Marktmacht einzelner Discounter

Seit einiger Zeit kommen immer wieder Berichte über einzelne Discounter in den Medien, die darstellen welche Marktmacht einzelnen Firmen zum Teil zur Verfügung steht.
Beispielsweise: http://www.goest.de/attac_lidl.htm

Nun stehe ich als Verbraucher ja vor dem Problem, dass ich einerseits möglichst billig einkaufen möchte. Daher bin ich natürlich jeglichen Sonderangeboten gegenüber aufgeschlossen.
Andererseits bewirke ich doch damit auch, dass eine Discount-Kette Ihre Zulieferer durch Ihre Marktmacht so unter Druck setzt, dass dieser Ihm die Ware zu einem Preis liefern muss, die vielleicht nicht einmal seinen Herstellungspreis deckt.
Siehe beispeilsweise: http://www.bund.net/lab/reddot2/pressemitteilungen_2…

Das kostet Arbeitsplätze, und kann meiner Meinung nach auf Dauer nicht zu mehr Wohlstand in Deutschland (und natürlich auch anderen Ländern, aus denen die Waren stammen) führen.

Wie breche ich jedoch als Verbraucher aus diesem Teufelskreis aus ?
Gibt es bestimmte Warenhausketten oder Discounter, bei denen bekannt ist, dass Sie sich dieser Marktmacht nicht bis zum Äussersten bedienen ?

Wie kann ich bestimmte Sonderangebote danach beurteilen, ob der Preis „normal“ ist, oder schädlich für den Erzeuger ?

Soweit ich in VWL in der Schule aufgepasst habe, bildet sich der Preis doch nach Angebot und Nachfrage. Natürlich wird in diesen theoretischen Abhandlungen immer ein vollkommener Markt vorausgesetzt. Was ist denn in der Realität das ausschlaggebende Detail, dass dies reell offensichtlich nicht so ist ? Und wo seht Ihr Lösungsmöglichkeiten?

Hallo erstmal.

Seit einiger Zeit kommen immer wieder Berichte über einzelne
Discounter in den Medien, die darstellen welche Marktmacht
einzelnen Firmen zum Teil zur Verfügung steht.
Beispielsweise: http://www.goest.de/attac_lidl.htm

Nun stehe ich als Verbraucher ja vor dem Problem, dass ich
einerseits möglichst billig einkaufen möchte. Daher bin ich
natürlich jeglichen Sonderangeboten gegenüber aufgeschlossen.

…und genau so denken auch viele andere. Das ein Unternehmen nur soviel Geld ausgeben kann (sollte es zumindest tun) wie es überhaupt einnimmt liegt auf der Hand.

Andererseits bewirke ich doch damit auch, dass eine
Discount-Kette Ihre Zulieferer durch Ihre Marktmacht so unter
Druck setzt, dass dieser Ihm die Ware zu einem Preis liefern
muss, die vielleicht nicht einmal seinen Herstellungspreis
deckt.

Irgendwo muss die Marktmacht aber auch herkommen. Und da
kann der Kunde bestimmen wo wieviel gekauft wird.

Siehe beispeilsweise:
http://www.bund.net/lab/reddot2/pressemitteilungen_2…

Das kostet Arbeitsplätze, und kann meiner Meinung nach auf
Dauer nicht zu mehr Wohlstand in Deutschland (und natürlich
auch anderen Ländern, aus denen die Waren stammen) führen.

Spieltheorie: für den einzelnen macht das günstigste Preis/Leistungsverhältnis Sinn, nicht für die Masse als Ganzes, wenn das Geld _im Kreislauf_ weniger wird.

Wie breche ich jedoch als Verbraucher aus diesem Teufelskreis
aus ?

Eigentlich ganz einfach: teurer einkaufen. Geiz ist eben nicht geil. Okay: man kann niedrige Preise auch versuchen über die höhere Menge an Käufern zu kompensieren.

Gibt es bestimmte Warenhausketten oder Discounter, bei denen
bekannt ist, dass Sie sich dieser Marktmacht nicht bis zum
Äussersten bedienen ?

k.A.

Wie kann ich bestimmte Sonderangebote danach beurteilen, ob
der Preis „normal“ ist, oder schädlich für den Erzeuger ?

Indem man den historischen Preisverlauf betrachtet ?
Oder bei der Konkurrenz nachschaut ?

Soweit ich in VWL in der Schule aufgepasst habe, bildet sich
der Preis doch nach Angebot und Nachfrage. Natürlich wird in
diesen theoretischen Abhandlungen immer ein vollkommener Markt
vorausgesetzt.

Stimmt :smile:

Was ist denn in der Realität das
ausschlaggebende Detail, dass dies reell offensichtlich nicht
so ist ? Und wo seht Ihr Lösungsmöglichkeiten?

_Das_ ausschlaggebende Detail gibt es nicht. Hier noch ein paar Einflüsse, die Druck auf die Preise ausüben können:

  • Marktmacht der Konkurrenz
  • Kaufwille der Konsumenten
  • Macht der Lieferanten
  • finanzielle Situation des Unternehmens
    …gruppendynamische Prozesse eben :wink:

HTH
mfg M.L.

Hallo Stephan,

Nun stehe ich als Verbraucher ja vor dem Problem, dass ich
einerseits möglichst billig einkaufen möchte.

Wirklich: Ich zumindest versuche möglichst preiswert bei einem von mir vorgegebenen Qualitätsniveau zu kaufen. Billig kommt mir nicht ins Haus.

Daher bin ich
natürlich jeglichen Sonderangeboten gegenüber aufgeschlossen.

Gott, nö. Die Zeit, die ich bräuchte, um Sonderangebote zu studieren, verbringe ich lieber anders. Da spare ich mehr, denn meine Freizeit ist mir teuer:wink:

Wie breche ich jedoch als Verbraucher aus diesem Teufelskreis
aus ?

In dem Du darüber nachdenkst, was billig, preiswert und teuer ist. Und wenn Du das anfängst, dann rennst Du nicht mehr jedem billigen(!) Baumarkt- oder Discountschnäppchen hinterher, glaub mir …

Und wenn Du so Deine Einstellung zum Preis-/Leistungsverhältnis geändert hast, dann werden z.B. plötzlich rel. hochpreisige Bioprodukte von lokalen Herstellern attraktiv. Oder auch solide Werkzeuge aus europäischer Fertigung. Oder hochwerige Kleidung aus lokalen Nähereien …

Und schon vernichtest Du Arbeitsplätze in China und Indien und nicht mehr in Europa:wink:

Grüße
Jürgen