ich habe grad ein Problem: ich schreibe zur Zeit einen Businessplan für einen Onlineshop mit Schuhen. Für die Wettbewerbsanalyse brauche ich Marktanteile meiner Konkurrenten, damit ich auch ausrechnen kann, wieviel Marktanteil ich evtl. haben könnte und wie profitabel das ganze wäre. Nur leider finde ich nirgends die Marktanteile oder Absatzzahlen von (Online)Schuhändlern.
Kann mir da jemand weiterhelfen? Ich wäre super-froh darüber, weil ich grad überhaupt nicht weiterkomme!
als Newcomer auf einem gesättigten Markt ist Dein Vorteil, dass Du niemandem aus den etablierten Anbietern mehr als den Dreck unterm Daumennagel wegnimmst, wenn Du auftrittst. Insofern sind die Marktanteile der bestehenden Mitbewerber ohne Relevanz.
Deine Chancen liegen woanders: Entweder in Einkauf/Produktion, falls Du nicht in China nähen lässt. Oder in der Ware selber, falls Du irgendeine Idee zu diesem Thema hast, die noch keine 750 Mitbewerber schon gehabt haben.
Freilich ist es unter diesen Umständen umso schwieriger, eine realistische Schätzung des erzielbaren Umsatzes zu machen. Sicher ist: Von Deichmann hängt er nicht ab.
Dreck unterm Daumennagel wegnimmst, wenn Du auftrittst.
Insofern sind die Marktanteile der bestehenden Mitbewerber
ohne Relevanz.
Deine Chancen liegen woanders: …
Von Deichmann hängt er nicht ab…
MM
Na Servus!
ich erlaube mir, hier mit Vehemenz zu widersprechen.
Wenn man einen Markt betritt, als selbständiges Unternehmen, dann sollte man tunlichst wissen, auf was man sich einlässt. Ein Grund allein, und zuvorderst, ist die vorherige Abschätzung, ob das Unterfangen Aussicht auf Erfolg (=Gewinn) hat. …und zwar im Vergleich des Einsatzes (Investitionen, Arbeitszeit etc.) zum erzielbaren Umsatz. Der Umsatz kommt vom Markt. Den nicht zu kennen, wäre sträfliche Vernachlässigung.
Bei einer Existenzgründung handelt es sich, mit Verlaub, nicht um ein Gewinnspiel! Wer Letzterem zugeneigt ist, sollte Lotto spielen. Da mag der ‚Markt‘ keine Rolle spielen.
In dem vorigen Beitrag wird die Notwendigkeit als auch die Nützlichkeit eines Business Plans ad absurdum geführt.
Ich empfehle Ihnen: machen Sie Ihren Business Plan!
Ansätze für die Einholung von relevanten Marktdaten wären: Statistisches Bundesamt (liefern durchgängig ‚saubere‘ Daten); Dachverbände (Einzelhandel); IHK.
wie oben bereits angezogen, betritt hier ein Newcomer einen gesättigten Markt. In dieser Situation nützt es ihm herzlich wenig, zu wissen, wie der bestehende Markt aufgeteilt ist.
In der Tat ist es nicht einfach, für eine wie immer geartete Nische (und nur eine Nische kommt in Frage, wenn man das Vorhaben nicht besser gleich bleiben lässt) eine Prognose zu erstellen. Eine wie auch immer geartete Ableitung aus den Marktanteilen der vorhandenen Anbieter trüge aber nichts wesentliches zu der zweifellos notwendigen Idee („Kenntnis“ kann es hier nicht geben) der Nachfrage bei, sondern erzeugte allenfalls den Eindruck von einer nicht vorhandenen Präzision: Enormes Risiko!
vielen Dank für die Antowrten. Ich denke auch dass es gut ist die Marktanteile zu kennen. Es kann zumindest nicht schaden. Zumal die Bank solche Daten sicher auch sehen will. An die IHK habe ich mich schon gewendet. Aber das statistische Bundesamt ist ja auch noch eine gute Möglichkeit. Vielen Dank!
ich denke da an die Phänomene, die hie und da mit Marktsättigung einhergehen:
Keine Innovationen
Wettbewerb ausschließlich über den Preis, schnell schwindende Qualität der Produkte („Wegfall der bürgerlichen Mitte“)
Bedeutender Aufwand für Produktdifferenzierung
Schwungvolle Konzentration auf der Ebene Einzelhandel
Ausgenommen ist natürlich die Nachfrage durch Frauen, die Michèle Duvalier nacheifern und auch mit einem Vierzigfußcontainer voller Schuhe noch nicht das richtige Paar zum Weggehen haben.
Dies sind zwar alles Beispiele für die aktuelle Situation, aber noch kein echter Beleg für eine Sättigung. Schnell kann eine Innovation den kompletten Markt herumwirbeln (siehe z.B. Crocs).
Auch die oft gepredigte Marktsättigungen im Bereich der Nachrichtenmagazine (Der Spiegel) wurde durch die Etablierung des FOCUS widerrufen.
Ähnliches gilt - mit weniger dramatischen Effekten - für allerlei Nischen, vgl. Heschung, der nach Jahrzehnten Fertigung von Kunststoff-Skistiefeln mit Wiederaufnahme der Produktion seines „Blucher“ aus den 1930er Jahren flugs in die Lücke „guter und noch bezahlbarer Schuh aus europäischer Fertigung“ gehüpft ist, die das endgültige Dahinscheiden von Salamander Pirmasens hinterlassen hat.
Wenn jemand derartiges plant, ist allerdings die bloße Kenntnis der aktuellen Aufteilung des Marktes so gut wie wertlos, solang er nicht auch gleichzeitig weiß, bei welchem der Platzhirsche was in der Pipeline ist. Und das dürften exquisit gehütete Geheimnisse sein.