Marktberuhigung

So so… kaputtspekuliert…
Es hat wohl eher das Businessmodell nicht gehalten, denn der
Börsenkurs hat keinen direkten Einfluss aufs Unternehmen.

An anderer Stelle in diesem Thread habe ich mich bereits über den Zusammenhang zwischen Anlegervertrauen und Kapitalerhöhung geäußert.

Ich kann mich auch nur wiederholen: Du gehst davon aus, dass
das System bereits entgleist IST.

Eigentlich dachte ich, die Zahlen wären überzeugend genug, aber wenn du mir immer noch nicht glauben willst das ganze noch mal verbal.
Anleger kaufen und verkaufen Wertpapiere um damit einen Gewinn zu machen. Das bedeutet, dass sie genau dann die Wertpapiere verkaufen, wenn sie glauben einen maximalen Gewinn zu machen. Und das ist vollkommen unabhängig von der Marktsituation.

Wenn die Anleger die Erwartung haben, dass Wertpapiere im Kurs nicht mehr steigen werden, werden sie sie verkaufen. Wenn Anleger die Erwartung haben, dass Wertpapiere im Kurs fallen (und das nicht nur kurzfristig) werden sie sie noch schneller verkaufen.

Eine evtl. Besteuerung des Verkaufserlöses hat darauf keinen Einfluss. Denn wer zu einem hohen Kurs verkauft, hat unterm Strich immer mehr als derjenige der zu einem niedrigen Kurs verkauf.

Eine einfache Frage der Logik – ein verdienter und versteuerter Euro ist besser als auf den Verdienst zu verzichten.

Grüße
Joshua

An anderer Stelle in diesem Thread habe ich mich bereits über
den Zusammenhang zwischen Anlegervertrauen und Kapitalerhöhung
geäußert.

Stimmt.
Mit an der Realität vorbeigehenden Annahmen.

Dabei halte ich dir schon zugute, dass es weltweit mgesetzt würde, so dass keine Umgehung möglich ist - obwohl dies nicht realistisch ist.

Aber du hast deine Patentlösung für dich offenbar schon geschnürt, so dass eh jedes Wort eigentlich verschwendet ist.

Gruss Ivo

Aber du hast deine Patentlösung für dich offenbar schon
geschnürt, so dass eh jedes Wort eigentlich verschwendet ist.

Ich bin kein Missionar, den man nicht von seinem Glauben abbringen kann. Ich glaube selbst erst wirklich daran, wenn es jemand durchsimuliert hat (die entsprechenden Modelle gibt es). Leider beschreiben heute die meisten Volkswirtschaftler nur noch Effekte, die unter der Annahme eines völlig freien Marktes zustande kommen, und verstehen die Politik dabei als Störgröße. Die Chancen stehen also schlecht, dass sich jemals jemand ernsthaft damit befasst.

Der Grund, warum ich hier gepostet habe, war nicht, ein Synchronduell zu starten, sondern zu hören, ob andere sich auch Gedanken über das Thema gemacht haben.

Anleger kaufen und verkaufen Wertpapiere um damit einen Gewinn
zu machen. Das bedeutet, dass sie genau dann die Wertpapiere
verkaufen, wenn sie glauben einen maximalen Gewinn zu machen.

Ein Anleger will möglichst schnell vorankommen. Das kann er heute tun, indem er wöchentlich das Pferd wechselt. Weiß er, dass er bei jedem Wechsel 5% zurückfällt, wird er sich das überlegen.

Wenn die Anleger die Erwartung haben, dass Wertpapiere im Kurs
nicht mehr steigen werden, werden sie sie verkaufen.

…sofern sie der Ansicht sind, dass sie mit einem anderen Wertpapier oder einer alternativen Anlageform innerhalb des Zeitraums, den sie für die Stagnation annehmen, die 5% Verlust mehr als ausgleichen können.

Wenn die Anleger die Erwartung haben, dass Wertpapiere im Kurs fallen
(und das nicht nur kurzfristig) werden sie sie noch schneller
verkaufen.

Besonders schnell, wenn sie wissen, dass sie jederzeit ohne Verlust wieder auf den Zug aufspringen können.

Eine evtl. Besteuerung des Verkaufserlöses hat darauf keinen
Einfluss. Denn wer zu einem hohen Kurs verkauft, hat unterm
Strich immer mehr als derjenige der zu einem niedrigen Kurs
verkauft.

Bei konstantem Kursanstieg gilt das in einem System mit Erlösbesteuerung sogar sehr viel mehr, was ja auch zum Halten animieren soll.

Eine einfache Frage der Logik – ein verdienter und
versteuerter Euro ist besser als auf den Verdienst zu
verzichten.

Ein verdienter Euro, den man nicht versteuern muss, weil man nicht aussteigt, ist noch besser.
Du steckst gedanklich noch im Korsett der Gewinnbesteuerung fest. Du gehst intuitiv davon aus, dass die Rendite (und um die geht es dem Anleger ja) eine einfache Funktion des Gewinns, der Zeit und des eingesetzten Kapitals ist, und vor allem, dass du von den mit der Zeit gewichteten Renditen einfach einen Mittelwert bilden kannst, unabhängig von der Zahl der Zeitabschnitte.

Hier noch eine Grafik:
http://img521.imageshack.us/img521/4517/erlbesyy9.jpg

Es geht um die Folgen zu frühen Aussteigens bei steigenden Kursen bzw. zu späten Aussteigens bei fallenden Kursen. Im Fall steigender Kurse wird das Verhältnis der Renditen (Steigungen) durch die Erlösbesteuerung erhöht, im Fall fallender Kurse verringert. In beiden Fällen ergibt sich also im Vergleich zu einem System ohne Steuer eine vermehrte Haltetendenz.
Eine Gewinnbesteuerung wirkt nur bei positiver Rendite, und dort auch nur prozentual, hat also keine Wirkung.