Anleger kaufen und verkaufen Wertpapiere um damit einen Gewinn
zu machen. Das bedeutet, dass sie genau dann die Wertpapiere
verkaufen, wenn sie glauben einen maximalen Gewinn zu machen.
Ein Anleger will möglichst schnell vorankommen. Das kann er heute tun, indem er wöchentlich das Pferd wechselt. Weiß er, dass er bei jedem Wechsel 5% zurückfällt, wird er sich das überlegen.
Wenn die Anleger die Erwartung haben, dass Wertpapiere im Kurs
nicht mehr steigen werden, werden sie sie verkaufen.
…sofern sie der Ansicht sind, dass sie mit einem anderen Wertpapier oder einer alternativen Anlageform innerhalb des Zeitraums, den sie für die Stagnation annehmen, die 5% Verlust mehr als ausgleichen können.
Wenn die Anleger die Erwartung haben, dass Wertpapiere im Kurs fallen
(und das nicht nur kurzfristig) werden sie sie noch schneller
verkaufen.
Besonders schnell, wenn sie wissen, dass sie jederzeit ohne Verlust wieder auf den Zug aufspringen können.
Eine evtl. Besteuerung des Verkaufserlöses hat darauf keinen
Einfluss. Denn wer zu einem hohen Kurs verkauft, hat unterm
Strich immer mehr als derjenige der zu einem niedrigen Kurs
verkauft.
Bei konstantem Kursanstieg gilt das in einem System mit Erlösbesteuerung sogar sehr viel mehr, was ja auch zum Halten animieren soll.
Eine einfache Frage der Logik – ein verdienter und
versteuerter Euro ist besser als auf den Verdienst zu
verzichten.
Ein verdienter Euro, den man nicht versteuern muss, weil man nicht aussteigt, ist noch besser.
Du steckst gedanklich noch im Korsett der Gewinnbesteuerung fest. Du gehst intuitiv davon aus, dass die Rendite (und um die geht es dem Anleger ja) eine einfache Funktion des Gewinns, der Zeit und des eingesetzten Kapitals ist, und vor allem, dass du von den mit der Zeit gewichteten Renditen einfach einen Mittelwert bilden kannst, unabhängig von der Zahl der Zeitabschnitte.