Hallo Ines!
Selbstverständlich wollte ich Marla aufbauen - ein wenig
Fürsprache ist für jeden Menschen, vor allem hier, doch sehr
motivierend
Ja, das stimmt. Danke dafür!
Außerdem kommt es letztendlich auf jeden Menschen selbst an,
wie weit lasse ich mich treiben und wann bin ich bereit wieder
selbst die Zügel in die Hand zu nehmen.
Normalerweise magst Du da recht haben, das habe ich selbst früher auch so gesehen, aber wenn man depressiv ist, scheint genau diese Art der Selbstbestimmung wie ausgeblendet zu sein.
Eigentlich möchte ich was tun, was bewegen, was verändern… aber dann ist es, als würde mich eine unsichtbare Hand wieder zurück aufs Sofa drücken…
Im einen Moment nehme ich mir noch vor, nach dem Aufstehen, werde ich dies, das und jenes machen, doch sobald ich aufgestanden bin, ist alles unwichtig und doch auch wieder nicht. Ich ärgere mich am Ende des Tages, dass ich nichts von dem bewältigt habe, was ich doch eigentlich hätte machen wollen…
Diese Anonymität ist für manche hilfreicher, als wenn Sie sich
bei einem fremden Menschen (z.B. Arzt) outen sollen und ihr
ganzes Innenleben auf Knopfdruck preisgeben müssen.
Ich hofe ich habe mich verständlich ausgedrückt.
Ja, hast Du. Sicher ist es hier etwas anderes, da man sich nicht so ausgeliefert fühlt.
Übrigens: ich bin irgendwann, wegen meiner chronischen
Schmerzen bei einer Neurologin und Psycologin gelandet; die
hat mich dann angeschnauzt, weil meine Versicherungskarte
nicht mit ihrem Computer harmonierte und sie nun umsonst
arbeiten müsste. Daraufhin habe ich ihr gesagt, dass ich sie
für unprofessinell halte und sie als Psychologin keine Angst
haben bräuchte: zu ihr komme ich bestimmt nicht mehr.
Von ähnlichen Reaktionen gegenüber Psych-wasauchimmer habe ich auch schon gehört. Einer Bekannten wurde beispielsweise gesagt: na da könne er ihr auch nicht helfen… sie war stark genug und meinte daraufhin: das glaube ich inzwischen auch… ihr erster und letzter Versuch. Aber so stark habe ich mich in dem Moment nicht gefühlt, zu sagen, ich bin schließlich die Patientin, also fragen sie mich bitet nicht, wo mein problem liegt und wenn ich - wie sie meinen - eigentlich gar keins hätte, wäre ich sicher nicht hier, schon gar nicht unter Tränen…
Mich hat es im Nachhinein sehr wütend gemacht, wie die neurologin reagiert hat. Vielleicht ist es sogar genau das, was mit solchem Verhalten bezweckt wird, denn Wut ist immer noch konstruktiver als Trauer… keine Ahnung.
Greetings,
Marla