Marktübliche Gewinnspanne bei SW - Herstellern?

Hallo!

Weiß von euch jemand marktübliche (bzw. durchschnittliche)Gewinnspannen für den Verkauf von Software durch den Hersteller selbst (wenn möglich mit Quellangabe)?

Danke im Voraus!
JJLehto

Hi JJLetho,

Weiß von euch jemand marktübliche (bzw.
durchschnittliche)Gewinnspannen für den Verkauf von Software
durch den Hersteller selbst (wenn möglich mit Quellangabe)?

Das läßt sich nicht so pauschal sagen. Was ist die Gewinnspanne? ein Laden wie Microsoft investiert ein paar 100 Mio an Entwicklungskosten und kann es ein paar Millionenfach verkaufen. Da ist die Spanne zwischen Entwicklungskosten und Einzelverkaufspreis auf den einzelnen Kunden berechnet eher negativ:wink:

Unser Laden z. B. macht in der Regel Individualentwicklungen und muß alle Kosten und auch die Gewinnspanne auf 1 - 20 Kunden umrechnen. Da kann auch mal eine einzelne Entwicklung eine Mio für einen Kunden kosten.

Bei einem größeren Softwarehaus (eigener Vertrieb, eigene Buchhaltung, Marketing und Verwaltung…) versucht man 1000 - 2000 EUR pro Entwickler- und Programmierertag zu verkaufen. In dem Preis sind dann Marketing- und Verwaltungskosten enthalten.

Wenn es viele Kunden pro Produkt gibt, dann bekommt es jeder billiger.

Ansonsten hängt die Kalkulation auch von sonstigen Kosten ab: Muß man dem Kunden Support anbieten? Sind Schulungen im Preis enthalten? Gibt es eine Garantie? In welchem Marktsegment bewegt sich der Anbieter? Ist ein Updateservice enthalten?

Du siehst; Deine Frage läßt sich nicht so pauschal beantworten.

Ciao

Uwe

P.S.: Wenn Du eine konkretere Anfrag hast, dan kannst Du mich gerne kontaktieren.

Nachtrag
Normalerweise paßt das Thema mehr in die Rubrik „BWL“ oder „Existenzgründung“

Weiß von euch jemand marktübliche (bzw.
durchschnittliche)Gewinnspannen für den Verkauf von Software
durch den Hersteller selbst (wenn möglich mit Quellangabe)?

Hallo,

wie bei jeder anderen Preisgestaltung gibt es zwei Preise: Der erste Preis ist der kaufmännisch kalkulierte Mindestpreis, um alle Kosten von der Entwicklung bis zum Vertrieb zu decken. Dabei geht man von einer realistischen, aber vorsichtig nach unten geschätzten absetzbaren Stückzahl aus. Diesen ersten Preis kennt der Hersteller und sonst niemand.

Der zweite Preis orientiert sich am Markt, z. B. am Nutzen des Kunden. Bei einem marktgerechten Produkt liegt dieser zweite Preis deutlich - möglicherweise tausendfach - über dem ersten.

Brauchbare, übertragbare Angaben über die Kalkulation wirst Du nirgends erhalten. Der Markt ist zudem sehr bunt. Bei einer weltweit vertriebenen Spielesoftware hat man gewiß andere Verhaltnisse als bei einer Software, die als Unikat zur Steuerung eines Schweißroboters erstellt wurde.

Gruß
Wolfgang

Hi,

die Frage ist wie schon bemerkt unklar gestellt.
Man muß zu allererst unterscheiden zwischen Unternehmen die ein Produkthaus sind und solchen die ein Systemhaus sind oder sein wollen.

Produkthäuser entwickeln Produkte, behalten danach alle Rechte an dem Produkt und verkaufen Lizenzen. Die einzelne Lizenz hat in der Regel eine isolierte Gewinnspanne von 90-98% je nach Vertriebsaufwand. Wenn man die Entwicklungskosten mit rein rechnet, was man tunlichst machen sollte, sieht dies ganz anders aus. Da kommt es dann auf die richtige Absatzplanung im Vorfeld der Preisgestaltung an. Es soll auch Unternehmen geben, die es schaffen ein Produkt für 1.000€ zu entwickeln und es für 500€ tausendfach zu verkaufen. Dies dürfte aber die Ausnahme sein.

Systemhäuser verkaufen kundenindividuelle Systeme. Dabei sollte im Normalfall der Verkaufspreis den Entwicklungsaufwand übersteigen. In einigen Fällen kann man allerdings großteile der Entwicklung wieder verwenden und kurzfristig defizitäre Projekte anbieten. Generell verkauft man aber mit dem fertiggestellten Projekt auch die Rechte an der Nutzung.

Vielleicht ist das Problem nun etwas deutlicher geworden. SAP z.B. die eine Mischung aus beiden Arten sind haben in guten Zeiten eine Umsatzrendite zwischen 25-29% aufweisen können. Das ist sogar für ein SW Unternehmen ziemlich gut. Microsoft hat z.B. 2002 eine Umsatzrendite von 25% gehabt.

Gruß
Falckus