Ich würde gerne ein Projekt starten, das nicht mit Anlegestrategien zu tun hat, sondern ein Brainstorming über Maßnahmen ist, die die Entscheidungsträger weltweit ergreifen sollten, um die Turbulenzanfälligkeit der internationalen Märkte zu verringern.
Ich mache mal den Anfang:
Eine Besteuerung des Verkaufserlöses von Wertpapieren soll die Gewinnbesteuerung ablösen, um das Interesse an Notverkäufen zu reduzieren.
Eine Besteuerung des Verkaufserlöses von Wertpapieren soll die
Gewinnbesteuerung ablösen, um das Interesse an Notverkäufen zu
reduzieren.
Also das hier würde mit ziemlicher Sicherheit den Aktienhandel auf ein Minimum reduzieren. Denn es heißt doch nichts anderes, als dass ich bereits versteuertes Geld nehme und es in Aktien anlege. Dann verkaufe ich diese Aktien irgenwann einmal wieder, aus welchem Grund auch immer - und ich muss das Geld noch einmal versteuern!!!
Warum um alles in der Welt sollte man dann überhaupt noch Aktien kaufen? Da müsste man ja einen Gewinn erwarten, der den eigenen Steuersatz übersteigt. Also ich jedenfalls würde in so einem Fall keine Aktie mehr anrühren. *kopfschüttel*
Ich würde gerne ein Projekt starten, das nicht mit
Anlegestrategien zu tun hat, sondern ein Brainstorming über
Maßnahmen ist, die die Entscheidungsträger weltweit ergreifen
sollten, um die Turbulenzanfälligkeit der internationalen
Märkte zu verringern.
Wow. Großes Vorhaben.
Ich mache mal den Anfang:
Eine Besteuerung des Verkaufserlöses von Wertpapieren soll die
Gewinnbesteuerung ablösen, um das Interesse an Notverkäufen zu
reduzieren.
Radikale Theorie.
Logischerweise müsste man dann auch den Einkaufspreis der Wertpapiere als Werbungskosten ansetzen können. Ansonsten wäre das System ein wenig unfair, oder?
Und damit sind wir gar nicht mehr soweit vom jetzigen System enfernt.
Aber lassen wir mal Zahlen sprechen.
Beispiel: Die Börsen sind in Aufruhr und die Kurse fallen stündlich. Dein geniales System zur Besteuerung der Verkaufserlöse wurde eingeführt, hypotetischer Steuersatz 25%.
Der Anleger steht vor der Wahl, seine Papiere jetzt zu einem Kurs von 100 zu verkaufen - oder morgen zu einem Kurs von 50.
Verkauf heute: 100 ./. 25 Steuer = 75 für den Anleger.
Verkauf morgen: 50 ./. 12,5 Steuer = 37,5 für den Anleger.
Die Millionenfrage (kein Joker mehr da und Jauch grinst auch nur noch blöde): was würde der Anleger tun?
Also das hier würde mit ziemlicher Sicherheit den Aktienhandel
auf ein Minimum reduzieren.
Wäre doch schön. Dann würde er dazu dienen, wozu er dienen soll, nämlich das Kapital zu den Ideen zu bringen, und keine Spielwiese von Zockern mehr sein.
Denn es heißt doch nichts anderes,
als dass ich bereits versteuertes Geld nehme und es in Aktien
anlege. Dann verkaufe ich diese Aktien irgenwann einmal
wieder, aus welchem Grund auch immer - und ich muss das Geld
noch einmal versteuern!!!
Wenn du dir mit deinem Geld einen Haufen Zigaretten kaufst, must du für dein versteuertes Geld noch ganz anders Steuern zahlen.
Warum um alles in der Welt sollte man dann überhaupt noch
Aktien kaufen? Da müsste man ja einen Gewinn erwarten, der den
eigenen Steuersatz übersteigt.
Wer gewohnt ist, nach drei Monaten oder so einen Gewinn von 5% „mitzunehmen“, wird natürlich umdenken müssen. Der hohe Gewinn kann auch durch langes Warten zustande kommen, aber das haben einige vielleicht schon vergessen.
Logischerweise müsste man dann auch den Einkaufspreis der
Wertpapiere als Werbungskosten ansetzen können. Ansonsten wäre
das System ein wenig unfair, oder?
Wenn die Spielregeln vorher bekannt und für alle gleich sind, ist das Spiel fair.
Aber lassen wir mal Zahlen sprechen.
Beispiel: Die Börsen sind in Aufruhr und die Kurse fallen
stündlich. Dein geniales System zur Besteuerung der
Verkaufserlöse wurde eingeführt, hypotetischer Steuersatz 25%.
Der Anleger steht vor der Wahl, seine Papiere jetzt zu einem
Kurs von 100 zu verkaufen - oder morgen zu einem Kurs von 50.
Verkauf heute: 100 ./. 25 Steuer = 75 für den Anleger.
Verkauf morgen: 50 ./. 12,5 Steuer = 37,5 für den Anleger.
Die Millionenfrage (kein Joker mehr da und Jauch grinst auch
nur noch blöde): was würde der Anleger tun?
Klar, wenn ein System bereits entgleist ist, hilft der beste Regelkreis nichts mehr. Das ist aber kein Grund, keinen einzubauen.
angenommen man würde dies so machen - meintewegen auch weltweit um das Ausweichen auf andere Märkte zu verhindern…
Die folge wäre meiner Meinung nach, dass es fast unmöglich für Unternehmen würde, sich Kapital über die Börse zu verschaffen, dass ja für Investitionen gebraucht würde.
Der Druck extrem hohe Eigenkapitalrenditen zu erzielen würde ins unermessliche steigen (der schon jetzt oftmals nicht realisitisch ist). Was das für Folgen hat, siehst du jeden Tag wenn du von Standortverlagerungen und Etlassngen hörst.
Die folge wäre meiner Meinung nach, dass es fast unmöglich für
Unternehmen würde, sich Kapital über die Börse zu verschaffen,
dass ja für Investitionen gebraucht würde.
Besonders bei Startup-Unternehmen sollte man eh einen langen Atem haben, und einige von ihnen sind durch die Ungeduld der Anleger auch schon „kaputtspekuliert“ worden. Außerdem steht das Kapital ja weiterhin als Fremdkapital zur Verfügung, bei dem erfahrungsgemäß gründlicher auf den Businessplan geachtet wird. Daher denke ich, dass die Anpassungsfähigkeit der Wirtschaft nicht gefährdet wäre.
Und damit sich niemand mehr in der Größenordnung irrt: Ich denke eher an 5% als an 25.
Hallo Oliver,
Die Frage waere ja zunaechst, warum man denn einen Markt regulieren muss. Was bringt das den Menschen?
Zweitens geht deine Idee mit dem „Kapital zu den Ideen bringen“ nicht ganz auf, wenn der Kapitalgeber keine ordentlichen Gewinnaussichten hat. Die Boerse ist ja kein Platz fuer Gutmenschen sondern fuer Geschaeftsleute.
Gruss
Christoph
Die Frage waere ja zunaechst, warum man denn einen Markt
regulieren muss. Was bringt das den Menschen?
Marktturbulenzen werden anfangs durch ein begrenztes Problem ausgelöst, das beispielsweise eine bestimmte Region oder eine bestimmte Branche betrifft, neigen aber dazu, sich auszudehnen, so dass sie keine angemessene Reaktion auf das Problem darstellen. Sie gefährden die Kapitalversorgung als ganzes, anstatt als Korrektiv für das begrenzte Problem zu wirken.
Zweitens geht deine Idee mit dem „Kapital zu den Ideen
bringen“ nicht ganz auf, wenn der Kapitalgeber keine
ordentlichen Gewinnaussichten hat.
Ein Anleger, der Ideen bewertet, anstatt sich Gedanken über die Psychologie der anderen Marktteilnehmer zu machen, wird auch heute schon eine langfristige Anlagestrategie verfolgen, und nicht nach kurzer Zeit einen Gewinn von ein paar Prozent „mitnehmen“.
Besonders bei Startup-Unternehmen sollte man eh einen langen
Atem haben, und einige von ihnen sind durch die Ungeduld der
Anleger auch schon „kaputtspekuliert“ worden.
Unternehmen sollten sich eigentlich nur in zwei Situationen für den eigenen Aktienkurs interessieren:
vor einer Kapitalerhöhung
bei einer drohenden Übernahme
Ansonsten hat der Kurs der eigenen Aktien keinerlei Einfluss auf das Unternehmen.
Und damit sich niemand mehr in der Größenordnung irrt: Ich
denke eher an 5% als an 25.
Na prima. Werfen wir den Rechner nochmal an:
Beispiel: Die Börsen sind in Aufruhr und die Kurse fallen stündlich. Dein geniales System zur Besteuerung der Verkaufserlöse wurde eingeführt, hypotetischer Steuersatz 5%.
Der Anleger steht vor der Wahl, seine Papiere jetzt zu einem Kurs von 100 zu verkaufen - oder morgen zu einem Kurs von 50.
Verkauf heute: 100 ./. 5 Steuer = 95 für den Anleger.
Verkauf morgen: 50 ./. 2,5 Steuer = 47,5 für den Anleger.
Klappt immer noch nicht. Mist aber auch.
Solange Anleger mit fallenden Kursen rechnen, werden sie verkaufen. Unabhängig ob sie Steuern auf den Verkaufserlös zahlen müssen.
Ein Anleger, der Ideen bewertet, anstatt sich Gedanken über
die Psychologie der anderen Marktteilnehmer zu machen, wird
auch heute schon eine langfristige Anlagestrategie verfolgen,
und nicht nach kurzer Zeit einen Gewinn von ein paar Prozent
„mitnehmen“.
Auch der ideenbewertende Anleger ist auf Marktteilnehmer und deren zwangsläufig vorhandene Psychologie angewiesen, egal wie -fristig er investiert, wenn er am Ende teurer verkaufen will.
Ich sehe für dein Problem nur zwei Lösungen, deren Umsetzung aber mehr als unwahrscheinlich ist:
Mindesthaltedauer
Handelsaussetzung ab einer bestimmten Volatilität
Mit Steuern ein bestimmtes Verhalten dauerhaft und erfolgreich zu erzwingen funktioniert nicht. Siehe nur Autofahren, Rauchen, Alkopops.
Unternehmen sollten sich eigentlich nur in zwei Situationen
für den eigenen Aktienkurs interessieren:
vor einer Kapitalerhöhung
Mit der sie sich schwertun dürften, wenn das Vertrauen durch Überspekulation erst einmal zerstört ist.
Na prima. Werfen wir den Rechner nochmal an:
Beispiel: Die Börsen sind in Aufruhr und die Kurse fallen
stündlich. Dein geniales System zur Besteuerung der
Verkaufserlöse wurde eingeführt, hypotetischer Steuersatz 5%.
Der Anleger steht vor der Wahl, seine Papiere jetzt zu einem
Kurs von 100 zu verkaufen - oder morgen zu einem Kurs von 50.
Verkauf heute: 100 ./. 5 Steuer = 95 für den Anleger.
Verkauf morgen: 50 ./. 2,5 Steuer = 47,5 für den Anleger.
Ich kann mich auch nur wiederholen: Du gehst davon aus, dass das System bereits entgleist IST.
Wenn die Spielregeln vorher bekannt und für alle gleich sind,
ist das Spiel fair.
was eine Mindesthaltedauer rechtfertigen kann.
Steuern auf den Gesamterlös ohne Anrechung des Kaufaufwands forderst du einerseits, freien Umgang mit dem Eigentum andererseits. Wenn dir die jetzigen und zukünftigen Spielregeln der Börse nicht gefallen, dann steht es dir frei, dein Geld anderweitig anzulegen.
Ich hab ja nichts gegen spinnerte Theorien, aber sie sollten halbwegs schlüssig sein.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Besonders bei Startup-Unternehmen sollte man eh einen langen
Atem haben, und einige von ihnen sind durch die Ungeduld der
Anleger auch schon „kaputtspekuliert“ worden.
So so… kaputtspekuliert…
Es hat wohl eher das Businessmodell nicht gehalten, denn der Börsenkurs hat keinen direkten Einfluss aufs Unternehmen.
Außerdem steht
das Kapital ja weiterhin als Fremdkapital zur Verfügung, bei
dem erfahrungsgemäß gründlicher auf den Businessplan geachtet
wird.
Dass es aber ohne entsprechendes EK gar nicht geben wird…
Daher denke ich, dass die Anpassungsfähigkeit der
Wirtschaft nicht gefährdet wäre.
M.E. eiin Trugschluss.
Und damit sich niemand mehr in der Größenordnung irrt: Ich
denke eher an 5% als an 25.
Die Folgen sind die selben nur nicht ganz so extrem.
Wenn die Spielregeln vorher bekannt und für alle gleich sind,
ist das Spiel fair.
was eine Mindesthaltedauer rechtfertigen kann.
Steuern auf den Gesamterlös ohne Anrechung des Kaufaufwands
forderst du einerseits, freien Umgang mit dem Eigentum
andererseits.
Ich denke hier erstens an die rechtliche Problematik, da der Umgang mit Eigentum sehr viel tiefer in den Verfassungen und Gesetzbüchern der Welt verankert ist. Meine Alternative ist gar nicht so unüblich. Man kann es auch so sehen, dass jemand, der dir Zigaretten verkauft, Steuern auf den Gesamterlös ohne Anrechnung des Kaufaufwands zahlt, und auf den Gewinn, der ihm bleibt, sogar noch mal.
Außerdem denke ich, dass eine Mindesthaltedauer „Schweinezyklen“ eher verstärkt als verhindert. Wenn zu einem bestimmten Zeitpunkt viel gekauft wird, kann nach Ablauf der Mindesthaltezeit auch wieder viel verkauft werden. Desweiteren würde es bedeuten, einen Regelkreis mit einer zeitlichen Verzögerung auszustatten, was immer bedenklich ist. Das Grundprinzip meines Kontepts wird als „Hysterese“ bezeichnet. Es kommt hier auch zu einer Verzögerung, aber in dem Sinne, dass die Regelung erst bei größeren Ausschlägen reagiert.