Tag ab. Nennt sich Barwertermittlung. Wir wollen also wissen, was eine Zahlung x in einem Jahr an Nutzen schon heute stiftet. Nutzen immer in Geldeinheiten gemessen.

Beispiel :

Heute in einem Jahr bekommen wir 100 Euro. Wir haben einen sog. Kalkulationszins in Höhe von 5 % (das ist auch die Alternativanlage). Das heisst, wenn wir heute schon 100 Euro hätten, könnten wir diese auch zu 5 % anlegen.

Der Nutzen/Barwert der 100 Euro in einem Jahr auf den heutigen Tag ergibt sich somit durch: 100/1,05 = 95,24 Euro.

Je weiter die Zahlungen in der Zukunft liegen und (!) je höher der Diskontierungszins ist, desto niedriger ist der Wertbeitrag dieser Zahlungen.

VG
Sebastian

Das Prinzip hier heisst: The Time Value of Money , zu deutsch, der Zeitwert des Geldes.

Es gibt möglicherweise noch ein weiteres Problem, viel banaler:
wenn ich ein Produkt für X Monate lagern muss, dann gibt es folgende Schwierigkeiten:

  1. Lagerkosten sind nicht umsonst. Selbst wenn das Lager mir gehört und nicht gepflegt wird, könnte ich Geld damit verdienen, wenn ich es vermieten würde. Das ist der minimale Satz an Lagerkosten, den ich rechnen muss.

  2. Lagerbedingter Zerfall. Als Extremfall: Frischmilch. Im Sommer kann ich nicht schon mal 1000hl Milch kaufen, um sie im Oktober zu verkaufen - zumindest vom Prinzip her keine gute Idee.

  3. „Abwanderung“ - wenn Gegenstände gelagert werden, haben sie eine natürliche Tendenz dazu, „abzuwandern“ (will meinen: es gibt immer wieder wen, der etwas brauchen kann). Hiergegen kann man sich zwar versichern oder Maßnahmen ergreifen, aber auch die kosten Geld.

  4. Innovation: Selbst wenn man ein Handy von 1998 auf Lager hätte, würde es keiner mehr wollen, da es bessere Produkte auf dem Markt gibt, welche auch nicht mehr kosten.

  5. Natürliche Nachfrageänderung. Manche Produkte sind zeitweise „in“, und dann interessiert sich keiner mehr dafür einfach weil es ein Modeprodukt oder ein kurzfristiger Trend war.

Faktor 4) ist das größte Risiko in der Zukunftsplanung, da eine wirklich bahnbrechende Innovation in der Lage ist, die gesamten Lagerbestände zu entwerten - und sowas sehr oft vorkommt.

Wegen dieser Faktoren rechnet ein Unternehmen bei der Diskontierung nämlich meist nicht mit dem Nominalzinssatz, sondern läßt in die Kapitalkosten ähnliche Faktoren einfließen und kommt dadurch schnell auf Sätze zwischen 15% und 30%, je nach Natur des Unternehmens und/oder Produkts.

Gruss,
Michael

Hallo Michael,

Es gibt möglicherweise noch ein weiteres Problem, viel
banaler:
wenn ich ein Produkt für X Monate lagern muss, dann gibt es
folgende Schwierigkeiten:

[…]

Wegen dieser Faktoren rechnet ein Unternehmen bei der
Diskontierung nämlich meist nicht mit dem Nominalzinssatz,
sondern läßt in die Kapitalkosten ähnliche Faktoren einfließen
und kommt dadurch schnell auf Sätze zwischen 15% und 30%, je
nach Natur des Unternehmens und/oder Produkts.

Das stimmt natürlich, nur würde ich Dich dann auch bitten, gleich das CAPM oder die APT bzw. die SÄ zu erklären, da dem Fragesteller sonst nicht klar wird, wie man auf die Pozentsätze kommt.

Ich habe bewusst drauf verzichtet und einen Nominalzins gewählt, um das Prinzip welches hinter der Frage steht, zu erklären. Das investitionstheoretische Barwertkalkül beruht auf einem Alternativenvergleich. Somit lässt sich die Bewertung mathematisch recht einfach vollziehen. Wie die einzelnen Komponenten des Kalklüls zu ermitteln sind, steht dann wieder auf einem anderen Blatt. Zumindest für den o.g. Fragesteller.
Im Übrigen war mein Zins auch für mein Beispiel passend, da ich ja von 100 Euro Geldanlage gesprochen hatte und nicht von den Überschüssen aus der Marke.

VG
Sebastian

Der Diskontierungszins hat natürlich auch die Funktion das Risiko abzubilden