Marokko-Mauretanien-Mali - zu gefährlich?

Hallo,
ich plane, im Januar von Madrid mit dem Auto über Marokko, Mauretanien und Mali nach Burkina Faso zu fahren.
Das auswärtige Amt rät davon ab, diese Länder zu bereisen. Wir (mein Freund und ich) wollen nicht in abgelegene Gebiete, sondern auf den Hauptstrassen bleiben und eigentlich die ganze Zeit durchfahren. Natürlich nur tagsüber, nachts versuchen wir, wenn möglich, in einem Hotel zu schlafen, ansonsten in der Nähe einer Polizeiwache im Auto.
Bei den ganzen Nachrichten der letzten Monate und auch aufgrund der Warnung des auswärtigen Amtes mache ich mir langsam ernsthaft Sorgen, ob es nicht vielleicht doch zu gefährlich ist. Man weiss ja auch nicht, ob zB das Auto immer durchhält. Die Vorstellung, da liegen zu bleiben finde ich nicht prickelnd. Auf der anderen Seite wäre es traumhaft, so eine Strecke mit dem Auto zu fahren.
Hat jemand kürzlich Erfahrungen dort gemacht oder ist in einem dieser Länder gefahren? Ist die Lage denn wirklich so bedrohlich oder übertreiben die Medien? Das auswärtige Amt ist sicherlich verpflichtet, auf JEDE Gefahr hinzuweisen.
Ich würde mich sehr über jeden Hinweis freuen!
Vielen Dank,
Lotta

Liebe Lotta,

ich habe zwar diese Länder noch nicht besucht, aber etwas Reiseerfahrung.

Und wenn ich mir anschaue, was allein über Mauretanien gesagt wird (Quelle: AA):
"…Vor Reisen in das Grenzgebiet zu Algerien und Mali wird ausdrücklich gewarnt. Von nicht erforderlichen Reisen außerhalb der Küstenregion und des Adrargebirges wird abgeraten.

Bei Reisen nach Mauretanien rät das Auswärtige Amt zu besonderer Vorsicht. Mit weiteren terroristischen Anschlägen – auch gegen Ausländer – muss in Nouakchott und im ganzen Land gerechnet werden. Es besteht ein hohes Entführungsrisiko. Al-Qaida im Maghreb (AQM) sucht derzeit gezielt nach Deutschen zum Zwecke der Entführung…"

und die Aussagen des AA über Burkina Faso dazunehme:
„…Seit mehreren Jahren kommt es in Burkina Faso auf Überlandstraßen immer wieder zu bewaffneten Überfällen. Der Osten und Südosten des Landes waren in den vergangenen Jahren besonders betroffen. In jüngster Vergangenheit kamen mehrere derartiger Vorfälle auch im Norden des Landes, in der Sahelregion, vor. Bei Reisen in diese Regionen wird daher zu erhöhter Vorsicht geraten.
Selbst Fahrten bei Tageslicht und im Konvoi bieten nur einen begrenzten Schutz. Von Nachtfahrten wird dringend abgeraten…“

dann frage ich mich allen Erstes, wie man auf so eine Idee kommt.
Ich würde in diese Länder nicht mal eine Geschäftsreise genehmigt bekommen, selbst wenn es dort eine nennenswerte Industrie gäbe.
Und das heißt bei mir üblicherweise Business Class, vorangemeldetes Taxi oder Abholung durch unseren lokalen Vertreter und Unterbringung in Hotels, vor denen streng kontrolliert wird.

Ich habe gar kein Verständnis für Leute, die aus Adrenalinsucht in solche Länder reisen und dann vom AA oder der Nato wieder rausgepaukt werden müssen - ergo erwarten, daß andere Geld oder Leben für ihre Abenteuerlust einsetzen, wenns schief geht.

Dazu schreibst du, daß du in diesen Ländern nicht mit dem Auto liegen bleiben willst.
Da frage ich mich, ob ihr denn die richtige Ausrüstung und die erforderlichen Kenntnisse habt, hier braucht´s schon etwas mehr, als die ADAC-Mitgliedschaft:
„…Es ist ratsam, Reisen nur mit einem zuverlässigen und verkehrstechnisch sicheren Kfz (Geländefahrzeug) durchzuführen. Empfohlen wird der Abschluss einer Vollkaskoversicherung…“
Wenn ihr liegen bleibt, dann solltet ihr das Auto auch selbst wieder flott kriegen.

Gruß
AKQJ10s

Hallo Lotta,

von Madrid mit dem Auto über Marokko,
Mauretanien und Mali nach Burkina Faso zu fahren.

Wenn du Berichte von erfahrenen Afrikafahrern willst, Erfahrungsaustausch mit solchen, dann solltest du mal bei

http://www.wuestenschiff.de

ins Forum schauen.

Grüße von
Tinchen
(Tour in die libysche Sahara für Ostern 2010 geplant)

Hallo,

Ich bin die Strecke Winter 2001 gefahren (kurz nach dem WTC-Anschlägen), allerdings mit dem Motorrad. Da gab es noch keine „Autobahn“ durch die Sahara, sondern man fuhr durch die Wüste. Die Gefahr liegenzubleiben war also deutlich grösser, weshalb man sich in Dakhla zu Gruppen zusammensuchte (man musste da eh noch im Militärkonvoi fahren).
Den Campingplatz in Dahkla gibt es noch und er ist auch noch Treffpunkt der Reisenden. Ihr könnt euch dort mit anderen zusammentun.

Wenn Du so ängstlich bist wie es in Deinem Posting rüber kommt, ist die Reise aber vielleicht nichts für Dich.
Ich hab die Erfahrung gemacht, dass ängstliche Leute sich nicht so sehr auf eine Land und seine Leute einlassen können und ihnen dann auch eher etwas passiert als anderen.

Als Lektüre empfehle ich die „Kulturschock“ Serie.

Sie Seiten den Auswärtigen Amtes lese ich auch vor jeder Reise, lasse mich aber nicht von meinen Zielen abhalten, was auch damit zu tun hat WIE ich reise.

Ganz klar ist: Wer Reichtum ausstrahlt hat es schwerer. Verzichte auf Luxus, reise wie die Einheimischen, kleide Dich ordentlich und es wird Dir wahrscheinlich nur positives widerfahren.
Das ist dann ein Erlebnis das Du nie vergessen wirst.

Grüsse
M.

Hallo Mopedhexle,

Ganz klar ist: Wer Reichtum ausstrahlt hat es schwerer.
Verzichte auf Luxus, reise wie die Einheimischen, kleide Dich
ordentlich und es wird Dir wahrscheinlich nur positives
widerfahren.
Das ist dann ein Erlebnis das Du nie vergessen wirst.

Das entspricht auch meiner bescheidenen Erfahrung von Südafrika!

Grüße von
Tinchen

Hallo Mopedhexle,

Ganz klar ist: Wer Reichtum ausstrahlt hat es schwerer.
Verzichte auf Luxus, reise wie die Einheimischen, kleide Dich
ordentlich und es wird Dir wahrscheinlich nur positives
widerfahren.
Das ist dann ein Erlebnis das Du nie vergessen wirst.

Das entspricht auch meiner bescheidenen Erfahrung von
Südafrika!

Bezogen auf den von Dir zitierten Teil meines postings kann man die Parallele schon ziehen, ansonsten aber sind die Unterschiede doch zu groß als dass man vergleichen könnte.

Gruß
M (die nie wieder nach Südafrika will! Drumrum gerne.)

Hallo und danke für Deine Antwort.
da ich die Seiten des AA auch gelesen hatte, habe ich ja hier die Frage gestellt, ob es auch wirklich so aussieht, wie es dort dargestellt wird. Denn mir ist klar, dass das AA dazu verpflichtet ist, auf jede mögliche Gefahr hinzuweisen, das ist ja deren Job. ZB gilt laut AA Costa Rica als Malariagebiet, laut einem Bekannten, der dort lebt, gibt es real vielleicht 5 Fälle von Malaria im Jahr (ob das wirklich stimmt, weiss ich nicht). Das letzte mal war ich vor 2 Jahren in Burkina und da war weit und breit nichts von Überfällen zu merken, wir sind 2 Wochen auf Strassen und Wildnis gefahren und hatten kein einziges Problem.
Zu Deiner persönlichen Verärgerung und der Bemerkung, die Leute bräuchten „Adrenalinstösse“ und „ergo erwarten, daß andere Geld oder Leben für ihre Abenteuerlust einsetzen, wenns schief geht“ möchte ich mir doch erlauben zu sagen, dass Du gar nicht weisst, aus welchem Grund ich diese Fahrt machen möchte, denn das hat nichts mit Abenteuerlust zu tun. Ich habe lediglich um Erfahrungen und fundierte Kenntnisse gebeten, nicht um Deine persönliche Meinung über Abenteuerlustige.
Trotzdem danke und Grüsse,
Lotta

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Hallo, vielen Dank für die ausfürliche Antwort.

Den Campingplatz in Dahkla gibt es noch und er ist auch noch
Treffpunkt der Reisenden. Ihr könnt euch dort mit anderen
zusammentun.

Danach werde ich mich mal erkundigen.

Wenn Du so ängstlich bist wie es in Deinem Posting rüber
kommt, ist die Reise aber vielleicht nichts für Dich.
Ich hab die Erfahrung gemacht, dass ängstliche Leute sich
nicht so sehr auf eine Land und seine Leute einlassen können
und ihnen dann auch eher etwas passiert als anderen.

Das kann schon passieren. Zuerst hatte ich keine Bedenken aber je mehr ich nachfrage und forsche, desto ängstlicher werde ich :smile:

Als Lektüre empfehle ich die „Kulturschock“ Serie.

Danke!

Ganz klar ist: Wer Reichtum ausstrahlt hat es schwerer.
Verzichte auf Luxus, reise wie die Einheimischen, kleide Dich
ordentlich und es wird Dir wahrscheinlich nur positives
widerfahren.

Genauso hatte ich es vor. Vielen Dank nochmal und liebe Grüsse,
Lotta

Hallo und vielen Dank für den Link! Werde ich mir mal in Ruhe ansehen. Viele Grüsse,
Lotta

o.t.
hallo,

Zu Deiner persönlichen Verärgerung und der Bemerkung, die
Leute bräuchten „Adrenalinstösse“ (…)

mach dir nichts draus. ähnliche reaktionen hatte ich 2006, als ich nach meiner reise nach tschernobyl davon berichtete. dass ich dort so viele eindrücke und informationen bekam wie niemand hierzulande, zählt wohl nicht.

schöne grüße
ann

Hi,

Südafrika!

QUATSCH!
Wie komm ich auf Süd???
NORD!
Nordafrika mein ich!

Peinlich, peilich!

Grüße von
Tinchen